Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Haben Sie Pläne für den 1. August? In der Schweiz wird es am Nationalfeiertag kühl und regnerisch. Für mich gibt es deshalb ein Fondue.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ist der 1. August ein religiöses Ritual?
Rituale sind wichtig, dass kennen Sie sicher von Ihrem eigenen Geburtstag. Als der 1. August erfunden wurde, musste deshalb auch etwas Spektakuläres her, um die Wichtigkeit dieses Tags zu verdeutlichen. Die Höhenfeuer in den Bergen mit ihrer jahrhundertealten Tradition eigneten sich sehr gut dafür.
Bei Riten und Ritualen in der Schweiz ist die Religion oft nicht weit. So schwören zum Beispiel neu gewählte Bundesrät:innen einen Eid vor Gott. Obwohl die Schweiz eigentlich ein säkulärer Staat ist. Wie passt das zusammen?
Die Religion und der Staat funktionierten recht ähnlich, sagt Religionswissenschaftler David Atwood im Interview mit SWI swissinfo.ch. Man glaubt – an die Verfassung, an Gott oder an beides.
- Die alten Eidgenossen verglichen sich gern mit dem Volk Israel. Lesen Sie im Interview meines Kollegen David Eugster, wie dieser Glaube erfolgreich für die Nationsbildung verwendet wurde.
- Dieses Ritual hat für Aufregung gesorgt: Vor kurzem haben muslimische Armeeangehörige in Uniform Richtung Mekka gebetet – Artikel von SWI swissinfo.ch.
- Aufgrund des schlechten Wetters wird die grösste Schweizerfahne der Welt leider nicht ausgerollt – Artikel von blue NewsExterner Link.
- Ich freue mich dafür über das Fähnli auf meinem 1. August-Weggen, den ich morgen essen werde. Er macht sich auch gut als Postsendung: Die Schweizer Post warnt vor Gefahrengut wie Feuerwerk und rät, lieber ein Weggli zu verschicken – Artikel vom BlickExterner Link.
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Aufgeben lag nicht drin: Wie eine Auslandschweizerin in Marokko ihr Glück fand.
Für viele Auslandschweizer:innen ist der 1. August ein Grund, die alte Heimat zu feiern. Vielleicht kommt sogar ein bisschen Heimweh auf. Doch ein Rückzug in die Schweiz steht für die meisten ausser Frage.
In der neusten Folge des Podcasts «Apropos» des Tages-Anzeigers erzählen verschiedene Auslandschweizer:innen von ihrem Alltag in der neuen Heimat. Der Podcast führt die Hörer:innen von Marokko über Kirgistan bis nach Indonesien.
Ihre Geschichten sind wie immer spannend, mit diversen unvorhergesehenen Elementen. Christine Ferrari zum Beispiel wollte in Marokko eine Pension eröffnen. Weil sie aber von einem Marokkaner übers Ohr gehauen wurde, musste sie diesen Traum begraben.
- Doch die Auslandschweizerin hat sich geweigert, aufzugeben. Hören Sie im Podcast des Tages-AnzeigersExterner Link, was sie als nächstes anpackte – mit Erfolg.
- Klischees und Realität: Die NZZ bietet in ihrem Artikel eine schöne Rundumsicht auf die SchweizExterner Link: Von einem Schweizer Ehepaar, das 1979 das Land verliess. Über eine Frau, die in die Schweiz eingewandert ist, bis zu einem Instagram-Paar, das kaum glauben kann, dass die Schweiz auch in echt so schön ist. (Paywall)
- In der Schweiz lebt es sich wirklich nicht schlecht, das zeigt gerade wieder ein Ranking. Die Zeitschrift «The Economist» hat die lebenswertesten Städte gekürt, die Schweiz ist mit Zürich (6. Rang) und Genf gleich zweimal vertreten. Lesen Sie den Artikel vom BlickExterner Link, um herauszufinden, mit welcher Stadt sich Genf den 7. Rang teilen muss.
Alles nur erfunden, geklaut oder beschönigt? Der Schweizer Gründungsmythos steht auf wackeligen Beinen.
Das Bild von drei tapferen Eidgenossen, die am 1. August 1291 die Finger zum Rütlischwur erheben, kennen wohl die meisten Schweizer:innen. Doch wissen sie auch, dass diese Szene komplett erfunden ist?
Zwei Historiker haben im Interview mit dem Tags-Anzeiger wenig Mitleid mit der Schweizer Volksseele und räumen mit den Gründungsmythen auf. Sie gehen auch auf die Versuche der rechtskonservativen SVP ein, diese für ihre politischen Zwecke zu verwenden.
Doch auch wenn auf dem Rütli am 1. August vor 732 Jahren rein gar nichts passiert ist und der Bundesbrief nicht zur Gründung der Eidgenossenschaft verfasst wurde: Am 1. August können wir trotzdem festhalten, sagen die Experten.
- Wussten Sie, dass die Tell-Sage vermutlich aus einer nordischen Quelle stammt? Diese und andere unangenehme Wahrheiten finden Sie hier im Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link. (Paywall)
- Wilhelm Tell me more: Hier können Sie alles über den Tell-Mythos nachlesen – Artikel von WatsonExterner Link.
- Der Blick hat sich zum Nationalfeiertag dem Thema Neutralität gewidmetExterner Link. In Gastbeiträgen erklären zwei ehemalige Mitglieder des Bundesrats, ein Historiker und die Co-Präsidentin der Operation Libero, wieso die Schweiz neutral bleiben muss. Oder eben nicht.
- Wir haben uns schon im letzten Jahr dem Land der Mythen angenommen und geklärt, warum sie für die Schweiz so wichtig sind.
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1. August: erst seit 30 Jahren in der ganzen Schweiz arbeitsfrei.
Ob Rütli-Fans oder nicht, über den freien Tag morgen freuen sich wohl die meisten. Doch bei einer Nation, die bekannt dafür ist, dass sie gern arbeitet, ist es gar nicht selbstverständlich, dass der Nationalfeiertag arbeitsfrei ist.
Von anderen Feiertagen sind wir es uns gewöhnt, dass sie in verschiedenen Kantonen unterschiedlich gehandhabt werden. Und so ging es bis vor dreissig Jahren auch dem Bundesfeiertag. In manchen Kantonen musste man nicht arbeiten, in anderen bis zum Mittag oder bis 16. Uhr.
Dass der 1. August heute landesweit ein arbeitsfreier Feiertag ist, haben wir dem ehemaligen Nationalrat Markus Ruf zu verdanken. Er politisierte mit der Nationalen Aktion für Volk und Heimat am äussersten rechten Rand und konnte mit seiner Initiative zumindest beim 1. August ein einzig Volk von Brüdern und Schwestern schaffen.
- Lesen Sie hier, wie der 1. August in der Schweiz arbeitsfrei wurde – Artikel von SRFExterner Link.
- Weil der 1. August beim historischen Faktencheck durchfällt, wurde auch schon der 12. September als Nationalfeiertag vorgeschlagen – oder es wurden zwei Feiertage statt nur einem verlangt. Was es mit dem 12. September auf sich hat, können Sie hier bei SRF nachlesenExterner Link.
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