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Bern (awp/sda) - Die Post startet im September Versuche für ihr umstrittenes neues Zustellsystem. In den Regionen St. Gallen und Kriens LU sowie in Teilen der Stadt Lausanne erhalten Unternehmen ihre Post zuerst, die Privatkunden später - jedoch nicht später als um 14 Uhr.
Mit den Versuchen sollen bis ins Frühjahr 2011 mehrere Neuerungen in der Zustellung getestet werden, wie die Post am Dienstag in einer Mitteilung schrieb. Dazu gehören die maschinelle Sortierung der Post vor der Zustellung sowie neue Austrag-Routen, grössere Fahrzeuge und flexiblere Arbeitszeiten für die Pöstler.
Seit Jahrzehnten hat sich laut Post wenig daran geändert, wie die Briefträgerinnen und Briefträger ihre Tour vorbereiten: Von Hand bringen sie die Briefe in die Reihenfolge der zu bedienenden Briefkästen. Heute lässt sich das aber dank technischen Fortschritts auch von einer Maschine erledigen. Tests dazu waren erfolgreich.
Die Neuerungen in der Zustellung gehen aber weiter: Nebst der Effizienzsteigerung mit der maschinellen Vorsortierung will sich die Post auch den Kundenbedürfnissen anpassen. In den Versuchsregionen änderte sie die Routen der Pöstler, um Unternehmen zuerst zu bedienen. Unternehmen, die ihre Korrespondenz am gleichen Tag erledigen müssen, sollen ihre Post so früher erhalten.
Das Nachsehen haben aber Private, deren Quartiere die Pöstler erst um die Mittagszeit besuchen. Für Kunden in den Testregionen in der Ostschweiz und in Teilen der Stadt Lausanne bedeutet dies, dass sie ihre Post im schlimmsten Fall erst gegen 14 Uhr im Kasten finden.
So spät werde es aber nur zu Spitzenzeiten und bei 10% der Post, sagte Post-Sprecher Oliver Flüeler auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Wer die Zeitung zum Frühstück lesen will, kann dies zudem in der Regel nach wie vor tun: Die Frühzustellung ist von den Versuchen nicht betroffen.
In den Zentralschweizer Gebieten Kriens, Hergiswil und Sarnen, die ebenfalls vom Versuch betroffen sind, soll die Post bis 12.30 Uhr ankommen. In einem vorherigen Pilotversuch in der Westschweiz wurde die Post erst bis 17 Uhr verteilt - solche Versuche sind nicht mehr vorgesehen. Betroffen vom Test sind schweizweit 80'000 Haushalte.
Dass die Zustellung in einigen Fällen erst am Nachmittag erfolgen wird, hat für Kritik gesorgt. So beschwerte sich etwa die Regierung des Kantons Appenzell Innerrhoden über mangelnde Information seitens der Post. Sie befürchtete zudem eine Verschlechterung des Service public.
Ob das Verfahren definitiv eingeführt wird, will die Post frühestens im Frühjahr 2011 entscheiden. Bis dann soll sich zeigen, welche der zahlreichen Neuerungen sich im Test bewährt haben. Würde das als "Distrinova" bezeichnete Projekt umgesetzt, wäre ein Stellenabbau laut Post unausweichlich.
Über die Zahl der allenfalls überflüssigen Briefträger konnte Post-Sprecher Flüeler noch keine Angaben machen. Das hänge vom Zeitgewinn ab, der erzielt werden könne. Heute arbeiten 15'500 Personen bei der Post in der Zustellung. Davon sind 300 in die drei Versuche involviert.
ch

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