SVP: Aufstieg zu Ende
Die SVP bleibt stärkste Partei, kann ihren steilen Aufstieg aber nicht mehr fortsetzen. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage bleibt die Parteien-Landschaft in der Schweiz zwei Jahre vor den nächsten Parlaments-Wahlen unverändert. Nur FDP und Grüne legen leicht zu.
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) wäre Mitte August mit 22,8% (+0,3% gegenüber den Nationalrats-Wahlen 1999) gewählt worden und hätte ihre Position damit halten können, wenn dann Nationalrats-Wahlen stattgefunden hätten. Wie eine von der «Berner Zeitung» und der «Neuen Luzerner Zeitung» in Auftrag gegebene Umfrage der Schweiz. Gesellschaft für praktische Sozialforschung (GfS) ergab, hat sich wenig geändert.
So bleiben die Sozialdemokraten (SP) mit 21,5% weiterhin zweitstärkste Partei (-1%) vor den Freisinnigen (FDP) mit 20,7% (+0,8%). Die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) behält mit 14,8% (-1,1%) den vierten Platz, fällt aber unter die 15-Prozent-Marke. Die Grünen legen leicht zu und kommen laut Umfrage auf 6,2% (+1,2%).
Die Zahlen decken sich praktisch mit dem im Juni dieses Jahres durchgeführten Wahlbarometer des Schweizer Fernsehens DRS. Ähnlich sah es auch nach einer Umfrage der Sonntagsblätter «SonntagsBlick» und «dimanche.ch» Ende Juli aus – mit dem Unterschied, dass die FDP die SVP inzwischen nicht mehr überholen würde.
FDP überwindet Tief
Dennoch spricht Urs Bieri vom GfS nach der jüngsten Umfrage von einer Trendwende bei der FDP. Sie schaffe es, wieder selber erfolgreich Themen zu setzen – etwa die Militärvorlagen, die Gotthardpolitik und die Fristenregelung – und überlasse diese nicht mehr der SVP.
Diese kann sich laut Bieri jedoch vorn halten, weil sie weiterhin neue, nicht parteigebundene Wählerinnen und Wähler gewinnen kann, denen Neutralität, Isolation und das Militär am Herzen liegen. Laut Umfrage verliert die SP an die FDP, CVP-Wähler wechseln zur FDP oder zu den Grünen, aber nicht mehr zur SVP.
Brunners hohe Glaubwürdigkeit
Anders sieht die Beliebtheit der Parteien aus, wenn man die Glaubwürdigkeit der Partei-Präsidenten und der Partei-Präsidentin betrachtet. 53% der Befragten halten SP-Chefin Christiane Brunner für glaubwürdig.
SVP-Präsident Ueli Maurer bringt es auf 39%, Gerold Bührer von der FDP auf 29% und Philipp Stähelin von der CVP auf 25%. Bekannter als sie alle bleibt jedoch SVP-Nationalrat Christoph Blocher, der allerdings mehr polarisiert als noch 1999.
Die jüngste GfS-Umfrage wurde zwischen dem 24. Juli und dem 17. August bei 1’946 Wahlberechtigten in der ganzen Schweiz durchgeführt. Das Institut hat auf eine Auswertung nach Regionen verzichtet.
swissinfo und Agenturen
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