Private wollen auch in Zukunft einen Platz in der Spitallandschaft
Im Dreiphasenplan der interkantonalen Spitalplanung befürchten private Gesundheitsunternehmen zu kurz zu kommen. Sie fordern deshalb ein Mitspracherecht von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK).
(Keystone-SDA) Im Dezember 2025 stellte die GDK den Dreiphasenplan vor, den sie an einer Plenarversammlung verabschiedet hatte. Ziel des Plans ist, eine stärkere Konzentration bei spezialisierten Spitalleistungen zu erreichen. Hintergrund sind verschiedene Vorstösse im Bundesparlament.
In einer ersten Phase gibt die GDK ihren Angaben zufolge eine Analyse zum heutigen und eine Prognose zum künftigen Bedarf in Auftrag. Bis circa 2029 wollen die Kantone danach gemeinsam festlegen, welche Behandlungen und Eingriffe im Spital zur Grundversorgung gehören und welche zur Spezialversorgung zählen.
Aufgrund jener Aufteilung sollen ab 2029 schliesslich einheitliche Kriterien für die Vergabe von Leistungsaufträgen an Spitäler definiert werden.
Dieser Prozess werde die Spitalversorgung der nächsten Jahrzehnte prägen, teilte der Branchenverband Ospita am Donnerstag mit. In diesem Verfahren sollten nicht nur öffentliche, sondern auch private Gesundheitsunternehmen mitreden dürfen.
Bei der Spitalplanung schlüpften die Kantone in eine «Mehrfachrolle», schreibt er. Diese seien sowohl Eigentümer, Planer, Aufseher, Mitfinanzierer als auch Tarifinstanz. Gemäss FDP-Ständerat und Ospita-Präsident Benjamin Mühlemann wird der Dreiphasenplan dann zum Risiko, «wenn Kantone die eigenen Spitäler bevorzugen».
Eine solche Bevorzugung gefährdet laut Ospita die «Wahlfreiheit, Kostendämpfung und Innovationsfähigkeit». Private Gesundheitsunternehmen, wie sie der Verband vertrete, dürften nicht aussen vor gelassen werden – leisteten diese doch mehr als ein Viertel aller stationären Pflegetage.
Warteliste länger, Notfall voller
Jährlich werden mehr als 330’000 Patientinnen und Patienten von den Ospita-Mitgliedern versorgt. Rund 30 Prozent der Operationssäle, 27 Prozent der Notfallstationen und 23 Prozent der HSM-Standorte seien dem Verband zufolge in privater Hand. Damit zeige sich: «Private Gesundheitsunternehmen sind systemrelevant».
«Ohne uns wären die Wartelisten länger und die Notfallstationen noch stärker überlastet», sagt die Leiterin einer privaten Stiftung im Communiqué. Ospita ist der Meinung, wer das System mittrage, müsse auch mitgestalten dürfen. Der Verband fordert deshalb von der GDK, «systematisch und gleichwertig» mit öffentlichen Leistungserbringer in die Gremien und Arbeitsgruppen einbezogen zu werden.
Wenn es um die Vergabe künftiger Leistungsaufträge geht, sollten Qualität, Wirtschaftlichkeit und der Zugang der Patientinnen und Patienten entscheidend sein, argumentierte Ospita – Politik oder Regionalpolitik dürfen keine primäre Rolle spielen.