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Solothurn: Die Filme laufen

"Venus Boyz", eine filmische Reise durch das Universum weiblicher Männlichkeit, eröffnete die Filmtage in Solothurn. "Venus Boyz"

Mit dem Dokumentarfilm "Venus Boyz" der Zürcherin Gabriel Baur sind am Dienstag die 37. Solothurner Filmtage eröffnet worden.

Im Programm sind bis zum kommenden Sonntag 126 Produktionen. Festivaldirektor Ivo Kummer plädierte dafür, den Erfolg an der Kinokasse nicht zur Maxime der Filmförderung zu machen.

Geld ist nicht gleich Erfolg

«Erfolgreich ist ein Film, wenn wir durch seine Geschichte, seine Figuren oder sein Form – auch wenn sie Ecken und Kanten hat – bewegt werden», stellte Kummer in seiner Eröffnungs-Ansprache im Landhaus fest. Vielleicht überrasche der Film, wecke die Neugier, bringe zum Lachen oder Weinen, auf jeden Fall mache der erfolgreiche Film etwas klüger.

Kummer hinterfragte in diesem Zusammenhang die heutige Rolle der öffentlichen Filmförderung und des neuen Filmgesetzes, welches kommerziell erfolgreiche Filme nachträglich belohnt. Er stellte dabei die Frage, ob die Unterstützung kommerziell ausgerichteter Projekte wirklich Aufgabe der Filmförderung sei und ob es angebracht sei, kulturelle Gelder für eine versteckte Wirtschafts-Förderung zu missbrauchen.

Ziel der Solothurner Filmtage sei weiterhin ein engagiertes, aufklärerisches, fortschrittliches und authentisches Kino. Kommerzieller Erfolg an der Kinokasse dürfe nicht zur Maxime der öffentlichen Filmförderung werden, sage Kummer.

Neue Räume

Die Filmtage finden dieses Jahr auch in den neuen Räumlichkeiten «Reithalle», «Uferbau» und «Canva blue» statt. Der Schweizer Filmpreis wird am Mittwoch verliehen.

Für den besten Spielfilm nominiert sind «Eloge de l’amour» von Jean-Luc Godard, «Escape to Paradise» von Nino Jacusso, «Happiness Is a Warm Gun» von Thomas Imbach, «Stille Liebe» von Christoph Schaub und «Utopia Blues» von Stefan Haupt.

Bei den Dokumentarfilmen lauten die Nominationen «117 Police Secours» von Raphael Sibilla, «Bashkim» von Vadim Jendreyko, «Venus Boyz» von Gabriel Baur und «Yugodivas» von Andrea Staka. Neben dem besten Kurzfilm gibt es Preise für die beste Darstellerin und den besten Darsteller.

Erstmals wird an den Filmtagen mit den Sonderprogramm «Invitation Quebec» ein «Filmland» vorgestellt. Unter insgesamt 22 Werken aus allen Genres laufen auch die Filme «Maelström» von Denis Villeneuve und «Un crabe dans la tete» von Andre Turpin. Filmschaffende aus der frankophonen Provinz Kanadas wurden zur Diskussion nach Solothurn eingeladen.

swissinfo und Agenturen

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