Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Alexej Nawalny hatte nicht nur den Kremlherrn Putin und die russischen Oligarchen kritisiert, sondern auch die Schweiz. Nun ist Nawalny, den Putin mit mehreren, immer längeren Gefängnisstrafen buchstäblich vernichten liess, laut russischen Medien in einem Straflager gestorben. Er wurde 47 Jahre alt.
Beste Grüsse aus Bern
«In der Schweiz existieren definitiv Lobbyistengruppen, die sich gezielt für die Sichtweise des Kremls stark machen. Das Interesse an schmutzigen Geldern ist auch nicht zu übersehen.»
Das sagte Nawalny 2016 gegenüber SWI swissinfo.ch.
Auf diesem Gebiet sei eine riesige Infrastruktur entstanden, in die sowohl normale Bankangestellte, als auch höhere Beamte involviert seien, sagte Nawalny damals.
Wenige Tage später erwiesen sich seine Aussagen als richtig: Die «Panama Papers», dieses mittlerweile historische Datenleck, führten zu Geldern aus dem Dunstkreis von Putin in der Bankenmetropole Zürich.
Einen Giftanschlag hatte Nawalny 2020 noch haarscharf überlebt – dank medizinischer Behandlung in Deutschland. Heute starb der Kremlkritiker in einem Straflager in der russischen Polarregion.
Als Putin ihn 2021 verhaften und zu einer langen Haftstrafe verurteilen liess, sagte Igor Petrov, mein russischer Kollege hier bei SWI swissinfo.ch, dass dies für den Kremlkritiker das Todesurteil sei. Heute hat er traurigerweise Recht erhalten.
- Nawalny: «Die Schweiz ist leider erste Adresse für korrupte Russen» – SWI-Interview von 2016.
- Die «Panama Papers» führen zu Putin-Geldern in Zürich – SWI-Bericht von 2016.
- Jede Hilfe kam zu spät: So starb Kreml-Kritiker Alexej Nawalny (†47)Externer Link – Blick.
- Russische Medien: Oppositioneller Alexej Nawalny ist totExterner Link – SRF News.
- Der bekannteste Gegner des russischen Regimes: Alexei Nawalny ist offenbar totExterner Link – Meldung der NZZ (Paywall).
In München hat heute die wichtigste Sicherheitskonferenz in der Welt begonnen. Die Schweizer Regierung steht abseits.
Die Münchner Sicherheitskonferenz ist das wichtigste sicherheitspolitische Treffen der Welt, an dem rund 50 Staats- und Regierungschefinnen und rund 100 Minister teilnehmen.
Die 60. Auflage steht ganz im Bann der stark gestiegenen weltpolitischen Spannungen. In Europa sorgt vor allem Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine für immer grössere Sorgen.
Konkrete Verhandlungen werden in München keine geführt. Dafür aber Verständigungen für künftige Entscheide und Lösungen angestrebt.
Armeeministerin Viola Amherd hat ihre Teilnahme in letzter Sekunde abgesagt – sie muss heute vor der Finanzkommission des Nationalrats zur finanziellen Lage der Schweizer Armee Red und Antwort stehen.
Das Fehlen sei nicht ideal, zumal die Schweiz sicherheitspolitisch auf Vernetzung angewiesen sei, sagt Fredy Gsteiger, der diplomatische Korrespondent der Kolleg:innen von Schweizer Radio SRF.
Dazu müsste die Schweiz vor Ort für die Ukraine-Friedenskonferenz werben, die sie organisieren wolle. Denn diesbezüglich sieht Gsteiger manchenorts Skepsis.
- Die wichtigsten Antworten zur Münchner Sicherheitskonferenz 2024Externer Link – Gsteigers Einordnung auf SRF News.
- So arbeitet Giannis Mavris, der für SWI die Münchner Konferenz verfolgt, vor Ort.Externer Link
- Putin-Gegner Michail Chodorkowski plant Machtwechsel im Kreml – SWI-Beitrag zur letztjährigen Konferenz.
- Interview mit Ian Bremmer: «Die Ukraine wird aufgeteilt werden»Externer Link – Tages-Anzeiger (Paywall).
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Die Ostschweizer Gemeinde Steckborn behält ihr Asylzentrum. Eine Mehrheit der Bürger:innen stimmte klar für die Einrichtung des Bundes.
In der Thurgauer Gemeinde wollte eine rechte Bewegung das Asylzentrum schliessen. Im Ort sei das Leben durch Ruhestörung, Belästigung, Bedrohung, Diebstahl und Verrichtung der Notdurft im Freien massiv gestört, begründete die «IG Anwohner Notunterkunft» ihre Petition. 131 Menschen hatten sie unterzeichnet.
Gestern haben knapp 700 Einwohner:innen an einer Gemeindeversammlung dem rechten Ansinnen auf Schliessung des Asylzentrums eine klare Abfuhr erteilt. Nur wenige Dutzend Personen unterstützten den Antrag der Bürgerbewegung.
- «Wir sind doch keine Rassisten»: Steckborn hält trotz Gegenwind an Notasylunterkunft fest – so emotional war die VersammlungExterner Link – Thurgauer Zeitung (Paywall).
- Bürgerbewegung gescheitert: Steckborn erteilt Gegnern von Asylzentrum eine AbfuhrExterner Link – SRF News.
- Asyl-Showdown in Steckborn: Die Vernunft hat obsiegtExterner Link – Kommentar der Thurgauer Zeitung (Paywall).
Gut, besser, Gut-Behrami: Die beste Schweizer Skirennfahrerin siegt auch in Crans-Montana.
Ich kann Sie noch mit dieser guten Meldung ins Wochenende entlassen: Im Walliser Nobelort raste die 32-jährige Tessinerin Lara Gut-Behrami – die notabene fast die Hälfte ihres Lebens im Weltcup fährt! – zu Sieg Nummer 44.
Hinter der Dominatorin sorgte Jasmine Flury für einen Schweizer Doppelsieg. Die Abfahrtsweltmeisterin stand zeitgleich mit der Österreicherin Cornelia Hütter auf dem Podest – beide mit 21 Hundertstel Rückstand. Mit Priska Nufer als Siebte fuhr eine dritte Schweizerin in die Top ten.
Der Triumph eröffnet Gut-Behrami fantastische Perspektiven. Sie könnte in diesem Winter sage und schreibe vier Kristallkugeln gewinnen: Jene für die Disziplinensiege im Abfahrts-Weltcup, im Super G, Riesenslalom und sowie für den Gesamtweltcup.
Wegen der frühlingshaften Temperaturen wurde das Rennen auf einer verkürzten Strecke ausgetragen. Für einmal wurde das Ziel nach oben versetzt.
- Gut-Behrami setzt ihre Siegesserie in Crans-Montana fortExterner Link – SRF News.
- Perfekter Auftakt in Crans-Montana: Gut-Behrami und Flury feiern DoppelsiegExterner Link – Blick.
- Lara Gut-Behrami, avant Crans-Montana: «Le show est en train de prendre plus de place que le sport»Externer Link – die Weltcup-Leaderin mit kritischen Gedanken zur Entwicklung im Skirennsport (in der französisch-sprachigen Walliser Zeitung Le Nouvelliste; mit Paywall).
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Sollten wir bis 66 arbeiten, um die AHV zu finanzieren?
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