Jungfrau-Drama kommt erneut vor Gericht
Nach dem Jungfrau-Drama mit sechs Toten kommt es zu einem zweiten Gerichtsprozess. Ankläger Maurus Eckert akzeptiert die Freisprüche für die beiden Bergführer nicht. Er hat gegen das Urteil des Militärgerichts 7 appelliert.
Das Gericht in Chur hatte die beiden Bergführer am vergangenen Freitag von allen Anklagepunkten freigesprochen mit der Begründung, ihnen könne kein sorgfaltswidriges Handeln nachgewiesen werden. Den beiden 47- und 34-jährigen Angeschuldigten wurden Entschädigungszahlungen in der Höhe von 75’000 Franken beziehungsweise 90’000 Franken zugesprochen, als Beteiligung an den Verteidigungskosten.
Mit dem Urteil folgte das Gericht der Verteidigung. Auditor Eckert hatte dagegen bedingte Freiheitsstrafen von je neun Monaten und Bussen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Nichtbefolgung von Dienstvorschriften gefordert.
Das Appellationsverfahren wird vor dem Militärappellationsgericht 2 stattfinden, wie die Militärjustiz am Mittwoch mitteilte. Wo und wann genau der Prozess durchgeführt wird, ist laut Silvia Schenker, Sprecherin der Militärjustiz, noch unklar. Letzte Instanz wäre schliesslich das Militärkassationsgericht.
Das Lawinenunglück an der Jungfrau hatte sich am 12. Juli 2007 ereignet. Fünf Rekruten und ein Wachmeister im Alter von 20 bis 23 Jahren waren dabei ums Leben gekommen. Sie stürzten in zwei Seilschaften vom Gipfelhang der Jungfrau rund 1000 Meter in die Tiefe. Sechs weitere Wehrmänner sowie die beiden Bergführer überlebten.
swissinfo.ch und Agenturen
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