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Wo hapert’s beim Schweizer Film?

Szene aus dem Film "Pane e tulipani" mit dem Schweizer Schauspieler Bruno Ganz. Keystone

Mit dem neuen Filmgesetz fliessen mehr Bundessubventionen in den Schweizer Film. Trotzdem liegt noch vieles im Argen.

Der Schweizer Film scheint nicht aus seiner Krise herauszufinden. Die Besucherzahlen in den Kinos sind nach wie vor unbefriedigend, und auch im Ausland erhält das helvetische Filmschaffen kaum Anerkennung.

Was fehlt also zum Erfolg ? Nach Frankreich und Dänemark gehört die Schweiz in der Filmförderung seit letztem Jahr zu den privilegierten Ländern Europas. Die Filmemacher, die für ausbleibende Kinoerfolge stets das fehlende Geld verantwortlich machen, kommen also in Argumentations-Notstand.

Geld allein bringt’s nicht

Es kann offenbar auch nicht darum gehen, die Produktion zu erhöhen, denn die Schweiz gehörte schon bisher zu den fleissigsten Produktionsländern in Europa. Und teurere Filme sind nicht per se bessere Filme. Der erfolgreichste Schweizer Film im vergangenen Jahr – «Azzurro» von Denis Rabaglia – verfügte beispielsweise über eher bescheidene Mittel, während der ziemlich enttäuschende Streifen «Heidi» von Markus Imboden über einen komfortablen Etat verfügte.

Es fehlen die grossen Gefühle

Die Filmschaffenden kommen demnach nicht darum herum, endlich auch über Qualität zu diskutieren, damit der einheimische Film wieder ins Bewusstsein des europäischen Publikums zurückfindet. Laut Fachleuten fehlt dem Schweizer Film vor allem das, was den erfolgreichen europäischen Film auszeichnet: die überall verständliche Geschichte, die Nähe zum Zeitgeist, die grossen Emotionen.

Schliesslich, so Experten weiter, verfügt der Schweizer Film kaum über professionelle Marketing-Strukturen. Er feiere seine Erfolge einmal jährlich im behüteten Kreis der Solothurner Filmtage. Kommerziell denkende Filmschaffende würden in der Branche immer noch schief angesehen.

Den Nachwuchs wichtiger nehmen

Kritiker bemängeln ebenfalls, dass es der Filmnachwuchs in der Schweiz vergleichsweise schwer hat. Bis hierzulande ein Regisseur seinen ersten Kinofilm drehen könne, sei er meist um die 40. Ein Alter, in dem europäische Kollegen bereits Silberne Bären oder Goldene Palmen gewonnen hätten. Also dränge sich ein Generationenwechsel auf.

Fazit: Wichtig wäre, dass die Schweiz pro Jahr zwei oder drei künstlerisch und kommerziell erfolgreiche Filme hervorbringe, die von mindestens 100’000 Kinobesuchern gesehen werden und auch im übrigen Europa von sich reden machen.

Monika Lüthi und Agenturen

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