Die Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Willkommen zu unserer Auswahl der wichtigsten – und interessantesten – Geschichten aus der Schweiz der letzten sieben Tage.
Während vor dem Basler Bahnhof die Tulpen blühen, bewegen sich Schweizer Politikerinnen und Politiker auf Zehenspitzen durch ein politisches und wirtschaftliches Minenfeld mit den USA.
Wir berichten auch darüber, welchen Einfluss US-Präsident Donald Trump auf den Tourismus in die USA hat, warum die Schweizer Botschaft in Bangkok auf die gefährlichen Strassen des Landes aufmerksam macht und warum das Matterhorn von der Toblerone-Verpackung verschwunden ist.
Am Mittwoch um 6.01 Uhr traten die von der Trump-Administration eine Woche zuvor verhängten Zölle von 31 Prozent auf Schweizer Importe in die USA – die höchsten Zölle gegenüber einem europäischen Land – offiziell in Kraft. Kurz darauf wurden sie bereits ausgesetzt.
Am Mittwochnachmittag telefonierte Finanzministerin Karin Keller-Sutter, die dieses Jahr turnusgemäss die Schweizer Bundespräsidentschaft innehat, mit Trump. In einem Tweet teilte sie anschliessend mit, dass sie die Position der Schweiz in Handelsfragen und die Möglichkeiten, auf die Anliegen der USA einzugehen, erläutert habe. Laut Wirtschaftsminister Guy Parmelin betonte Keller-Sutter auch, dass die Schweizer Unternehmen positive Signale bräuchten, um ihre Investitionen auf dem US-Markt fortzusetzen oder sogar zu erhöhen.
Wenige Stunden später kündigte Trump eine sofortige 90-tägige Aussetzung der gegenseitigen Zölle mit den meisten Handelspartnern an. Allerdings hielt das Weisse Haus an einem Pauschalzoll von 10 Prozent auf fast alle US-Importe fest.
Diese Pause gebe der Schweiz einen «gewissen Handlungsspielraum», sagte Parmelin, wies aber darauf hin, dass auch Zölle von 10 Prozent der Wirtschaft schaden, sowohl weltweit als auch in der Schweiz. «Alle neuen Zölle haben negative Auswirkungen», sagte er.
Schweizer Reisebüros melden einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Reisen in die USA – eine Entwicklung, für die sie Donald Trump verantwortlich machen.
«In der Schweiz haben wir einen Umsatzrückgang von 12% zu verzeichnen. In Frankreich haben wir ein Minus von 20%», beklagt Jérôme Tissot, Leiter der Schweizer Aktivitäten des Reisebüros «Voyageurs du Monde». Für ihn sind zwei Faktoren für den neuen Trend verantwortlich. «Erstens sind die Reisepreise in den letzten Monaten stark gestiegen. Die Kundschaft verschiebt deshalb ihre Reise oder verkürzt ihren Aufenthalt. Aber der Hauptgrund ist Donald Trump.»
Es gehe nicht um Geld, sondern «um Werte und die Ablehnung von Donald Trump. Alle seine Gegnerinnen und Gegner wollen aus Gewissensgründen nicht mehr dorthin reisen«.
«Voyageurs du Monde» hat zwar keine Stornierungen von Reisen in die USA verzeichnet, aber festgestellt, dass diejenigen, welche die Trump-Regierung nicht akzeptieren wollen, «auf andere Reiseziele wie Kanada ausweichen».
Thailands Strassen gehören zu den gefährlichsten der Welt – auch für Schweizerinnen und Schweizer. Letztes Jahr endeten zehn Motorradunfälle mit Schweizer Beteiligung tödlich. Die Schweizer Botschaft in Bangkok schlägt Alarm.
Die Schweizerinnen und Schweizer lieben Thailand. «Die glänzenden Sandstrände und das kristallklare Wasser locken in guten Jahren rund 200’000 Eidgenossen als Touristen auf die Inselgruppe, zusätzlich zu den über 10’000 Schweizern, die sich in Thailand langfristig niedergelassen haben», berichtete der Blick am Mittwoch.
Die Zeitung zitiert den Schweizer Botschafter Pedro Zwahlen: «Im Jahr 2024 hatten wir in Thailand 20 Motorradunfälle von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern zu verzeichnen – 10 davon tödlich. Das sind nur die Unfälle mit motorisierten Zweirädern, und nur in einem Jahr!»
Laut dem Global Status Report on Road Safety 2023 lag Thailand im Jahr 2021 weltweit an neunter Stelle bei den Verkehrstoten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Sitz in Genf schätzt die Zahl der Verkehrstoten in Thailand für das Jahr 2021 auf 18’000, das sind etwa 50 Todesopfer pro Tag. Motorräder waren für fast drei Viertel der tödlichen Unfälle verantwortlich.
Warum ist das Matterhorn von der Toblerone-Verpackung verschwunden? Die Landesmanagerin für die Schweiz des amerikanischen Lebensmittelmultis Mondelēz International erklärt es.
«Passiert ist, dass wir im Rahmen einer Vereinheitlichung der Produktdesigns das Matterhorn durch einen generischen, also einen nicht direkt identifizierbaren Berg ersetzt haben», sagte Anna van Riesen am Donnerstag in einem Interview mit der Pendlerzeitung 20 Minuten.
«Das wurde nötig, weil ein kleiner Teil der Produktion aus Kapazitätsgründen ins Ausland verlagert werden musste, was bei diesen Produkten Swissness-Symbole verbietet. Und ja, die Reaktionen darauf waren sehr emotional. Wir waren davon ausgegangen, dass der Unterschied gar nicht so klar erkennbar sein würde – und faktisch war er das auch nicht –, aber die Änderung an sich hat starke Emotionen ausgelöst, das hatten wir unterschätzt», so die Managerin weiter.
Mondelēz beschloss daraufhin, die Schweiz als Heimat der Toblerone stärker zu betonen. «Zwar kommt das Matterhorn nicht zurück, aber dafür kommt das Schweizer Kreuz erstmals nach der Markteinführung 1908 wieder hochoffiziell auf die Packung – und zwar weltweit«, sagt van Riesen. Sie weist darauf hin, dass 90 Prozent aller Toblerone-Produkte – rund vier Millionen Packungen pro Tag – in Bern hergestellt werden und nur diese das Schweizerkreuz tragen dürfen.
Am Sonntag wird im japanischen Osaka die Weltausstellung Expo 2025 eröffnet. Die Schweiz wird sich mit einem innovativen Pavillon präsentieren.
Einen Monat vor dem diesjährigen Eurovision Song Contest in Basel werden die Organisatoren am Montag an einer Medienkonferenz auf einem Rheinschiff die Eröffnungszeremonie, die Pausenacts und das Verkehrskonzept bekanntgeben.
Die Schweiz zählt heute neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Am Dienstag veröffentlicht das Bundesamt für Statistik (BFS) Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung zwischen 2025 und 2055.
Übertragung aus dem Englischen: Christian Raaflaub
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