Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Kommt die Lösung des Plastikproblems aus der Schweiz? Eine junge Schweizerin hat entdeckt, dass sich aus Algen eine Folie herstellen lässt. Mit ihrem Startup konnte sie bereits eine Million Franken für ihr Projekt auftreiben.
Herzliche Grüsse aus Bern
Eigentlich wollte Jessica Farda ihr Grundstudium abschliessen. Doch dann kam alles anders.
Die Welt erstickt am Plastik, hat man das Gefühl, wenn man zum Beispiel Bilder des Great Garbage Patch im Pazifik oder von Müllkippen in Ländern der Dritten Welt sieht. Die Lösung wäre eine Art von Verpackung, die nicht aus Erdöl hergestellt und somit abbaubar wäre.
Nun scheint eine junge Schweizerin diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Statt ihr Studium in internationalen Beziehungen an der Universität St. Gallen abzuschliessen, pröbelte die heute 25-Jährige in ihrer WG-Küche an biologisch abbaubaren Bechern herum. Was sie dabei zufällig entwickelte: eine Folie, die aus Algen besteht.
Wie kam sie ausgerechnet auf diese Pflanze? Am mexikanischen Ferienstrand waren ihr die vielen angeschwemmten Algen aufgefallen. Sie fragte sich: Was könnte man daraus machen? Ihre Folie scheint nun abzuheben, in einer ersten Finanzierungsrunde konnte ihr Startup eine Million Franken auftreiben.
- Der Artikel in Der Bund: «Hat sie die Lösung gegen Plastikmüll?»Externer Link
- Das Thema Plastikmüll greifen auch wir immer wieder auf, zum Beispiel in diesem Artikel.
- Plastik ist überall: Unser Recherche-Artikel «Mikroplastik im Salat: Wie gefährlich sind Schadstoffe aus Autoreifen?».
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Bleiben wir gleich noch bei innovativen Ideen: Warum einen Stausee nicht auch zur Bewässerung nutzen?
Die Idee tönt einfach. Wasser aus einem Stausee nicht nur zur Stromproduktion einzusetzen, sondern auch zur Bewässerung von Rebbergen. Anderswo eine Selbstverständlichkeit, sind die meisten Stauseen in der Schweiz aber nicht dafür ausgelegt.
Nun hat das bekannte Walliser Weindorf Salgesch ein Problem: Der Plaine-Morte-Gletscher, bisher grösster Wasserlieferant, schmilzt immer stärker ab. Doch das Schmelzwasser fliesst nicht ins Wallis ab, sondern Richtung Norden, in den Kanton Bern.
Acht Walliser Gemeinden haben sich jetzt zusammengeschlossen, um Wasser mithilfe von Röhren in einen bereits existierenden Stausee zu leiten und es dort für Trockenperioden zwischenzuspeichern. Zudem wird die Bewässerung revolutioniert, was grössere Einsparungen bringen soll. Funktioniert das Projekt, könnte es ein Vorbild für andere dürregeplagte Regionen weltweit werden.
- Die Reportage meines Kollegen Luigi Jorio.
- Das Projekt kurz erklärt in diesem Video.
- Der Artikel ist Teil unserer Sommerserie «Wasser».
Der Hindernislauf für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zur brieflichen Stimmabgabe.
Wussten Sie, liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland, dass Sie erst seit 1966 verfassungsrechtlich anerkannt sind? Und es sollte weitere zehn Jahre dauern, bis das erste Gesetz folgte, das Ihre politischen Rechte regelte.
Dies sind nur einige der Hürden, die das Stimm- und Wahlrecht im Ausland nehmen musste, bis 1992 die erleichterte Stimmabgabe per Brief aus dem In- und Ausland ermöglicht wurde.
Diese Meilensteine greift unser Demokratie-Fachmann Claude Longchamp heute in seinem Artikel im Rahmen unserer Serie «Der Aussenblick» auf. «Die Geschichte des Schweizer Stimmrechts wird eher durch Exklusion als Inklusion bestimmt«, meint Longchamp denn auch.
- Der Artikel von Claude Longchamp: «Der Aussenblick: Die Fünfte Schweiz blieb lange vergessen».
- Hier finden Sie die Übersicht über die ganze Serie «Der Aussenblick».
- Und wo steht die Schweiz in Sachen E-Voting? Hier unser jüngster Artikel zur Wiederaufnahme der Testläufe.
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Hotel Mama? Nicht für Schweizer Töchter!
Das Bundesamt für Statistik liefert immer wieder Stoff für interessante Geschichten. Die neuste Statistik zeigt: Junge Frauen fliegen eher aus dem elterlichen Nest aus als junge Männer.
Mit 20 Jahren leben bereits ein Drittel der Töchter in der Schweiz nicht mehr daheim. Bei den Söhnen sind es weniger als ein Viertel. Zwar sind die Prozentsätze bei den 30-Jährigen viel höher. Doch der Unterschied bleibt signifikant. Denn in diesem Alter leben immer noch 10% der Söhne bei Mama und Papa. Bei den Töchtern sind es hingegen lediglich noch 3%.
Interessant ist auch der Vergleich zwischen den Sprachregionen. Die Tessinerinnen und Tessiner scheinen dem Klischee des «Hotel Mama» in Italien entfliehen zu wollen: Mit 20 leben bereits über 35% nicht mehr daheim. Mit 30 haben die Romandie und die Deutschschweiz sie aber überholt, wie die Grafik im Bericht von SRF News zeigt.
- SRF News: «Junge Männer wohnen länger bei den Eltern als Frauen»Externer Link
- Aus unserem Archiv: «Erwachsene Kinder ziehen immer später aus»Externer Link
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