Selenskyj dankt USA für Starlink und fordert Abwehrraketen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die USA nach der Wiederherstellung der Starlink-Verbindung erneut mit Nachdruck auch zur Lieferung zugesagter Flugabwehrraketen aufgefordert. "Es gibt Lieferpakete, auf die wir noch immer warten", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. "Dabei handelt es sich sowohl um Pakete aus den USA als auch von unseren europäischen Partnern. Lieferpakete, für die bereits politische Entscheidungen getroffen wurden."
(Keystone-SDA) Selenskyj hatte zuletzt mehrfach beklagt, dass zugesagte und bezahlte Raketen von den USA nicht geliefert würden. Die Ukraine braucht nach eigenen Angaben vor allem Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme, um sich vor den russischen Angriffen mit ballistischen Raketen zu schützen.
Einen Erfolg verzeichnete Selenskyj indes nach seiner tagelangen Kritik an der Drosselung des für die Luftverteidigung der Ukraine wichtigen US-Satelliteninternets. «Starlink und Starshield funktionieren wieder mit der Geschwindigkeit, die vor all diesen Einschränkungen herrschte. Jetzt ist die Geschwindigkeit so, wie wir sie brauchen», sagte er. «Das ist entscheidend für unsere Frontlogistik und für den Schutz der Ukraine vor Raketenangriffen.»
Er danke den US-Kongressabgeordneten, Senatoren, Medien und dem Aussenministerium sowie dem Präsidenten in Washington, sagte Selenskyj. Am Morgen hatte zunächst Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mitgeteilt, dass das System wieder laufe.
Selenskyj: Hoffnung für Frontstadt Oleschky nach US-Vermittlung
Selenskyj bestätigte auch, dass nach der US-Vermittlung einer lokalen Waffenruhe für die Frontstadt Oleschky in dem von Russland kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson nächste Woche Hilfe kommen soll. «Wir hoffen, dass es gelingen wird, diese humanitäre Operation durchzuführen», sagte er. Ziel sei es, Zugang zu Oleschky zu gewähren, damit Lebensmittel und Medikamente geliefert werden und die Menschen das Kampfgebiet verlassen können.
«Die Ukraine wird ihren Teil erfüllen. Wir rechnen damit, dass die amerikanische Vermittlung Erfolg haben wird», sagte Selenskyj. Die Lage dort sei äusserst schwierig, weil Strassen vermint seien. Russland hatte erklärt, dass die Waffenruhe bereits vom 27. Oktober an gelten sollte. Demnach sollen Minen entfernt werden, damit ein sicherer Korridor geschaffen werden könne.
First Lady Melania Trump hatte nach US-Angaben in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Konfliktparteien hätten vereinbart, alle Kampfhandlungen ab dem 29. Oktober vorübergehend einzustellen, teilte das Weisse Haus mit. Dadurch solle humanitäre Hilfe sowie eine Evakuierung der Zivilbevölkerung über einen sicheren Korridor ermöglicht werden.
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