Mietpreise steigen weiter, aber langsamer

Rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung lebt in gemieteten Wohnungen. swissinfo.ch

Die Mieten in der Schweiz stiegen 2006 um 3,1%. Im laufenden Jahr werden sie gemäss Wüest & Partner nochmals um 2,1% steigen. In den Städten Zürich und Genf sind die Mieten am teuersten.

Dieser Inhalt wurde am 24. April 2007 - 17:13 publiziert

Nachdem sich die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent erhöht haben, zeichnet sich nun eine Abschwächung des Aufwärtstrends ab.

Die Erhöhung der Mietpreise dürfte sich bereits 2007 abschwächen. Laut dem am Dienstag veröffentlichten "Immo-Monitoring" des Beratungsunternehmens Wüest & Partner beträgt sie im laufenden Jahr 1 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr.

Die Preise für Eigentumswohnungen dürften 2007 noch 1,3% und für Einfamilienhäuser noch 0,9% zulegen.

Bescheidener Mietwohnungsbau

Der Grund für diese Entwicklung liegt darin, dass in der Vergangenheit das Schwergewicht im Neubau bei den Eigenheimen lag. Allein 2006 wurden 17'000 Eigentumswohnungen gebaut. Der Mietwohnungsbau dagegen fiel eher bescheiden aus.

Gleichzeitig ist als Folge des Wirtschaftswachstums und des Zuzugs ausländischer Arbeitskräfte die Nachfrage nach Mietwohnungen gestiegen.

Weniger bezugsbereite Wohnungen

So ist für 2006 eine Leerstandsquote von 2,3% zu verzeichnen. Damit hat der Anteil bezugsbereiter Wohnungen weiter abgenommen. Wüest & Partner rechnet aber damit, dass künftig vermehrt wieder Mietwohnungen gebaut werden.

Allerdings lässt die Bautätigkeit insgesamt nach. Zwar dürften in der Schweiz auch 2007 noch einmal über 40 Mrd. Franken verbaut werden, doch zeigten die Vorlaufindikatoren, dass der Zenit überschritten werde. So zeige die Kurve der Baubewilligungen heute in allen Segmenten nach unten.

Kontinuierlicher Preisanstieg seit 1998

Seit 1998 sind die Preise für Wohnen in der Schweiz kontinuierlich gestiegen. Den grössten Zuwachs verzeichneten die Eigentumswohnungen mit gut 30%. Aber auch bei den Mietwohnungen und den Einfamilienhäusern waren die Anstiege mit fast 20% beträchtlich.

Etwas weniger stark sind die Preise in den vergangenen Jahren auf dem Geschäftsflächenmarkt in die Höhe geschossen. Bei den Büro- und Verkaufsflächen betrug die Zunahme 10%, bei den Gewerbeflächen 8%.

Büroflächen dürften in diesem Jahr einen Preisanstieg von noch 0,9% erfahren. Dabei nimmt die Nachfrage nach dezentralen Lagen zu. Der Büroflächenmarkt leide immer noch unter der überbordenden Neubautätigkeit und der schwachen Nachfrage zu Beginn des Jahrzehnts.

Kein Platzen einer Immo-Blase

Auch wenn sich ein Ende der fast zehnjährigen Immobilienhausse abzeichne, heisst es in der Studie, sei in der Schweiz nicht mit einem Absturz der Immobilienpreise zu rechnen.

Der Preisanstieg in den vergangenen Jahren sei zur Hauptsache auf das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen gewesen und nicht auf Spekulationen. Inzwischen habe der Anstieg der Neubautätigkeit dafür gesorgt, dass die Wohnungssuchenden wieder über eine grössere Auswahl verfügten.

swissinfo und Agenturen

Regionale Unterschiede

Zürich ist das teuerste Wohnpflaster mit einer Duchschnittsmiete von über 1500 Franken pro Monat, gefolgt von Genf mit knapp unter 1500 Franken.

In der Innerschweiz beträgt die Miete im Durchschnitt 1400 Franken, in der Ostschweiz, Bern und in der Nordwestschweiz bei rund 1250 Franken.

In der Westschweiz (ausser Genfersee-Region) sind Wohnungen am billigsten, mit einem Mietpreis von 1000 Franken pro Monat.

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Wohnungsbau im Hoch

Der Wohnungsbau in der Schweiz stieg 2006 um 9,1% auf 41'700.

Auch die Zahl der Ende Jahr noch im Bau stehenden Wohnungen nahm zu, um 8% auf 57'250.

Ein Rückgang der Baubewilligungen weist aber auf eine Abschwächung hin: Gesamtschweizerisch nahm die Zahl der Baubewilligungen 2006 um 2% zurück, mit grossen regionalen Unterschieden.

In Lausanne betrug die Abnahme 25%, dagegen stiegen sie in der Agglomeration Basel um 41%.

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