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Spitalgruppen SRO und Emmental konzentrieren Geburten in Burgdorf

Keystone-SDA

Die Spitalgruppen SRO und die Spital Emmental AG konzentrieren ab Oktober 2025 die Geburten auf den Standort Burgdorf. Vor- und Nachgeburtliche Angebote bleiben bestehen.

(Keystone-SDA) Das haben die beiden Spitalgruppen am Dienstag in Langenthal vor den Medien bekannt gegeben. Die beiden Verwaltungsratspräsidenten, Bernhard Antener und Daniel Schmid betonten vor den Medien, dass beide Institutionen weiterhin eigenständig bleiben, aber in gewissen Bereichen zusammenarbeiten.

Das Zusammenrücken wurde unter anderem Notwendig, weil der Kanton ein Vier-Regionen-Modell in der Gesundheitsversorgung anstrebt. Dazu kommt, dass Spitäler in der ganzen Schweiz derzeit unter finanziellem Druck stehen. Das ist auch im Emmental und Oberaargau nicht anders.

Mangelnde tarifliche Abgeltungen, Fachkräftemangel, Teuerung, Investitionen: Die Gründe für die wirtschaftlichen Sorgen sind vielfältig. Der Kanton Bern spannte deshalb einen Rettungsschirm im Umfang von 100 Millionen Franken für die Spitäler auf. Schmid bezeichnete das Darlehen, das die SRO vom Kanton erhielt, als «Trigger» für eine Bündelung der Kräfte.

Für die Spitalgrupe SRO seien insbesondere die Vorhalteleistungen ein Thema gewesen, also Leistungen, die ein Spital bereit stellt, egal ob für einen oder tausend Patienten. Dazu gehörte etwa der Rund-um-die-Uhr-Betrieb der Geburtsabteilung.

Am Spital Langenthal wurden vergangenes Jahr 556 Geburten durchgeführt, in Burgdorf waren es 874. Insgesamt waren es in der Region also 1430 Geburten.

Geburten nur noch in Burgdorf

Die beiden Institutionen bündeln nun ihr Angebot in der Geburtshilfe. Geburten finden neu nur noch in Burgdorf in der Frauenklinik oder im Geburtshaus des Spitals Emmental statt. Die ambulante Schwangerschaftsbetreuung durch Hebammen und Gynäkologinnen und Gynäkologen und auch die Nachkontrollen werden wie bisher an allen drei Spitalstandorten in Burgdorf, Langenthal und Langnau möglich sein.

Stationäre und ambulante gynäkologische Gesundheitsleistungen und Sprechstunden, etwa bei Brust- oder Unterleibserkrankungen, werden weiterhin am Standort Langenthal angeboten.

Die Geburtshilfe ist nach dem gemeinsamen Brustzentrum und dem Zusammenschluss der beiden Rettungsdienste ein nächster Schritt. Wie viele Mitarbeitende betroffen sind, konnten die beiden Verwaltungsratspräsidenten noch nicht sagen. Man sei bestrebt, so viele Angestellte wie möglich zu behalten, Kündigungen werde es wohl aber auch geben. Dazu komme, dass nicht alle Betroffenen ein neues Angebot annehmen würden.

Antener räumte ein, dass diese Situation keine Schöne sei, aber es gebe keine Massnahmen mehr, die man schmerzlos umsetzen könnte.

Schwangerschaftsweg

Parallel zur Umstrukturierung lancieren die Spitalgruppen ein integriertes Projekt namens «Schwangerschaftsweg». In dessen Zentrum sollen Hebammen als zentrale Bezugspersonen stehen, wie Matthias Scheidegger, medizinischer Direktor und Chefarzt Frauenklinik am Spital Region Emmental ausführte.

Bei unkomplizierten Schwangerschaften sei keine ärztlich Betreuung nötig, betonte Scheidegger. Hier sollen Hebammen vermehrt die Bezugsperson sein.

Dies könne auch für Gynäkologinnen und Gynäkologen eine Chance sein, damit ihre oft übervollen Praxen entlastet werden und sich die Ärztinnen und Ärzte auf diejenigen Fälle konzentrieren könnten, in denen ihr Fachwissen wirklich benötigt werde, sagte Scheidegger.

In Burgdorf rechnet man nicht damit, dass sämtlich Langenthaler Geburten nun künftig in Burgdorf durchgeführt werden. Die beiden Häuser verweisen auf die freie Spital- und Arztwahl. Gerade im Oberaargau seien Einrichtungen jenseits der Kantonsgrenzen von Solothurn und Luzern seit jeher nahe, führte Schmid aus.

Widerstand

Die Schliessung von Geburtenabteilungen ist in der Bevölkerung oft mit vielen Emotionen verbunden. Jüngst etwa im Berner Oberland, wo tausende Menschen Petitionen gegen die Verlegung der Geburtenabteilung von Frutigen nach Interlaken unterzeichneten.

Auch in Langenthal formierte sich bereits Widerstand. Am Montagnachmittag, nach der Information des Personals über die Massnahmen, fand eine Protestaktion statt.

Der Gewerkschaftsbund Oberaargau forderte am Dienstag in einer Mitteilung den Erhalt der Geburtenabteilung in Langenthal. Es gehe um die Versorgungssicherheit und um Arbeitsplätze.

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