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Libyen will Schweizer Geiseln vor Gericht bringen

Die beiden Schweizer Geschäftsleute, die seit über einem Jahr als Geiseln in Libyen festgehalten werden, werden laut dem libyschen Aussenministerum wegen angeblichen Steuer- und Visavergehen noch dieses Jahr vor Gericht gestellt.

In der Affäre Gaddafi hat sich Libyen erstmals zum Vorwurf der Geiselnahme der beiden Schweizer Geschäftsleute geäussert und sich dagegen gewehrt.

Vize-Aussenminister Khaled Kaim sagte am Donnerstag in Tripolis, dass «die beiden Schweizer weder entführt wurden noch verschwunden sind». Dennoch werden sie sich jetzt vor Gericht verantworten müssen: Ihnen wird Steuerhinterziehung und Verstösse gegen Aufenthaltsbestimmungen und Geschäftsregeln des Landes angelastet.

Max Göldi, ABB-Direktor des Libyen-Ablegers, und Rachid Hamdani, ein 68-jähriger Unternehmer, werden seit Juli 2008 in Libyen festgehalten. Sie sind nun aufgefordert, die Schweizer Botschaft zu verlassen und in ein Hotel oder in ihren Wohnsitz (in Tripolis!) zu gehen.

Im Oktober hatte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey erstmals öffentlich von einer «Geiselnahme» gesprochen. Dies nachdem die beiden Schweizer am 18. September unter einem Vorwand aus der Schweizer Botschaft in Tripolis gelockt und danach an einem unbekannten Ort versteckt gehalten worden waren.

Am Montag brachten die libyischen Behörden die beiden Männer wieder in die Botschaft zurück – ohne Angabe von Gründen. Kaim rechtfertigte diesen «Transfer» mit den bereits früher genannten Gründen.

Begonnen hatte die Affäre Gaddafi am 15. Juli 2008. Damals hatte die Genfer Polizei den Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi, Hannibal, und dessen Frau verhaftet, weil sie zwei Bedienstete misshandelt hatten. Darauf wurden am 19. Juli die beiden Geschäftsleute wegen angeblicher Verstösse gegen Einwanderungs- und andere Gesetze festgenommen.

swissinfo.ch und Agenturen

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