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SAB Miller drosselt Übernahmetempo

HAMBURG (awp international) – Der Brauerei-Konzern SAB Miller will zukünftiges Wachstum aus eigener Kraft stemmen. «Die Geschwindigkeit unserer Zukäufe wird sich definitiv reduzieren», sagte Finanzchef Malcolm Wyman der «Financial Times Deutschland» (Freitagausgabe). Es gebe immer weniger interessante Übernahmeziele. «Deswegen werden wir in Zukunft das Geschäft mit unseren eigenen Marken ausbauen.» Besondere Bedeutung komme dabei den Marken Pilsner Urquell, Grolsch, Miller und Peroni zu. Aber auch bei den weniger bekannten regionalen Premiumbieren sieht Wyman noch Wachstumspotenzial.
Die strategische Abkehr von einer Wachstumsstrategie durch Zukäufe ist dem Bericht zufolge verständlich. Der Konzern sei geografisch besser aufgestellt als die Nummern drei und vier im Biermarkt, Heineken und Carlsberg . 85 Prozent der Umsätze von zuletzt 26,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet SAB in Wachstumsmärkten wie Südamerika, Osteuropa, Südafrika und Asien, wo Übernahmen inzwischen teuer seien. Im schwierigen westeuropäischen Biermarkt, wo der Absatz seit Jahren schrumpfe, sei SAB lediglich als Importeur eigener Biere wie Pilsner Urquell und als Produzent der italienischen Premiummarke Peroni aktiv.
Auch von möglichen Übernahmen in Deutschland – womit SAB Miller lange liebäugelte – habe sich der Konzern verabschiedet. «Wir sind dort mit Pilsner Urquell der grösste Importeur von Premiumbier und wachsen anders als der Markt – damit sind wir zufrieden», sagte Wyman. «Bevor sich der deutsche Biermarkt konsolidiert, wird sich eher noch der französische Käsemarkt konsolidieren», sagte Marketingchef Fell.
Beim Ausblick ist Wyman zurückhaltend: «Wir gehen davon aus, dass wir erst in der zweiten Hälfte des aktuellen Geschäftsjahrs spürbar wachsen werden.» Die wirtschaftliche Erholung in Märkten wie Osteuropa gehe langsamer als erhofft. Auch der Fussball-WM in Südafrika traut Wyman kaum positive Effekte zu. Während der sechs Wochen rechne man mit vier bis sechs Prozent mehr Umsatz./fn/tw

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