OECD: Schweiz soll Hilfe erhöhen und Zusammenarbeit konzentrieren
(Keystone-SDA) Bern – Die OECD empfiehlt der Schweiz, ihre Entwicklungshilfe weiter zu erhöhen. Ausserdem soll sie ihre Hilfe auf weniger Länder und Bereiche konzentrieren. Das Volkswirtschafts- und das Aussendepartement müssten Doppelspurigkeiten bei der Entwicklungszusammenarbeit vermeiden.
Diese Empfehlungen stehen im Länderbericht des Entwicklungsausschusses der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über die Schweiz. Dieser bezeichnet die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit in vielerlei Hinsicht als vorbildlich, sieht aber auch Schwächen.
So hat die Schweiz 2008 ihre Entwicklungshilfeleistungen gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf auf 2,2 Mrd. Franken gesteigert. Das entspricht 0,42 Prozent des Bruttoinlandeinkommens (BNE). Die Schweiz hat damit ihr eigenes 0,4 Prozent-Ziel leicht übertroffen.
Gleichwohl sollte sie die Quote von 0,5 Prozent anstreben und dabei das UNO-Ziel von 0,7 Prozent im Auge behalten, empfiehlt die OECD.
Zwei Drittel der öffentlichen Entwicklungshilfe fliesst an die ärmsten Länder. Trotz Bemühungen um Konzentration ist die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz laut OECD-Meinung immer noch auf zu viele verschiedene Länder und Sektoren verteilt. Priorität müsse weiterhin die Armutsbekämpfung haben.
Dabei sollten vor allem gemeinsame Standards gesetzt und die Kontrolle der Ergebnisse verbessert werden. Auch müsse die Schweiz einige internationale Standards für effektive Entwicklungszusammenarbeit umsetzen.
Der OECD-Entwicklungsausschuss überprüft laufend die nationalen Entwicklungspolitiken seiner Mitglieder. Der «Peer Review» für die Schweiz wurde Mitte Oktober unter der Leitung von Belgien und den Niederladen durchgeführt. Schon in früheren Berichten hat die OECD der Schweiz gute Noten ausgestellt, aber eine Erhöhung der Hilfeleistungen gefordert.