Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Frauen, Junge, Menschen mit Behinderungen: In der Demokratie Schweiz sind wichtige Gruppen politisch untervertreten. Das neue Parlament verstärkt diese Tendenz. Dabei sollten möglichst alle Bevölkerungsteile repräsentiert sein, sagt ein Experte.
Beste Grüsse aus Bern
«Die Diversität ist mit den Wahlen 2023 zurückgegangen,» sagt Politikwissenschaftler Daniel Höhmann.
Die Zahlen belegen es: Noch 38,5% der Nationalrät:innen sind Frauen. Im alten Parlament waren es 42% gewesen. Ihr Anteil an der Bevölkerung: über 50%, also die Mehrheit.
1,5% der Gewählten sind Menschen mit Behinderungen, obwohl über 10% der Bevölkerung in irgendeiner Form beeinträchtigt sind.
Statt Gräben zu öffnen, sollten Wahlen dazu beitragen, dass Parlamente die Vielfalt der Bevölkerung abbilden, sagt der Spezialist.
Schwache oder fehlende Repräsentation könne bei den betroffenen Gruppen unter anderem zu mehr Misstrauen in die Politik führen.
Umgekehrt könnten jene, die im Parlament sitzen, die Interessen dieser Gruppe verstärkt einbringen.
- Schweizer Parlament: Wer hat Anrecht auf Repräsentation? – spannende Analyse meiner Kollegin Claire Micallef.
- Demokratie – «die beste aller schlechten Regierungsformen» – Politikexpert:innen Martina Mousson und Claude Longchamp über den Umgang der Schweiz mit Minderheiten.
- Inklusion und Machtteilung als «Booster» für die Demokratien – Inklusion und Resilienz der Demokratie stehen in einen Zusammenhang, sagen Expert:innen in meinem Bericht von 2021.
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Die Zahl der Coronainfektionen nimmt wieder zu. Dabei kommt eine beunruhigende Nachwirkung der Pandemie immer stärker zum Vorschein.
Es geht hier nicht um Long Covid, sondern um die psychischen Probleme. Ein Drittel aller Menschen in der Schweiz leiden an solchen, wie die neue Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Statistik zeigt.
Damit sind die psychischen Probleme seit der letzten Erhebung 2017, also vor der Pandemie, gestiegen.
Besonders betroffen von den psychischen Leiden war die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen und dort speziell junge Frauen. Sie sind also in solchen Krisensituationen am verletzlichsten.
Verschärfend kommt hinzu, dass sich die Betreuungs- und Therapieangebote stark verknappt haben und Kranke oft monatelang auf Hilfe warten müssen.
- Psychische Beschwerden nehmen vor allem bei Jungen zuExterner Link – SRF News.
- Die Pandemie trifft die Schweizer Jugendlichen besonders hart – SWI-Bericht von 2021.
- Die «Generation Corona» ernst nehmen – Analyse von SWI-Experte Claude Longchamp.
Feuerwerk und Böller fallen immer mehr aus der Zeit. Die Feuerwerksinitiative will der Knallerei nun an den Kragen.
Die Initiant:innen vom Verein Feuerwerksinitiative haben ihr Begehren heute mit 137’429 Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht.
Die Initiative verlangt ein Verbot von Verkauf und Abbrennen von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen.
Damit sollen Menschen, Tiere und die Umwelt vor lautem Feuerwerk und dessen schädlichen Emissionen geschützt werden.
Die Forderung fällt in eine Zeit, in der zahlreiche Gemeinden mehr und mehr auf den freiwilligen Verzicht auf Feuerwerk und Verbote setzen. Am 1. August sind die behördlichen Massnahmen aber oft auch einer massiven Trockenheit geschuldet.
- Initiative will lautes Feuerwerk verbieten – das musst du wissenExterner Link – Watson.
- Feuerwerk ist beängstigend für HaustiereExterner Link – Mitteilung der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.
- Bund warnt vor bleibenden Schäden durch 1.-August-Feuerwerk – Meldung unserer Agentur.
Mehr
Muss die Schweizer Kulturszene mehr Debatte aushalten?
Alpsegen aus dem Holztrichter und Technosound: Ein Dokumentarfilm bringt diese verschiedenen Welten zusammen.
In den Strassen Berlins begeistern Kontrabassist Pirmin Huber und zwei Kollegen mit ihrem Mix aus Techno und Schweizer Volksmusik das Publikum.
Auf der Alp Hinterofen im Kanton Schwyz bittet derweil Paul Marty um Schutz für sich und seine Kühe – mit dem traditionellen Alpsegen.
Es ist dies eine Art Sprechsingsang durch einen Holztrichter, den sich der Senn vor den Mund hält. Dadurch erschallt sein «Alpenrap» bis an die nächsten Bergflanken.
In Martys Alltag auf der Alp ist aber auch der Juz präsent – ein gesungener Lockruf, um die weidenden Kühe zum Melken in den Stall zu locken.
Im Begleittext zum Film vom Schweizer Fernsehen SRF stehen schöne Sätze. «Volksmusik wird vom stetigen Wandel genauso beeinflusst, wie die Menschen, die sie machen. Sie ist Inspiration für kreatives, musikalisches Schaffen und für neue Klangwelten. Volksmusik ist eine Lebensweise, die Freude verbreitet, Musik auf der Herzfrequenz, die verbindet.»
Und schon folgt der nächste: «Volksmusik ist nicht nur ein Musikgenre, sie ist Identität, ein Lebensgefühl, Tradition – und wie die Gesellschaft im Wandel.»
- «Typisch Volksmusik?» Volksmusik zwischen Techno und AlpsegenExterner Link – SRF News mit Kurzversion.
- Typisch Volksmusik? – Eine Tradition im Wandel der ZeitExterner Link – Teil 1 der SRF-Doku.
- Typisch Volksmusik? – Eine Tradition im Wandel der ZeitExterner Link – Teil 2 der SRF-Doku.
- Stimme in die Vogelfreiheit – mein Porträt über den Schweizer Gesangsartisten Christian Zehnder.
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