Stadt Zürich macht gute Erfahrungen mit neuer «Party-Bewilligung»
(Keystone-SDA) Fünf Monate nach dem Start des Pilotversuchs «Jugendbewilligung für Outdoor-Partys» zieht die Stadt Zürich eine positive Bilanz: Die Zahl der illegalen Partys ist zurückgegangen und es gab weniger Konflikte mit der Polizei.
«Die neue Party-Strategie funktioniert und wird von den jungen Party-Veranstaltern akzeptiert», sagte Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) am Mittwoch vor den Medien. In den vergangenen Jahren gab es in Zürich an schönen Wochenenden jeweils bis zu einem halben Dutzend illegale Partys. Mit der Jugendbewilligung habe deren Zahl deutlich abgenommen.
Gestartet wurde der Pilotversuch nach «unschönen Vorkommnissen» mit illegalen Partys. Nach den Krawallen im September des vergangenen Jahres am Bellevue und am Central sei es für ihn klar gewesen, dass eine Lösung gefunden werden müsse, sagte der Polizeivorstand.
Mit der Jugendbewilligung erhalten junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren die Möglichkeit, Partys legal durchzuführen, ohne sich vor einer Intervention durch die Polizei fürchten zu müssen. Sicherheit zu haben, entspreche offensichtlich einem Bedürfnis, stellte Leupi fest.
3 von 31 Gesuchen abgelehnt
Insgesamt gingen bei der Stadt 31 Gesuche von 20 verschiedenen Personen für eine Outdoor-Party ein. 28 davon hat das Projektteam bewilligt. 21 Partys wurden schliesslich an sechs verschiedenen Orten im Wald, in Waldnähe oder am Stadtrand durchgeführt. Die Anlässe wurden jeweils von 200 bis 350 Personen besucht.
Lediglich drei Anlässe lehnte die Stadt ab, zwei wegen eines nicht geeigneten Ortes. Eine dritte Party erhielt keine Bewilligung, weil auf einer Social-Media-Plattform dafür geworben wurde und der Anlass kommerziellen Charakter hatte, wie Leupi ausführte.
Auflagen weitgehend eingehalten
Die bewilligten Partys seien ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen, hiess es an der Medienkonferenz. Die Veranstalter hätten verantwortungsbewusst gehandelt und die Auflagen grossmehrheitlich korrekt umgesetzt. Die Lärmklagen hielten sich in engen Grenzen.
Der Stadtrat will nun die Erfahrungen des Pilotversuches auswerten und Anfang des nächsten Jahres entscheiden, ob und wie es mit den Jugendbewilligungen für Outdoor-Partys weitergehen soll. Auch in andern Städten werde derzeit das Zürcher Modell geprüft, sagte Leupi.