Sandoz kämpft gegen China-Dumping bei Antibiotika
Sandoz geht bei der EU gegen chinesische Antibiotika-Importe vor. Der Konzern wirft chinesischen Herstellern Dumpingpreise und massive staatliche Subventionen vor.
(Keystone-SDA) Die Generikaherstellerin hat bei der Europäischen Kommission einen wegweisenden Entwurf für eine Anti-Dumping-Beschwerde gegen chinesische Importe des Antibiotika-Wirkstoffs Amoxicillin eingereicht. Dies teilte der Konzern am Donnerstag anlässlich der 80-Jahr-Feier seiner wichtigsten europäischen Antibiotika-Produktionsstätte im österreichischen Kundl mit.
Das Unternehmen wirft chinesischen Herstellern vor, den Markt durch dauerhaft extrem niedrige Preise zu verzerren. Laut Sandoz würden die Wirkstoffe teilweise unter Produktionskosten verkauft und zusätzlich massiv durch staatliche Subventionen gestützt. Dadurch entstünden Wettbewerbsbedingungen, mit denen europäische Hersteller kaum mithalten könnten.
Zu grosse Abhängigkeit
Im Communiqué warnt Sandoz-Chef Richard Saynor davor, dass Europa abhängig von ausländischen Lieferketten werde und dadurch im Krisenfall nicht mehr in der Lage sein könnte, die eigene Bevölkerung zuverlässig mit Antibiotika zu versorgen. Aus seiner Sicht ist die Sicherung der Antibiotikaversorgung daher nicht nur eine Frage der Gesundheitspolitik, sondern auch der wirtschaftlichen Sicherheit und der strategischen Handelspolitik Europas
«Bereits heute werden bis zu 90 Prozent der weltweiten Antibiotika-Wirkstoffe ausserhalb Europas hergestellt, vor allem in China», so der CEO weiter. Saynor kritisiert zudem, dass Antibiotika inzwischen wie einfache Billigware behandelt würden, obwohl sie zu den wichtigsten Medikamenten der modernen Medizin zählten. «Eine Packung Antibiotika kostet oft weniger als ein Päckchen Kaugummis.»