Millionenbetrug von drei Tessiner Bauern aufgedeckt
(Keystone-SDA) Lugano – Die Zollfahndung Lugano hat drei Landwirte des Betruges überführt. Das Trio soll 6000 Tonnen Mais und Getreide unrechtmässig aus Italien in die Schweiz eingeführt haben. Dem Bund entgingen dadurch Einnahmen in der Höhe von über zwei Millionen Franken.
Die Täter müssen diese Abgaben nun nachbezahlen und überdies mit empfindlichen Sanktionen rechnen, wie die eidg. Zollverwaltung mitteilte. Zur Sicherheit beschlagnahmte die Zollfahndung im Tessin Grundstücke und Gebäude im Wert von zwei Mio. Franken.
Der Millionenbetrug geschah beim so genannten landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehr. Darunter versteht man die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichem Boden durch Schweizer Bauern jenseits der Zollgrenze innerhalb einer 10-Kilometer-Zone.
Unter gewissen Bedingungen können landwirtschaftliche Erträge zoll- und mehrwertsteuerfrei in die Schweiz eingeführt werden. Im Jahre 2006 erhärtete sich bei der Zollfahndung in Lugano jedoch der Verdacht, dass dabei getrickst wurde. Sie reichte daher ein Amtshilfegesuch an die Guardia di Finanza in Italien ein.
Die italienischen Ermittler fanden heraus, dass viele der als bewirtschaftete Felder deklarierten Flächen gar nicht bearbeitet waren. Stattdessen befanden sich darauf Wald, Gebäude oder Steinbrüche. Zudem waren einige Felder gar nie an Schweizer Landwirte verpachtet worden.
Daraufhin führten die Schweizer und italienischen Behörden Razzien auf Landwirtschaftsbetrieben in der Lombardei und im Tessin durch. Die Untersuchung ergab, dass fast alle der Zollverwaltung mit dem Gesuch um Abgabenbefreiung unterbreiteten Pachtverträge gefälscht waren.
Unter anderem wurden Unterschriften von bereits verstorbenen Personen nachgeahmt. Zudem waren landwirtschaftliche Produkte anderswo angebaut oder zugekauft worden. Insgesamt fünf Personen müssen sich nun des Betruges verantworten, darunter drei Tessiner Landwirte.