The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

Mariana Katzarova: ein UNO-Mandat für das russische Volk

Swissinfo begleitet die erste UNO-Sonderberichterstatterin für Russland, Mariana Katzarova. Ein seltener Einblick in eine der schwierigsten Aufgaben der Vereinten Nationen.

2023 wurde Mariana Katzarova zur ersten Sonderberichterstatterin der UNO für die Menschenrechtslage in der Russischen Föderation ernannt.

Ihre Aufgabe besteht darin, Menschenrechtsverletzungen in Russland zu dokumentieren, darunter Folter, willkürliche Inhaftierungen, Strafpsychiatrie und die Unterdrückung der Zivilgesellschaft. Russland hat ihr Mandat nie anerkannt und verweigert ihr die Einreise in das Land.

Diese neue Folge von «closeUp», einer von Swissinfo produzierten Minidokumentationsreihe, begleitet Katzarova von Genf nach Brüssel, wo sie sich mit Interessenvertreter:innen der UNO und der EU trifft und Zeugenaussagen von ukrainischen und russischen Folteropfern sammelt.

Die Serie bietet einen seltenen Einblick in die Arbeit der UNO-Sonderberichterstatter:innen. Es sind unbezahlte Fachleute, deren Tätigkeit zunehmend mit Risiken behaftet ist.

«Ich bin nicht die Geschichte der Verfolgung. Die Geschichte ist das russische Volk», sagt sie gegenüber Swissinfo.

Katzarova, die im kommunistischen Bulgarien geboren und aufgewachsen ist, hat schon in jungen Jahren erfahren, was es bedeutet, sich gegen ein autoritäres System aufzulehnen.

Sie durfte sich ihre Schule nicht aussuchen und schloss sich als Studentin einer der ersten oppositionellen Zeitungen nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 an. Sie war die erste bulgarische Staatsbürgerin, die an der Columbia Journalism School in New York studierte.

Ihr Weg führte sie während der Belagerung von Sarajevo an die Front in Bosnien und anschliessend nach Tschetschenien, wo sie Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen dokumentierte. Bei Amnesty International verbrachte sie fast ein Jahrzehnt mit Recherchen zu Russland, leitete Ermittlungsteams und veröffentlichte 1997 den ersten Bericht der Organisation über Folter in diesem Land.

Heute trifft sich Katzarova als UNO-Sonderberichterstatterin für Russland direkt mit Überlebenden, von tschetschenischen LGBTQ+-Personen bis hin zu ukrainischen Kriegsgefangenen, die ihr Zeugenaussagen und medizinischen Beweise anvertrauen. Aber wie hoch sind die persönlichen Kosten und Opfer, die mit der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in und um Russland verbunden sind?

Editiert von Virginie Mangin/ts, Übertragung aus dem Englischen mithilfe von KI-Tools: Janine Gloor

Mehr
Newsletter sobre a política externa

Mehr

Aussenpolitik

Unser Newsletter zur Aussenpolitik

Die Schweiz in einer Welt, die sich bewegt. Beobachten Sie mit uns die Schweizer Aussenpolitik und ihre Entwicklungen – wir liefern die Vertiefung dazu.

Mehr Unser Newsletter zur Aussenpolitik

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft