Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Schweiz ist eine grössere Waffenkammer: 28 von 100 Personen haben ein Schiesseisen. Doch diese sind kaum eine Gefahr für das hiesige öffentliche Leben, höchstens in den eigenen vier Wänden, Stichwort Femizide. Wieso ist das so? Wir haben uns an einer Waffenbörse umgehört.
Beste Grüsse aus Bern
Wer geht an eine Waffenbörse und deckt sich dort mit Schiesseisen ein? Und wozu?
Wir haben in Lausanne Antworten gesucht – und gefunden. Beim jungen Ehepaar Verdon gehören Waffen zur Familienkultur. Sie wollen ihre Sammlung mit guten Stücken erweitern und hoffen, dass sie diese Kultur ihrem kleinen Sohn weitergeben können, der auf Papas Rücken sitzt.
«Waffen sind ein bisschen die DNA der Schweiz», sagt Waffenliebhaber Philippe Aeschlimann.
Die Verdons und Aeschlimann stehen für jene Schweizer Waffenfans, die für die öffentliche Sicherheit keine Gefahr darstellen.
Viele Waffen, viele Tötungsdelikte: Was für die USA gilt, ist hier definitiv anders. Zum Glück.
Dennoch: Für Frauen sind Waffen im Haus eine höhere Gefahr. Das Risiko eines Femizids oder Familienmords durch aktuelle oder ehemalige Ehemänner oder Partner ist auch in der Schweiz höher.
- Wie die Schweiz Waffenkult und Sicherheit verbindet – der ganze Beitrag von Pauline Turuban und Céline Stegmüller.
- Global Firearms HoldingsExterner Link – internationale Statistik über die Verbreitung von Kleinwaffen.
- Schweizer Waffenrecht wird verschärft – SWI-Bericht der Volksabstimmung von 2019.
Der Kanton Wallis schreibt in der Briefwahl ein neues Kapitel.
Nach einem Wahlbetrug musste der Kanton Wallis über die Bücher: 2017 stahl ein Mitglied der Schweizerischen Volkspartei (SVP) über 100 Wahlkuverts aus Briefkästen und füllte sie selber aus.
2021 sicherten die Behörden die Briefwahl ab: Die Stimmenden mussten eine Marke auf den Umschlag kleben, die ihnen separat zugestellt wurde.
Dieser zusätzliche Schritt war aber offenbar einigen zu viel: Die Stimmbeteiligung ist seither gesunken. Jetzt hat der Kanton die Etikette wieder aufgehoben. Hoffentlich ist jetzt allen klar geworden, dass Wahlbetrüge jeglicher Art das höchste Gut der Demokratie zerstören: das Vertrauen.
- Wallis kippt Klebe-Kuriosum bei brieflicher StimmabgabeExterner Link – SRF News.
- Die Schweiz wird zum Briefwahl-Paradies – SWI-Hintergrund von 2020.
- «Aus der Apfelrepublik Thurgau ist eine Bananenrepublik geworden» – mein Bericht von 2020 zum grössten Wahlbetrug in der Schweiz der letzten Jahre.
Mehr
Unglaublich, aber wahr: Organisierte Diebe aus Georgien haben aus einer Genfer Bibliothek eine wertvolle Erstausgabe eines russischen Klassikers gestohlen.
Es handelte sich um einen Sammelband des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin, der auch zu den Lieblingsdichtern von Wladimir Putin zählt.
Der Diebstahl in Genf ist kein Einzelfall: Seit dem Überfall von Putins Truppen auf die souveräne Ukraine häufen sich in Europa Diebstähle von klassischen Werken russischer Autoren.
Die Diebe gehen dabei auch perfide vor: Als Wissenschaftler getarnt, leihen sie die Bücher aus. Aber anstatt das Original geben sie eine Kopie zurück.
Die Originale verkaufen sie danach für bis zu 100’000 Franken an Sammler in Russland. Die Preise für originale russische Klassiker gehen seit dem Krieg und der Welle des russischen Nationalismus durch die Decke.
- Eine Gang aus Georgien klaut in ganz Europa Putins Lieblingsbücher – jetzt auch in GenfExterner Link – Watson.
- «Verlorene Diamanten»: Seltene russische Bücher aus europäischen Bibliotheken gestohlenExterner Link – News-Krypto.de.
- «Bekennst du dich nicht bedingungslos, bist du antirussisch» – Beitrag meines Kollegen Giannis Mavris von 2023.
Schüler:innenaustausch ist gut. Aber ein solcher über 7500 Kilometer hinweg ist noch besser!
Luzern-Kerala lautet der Steckbrief des rekordverdächtigen Schüler:innenaustauschs mit Schweizer Beteiligung.
Im letzten Herbst waren Teenager:innen aus der südindischen Millionenstadt zu Besuch bei Alterskolleg:innen aus der Stadt Luzern. Diese Woche kehrten die jungen Luzerner Gymnasiast:innen von ihrem Aufenthalt dort zurück.
Die jungen Menschen erfuhren am eigenen Leib, was der Begriff Kulturunterschiede bedeuten kann. «Ich musste mich daran gewöhnen, nur mit der rechten Hand zu essen«, sagt Celia Kaufmann. Und Lana Kronenberg stellt fest: «Ausgang am Abend ist in Indien tabu.»
Was ihnen auch auffiel: Ihre indischen «Gspänli» – sie stammten allesamt aus der gehobenen Mittelschicht – stehen unter grossem Leistungsdruck.
Die Debatte, ob solche Projekte angesichts der Klimaerhitzung sinnvoll sind, können Sie im Beitrag nachlesen.
- Das erlebten Schweizer Schüler:innen bei ihrem Austausch in Indien – SRF News.
- «Klassenaustausch und Schüleraustausch schweizweitExterner Link» – Stiftung Movetia, die das Luzerner Austauschprojekt ermöglicht hat.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards