Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Stromgesetz: Das tönt nach einer Dutzendvorlage für die Volksabstimmung vom 9. Juni. Doch dabei geht’s um den Spagat zwischen klimaschonender Stromproduktion und Sicherstellung der Energieversorgung. Bei uns erfahren Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.
Beste Grüsse aus Bern
Mit dem neuen Stromgesetz soll die Produktion von Strom aus Wasser, Wind und Sonne verstärkt werden.
Die Vorlage, die das Parlament in langer Vorarbeit zimmerte, umfasst ein ganzes Bündel von Gesetzen.
Ziel ist ein wirksamer Klimaschutz. Denn hier hinkt die Schweiz hintendrein, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte letzte Woche in einem international stark beachteten Leiturteil festhielt.
Konkret geht es einerseits um die Sicherstellung einer ausreichenden Stromproduktion im Winter. Andererseits soll mit öffentlichen Fördergeldern der Ausbau der Solarenergie vorangetrieben werden.
- Stromgesetz: Die Schweiz braucht Energie, aber was für welche? – alles Weitere in der Vorschau von SWI-Kollege Balz Rigendinger.
- Eine Energievorlage monströsen Ausmasses: Darum geht’s im neuen StromgesetzExterner Link – Aargauer Zeitung (Paywall).
- Explainer: Steht die Kernenergie vor dem Comeback? – SWI-Beitrag von Simon Bradley.
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Für die rund 300’000 Menschen, die in der Schweiz an Long Covid leiden, gibt es einen Hoffnungsschimmer.
Laut der Organisation «Long Covid Schweiz» leiden in der Schweiz so viele Menschen an verschiedenen Symptomen, die vor allem durch etwas charakterisiert sind: eine lange und tiefe Erschöpfung.
Weil die Symptome verschieden sind, und die Forschung bisher noch keinen klaren Nachweis liefern kann, sind viele Langzeiterkrankte ihrem Schicksal überlassen. Das in der Schweiz, die sich eines der besten Gesundheitssysteme weltweit rühmt.
Der Schweizer Pharmariese Roche arbeitet jetzt fieberhaft an einem Test, mit dem Long Covid endlich nachgewiesen werden könnte. Denn dann wäre für viele Erkrankte der Weg zu einer Therapie offen.
Doch sie müssen Geduld aufbringen, denn die Forschenden sind erst im Grundlagenstadium. Das heisst wohl: Bis zum Vorliegen des Tests ist eher mit Jahren zu rechnen statt mit Monaten.
- Roche arbeitet am Long-Covid-Test – doch dieses Mal geht es viel länger als beim «normalen» Covid-NachweisExterner Link – Bericht in der Luzerner Zeitung (CH Media, Paywall).
- Hoffnung für 300’000 Menschen in der Schweiz: Roche arbeitet am Long-Covid-TestExterner Link – Blick.
- Long-Covid-Betroffene kämpfen um Hilfe und Anerkennung – mein SWI-Beitrag von 2021.
Gleich geht’s nochmals um Gesundheit: diesmal um die psychische Gesundheit von Jugendlichen.
Thilda Haylock leidet seit ihrem zwölften Altersjahr an Essstörungen. Vor zwei Jahren hat die Gymnasiastin im Rahmen der Initiative «Verändere die Schweiz!» des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente einen Input zum Thema «Aufklärung über psychische Krankheiten an Schulen» eingebracht.
Die sozialdemokratische Nationalrätin Sarah Wyss hat Thildas Anliegen aufgenommen und im Parlament ein entsprechendes Postulat eingereicht. Dieses wird nun in der Sondersession behandelt, die vom 15. bis 17. April dauert.
Die Forderung an die Schweizer Regierung: Sie soll die aktuellen schweizweiten Massnahmen zur Aufklärung betreffend psychische Gesundheit an Schulen prüfen. Und aufzeigen, wie ein entsprechendes Sensibilisierungsprogramm unter Einbezug von Fachgesellschaften und Jugendlichen entwickelt werden könnte.
Zahlen belegen, dass in der Pandemie die mentale Gesundheit von Jungen und ganz Jungen viel stärker gelitten hat als bei anderen Altersgruppen.
Zwischen 2020 und 2021 nahm die Zahl der Hospitalisierung von jungen Frauen im Alter von 10 bis 24 Jahren wegen psychischer Erkrankungen um 26% zu. Bei männlichen Jugendlichen betrug die Zunahme 6%. Der Tages-Anzeiger widmet sich dem Thema regelmässig.
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Am Ursprung des Wunders der Schweizer Textil- und der Uhrenindustrie steht auch eine Gruppe von Menschen, die Sie nie vermutet hätten.
Es handelt sich nämlich um Hugenotten. Sie mussten Ende des 17. Jahrhunderts aus Frankreich flüchten, weil sie dort als Protestanten verfolgt wurden.
Auf ihrer Flucht kamen sie auch durch die Schweiz, die damals noch Eidgenossenschaft hiess. 1699 mussten sie die Schweiz wieder verlassen.
Doch rund 20’000 blieben. Sie brachten dem damals mausarmen Land wertvolles Knowhow mit. Eine Arbeitserlaubnis gabs hier nur, wenn sie dafür ihre Expertise, also die Geheimnisse von bestimmten Herstellungstechniken und Produktionsverfahren, verrieten.
Die Schweizer Industriewunder des späteren 18. Jahrhunderts in den Bereichen Textil- und Uhrenherstellung fussten also auch auf einer Erpressung.
- Schweizer Uhren: Das Wunder begann mit Geflüchteten – SRF News.
- Die Schweiz, ein Volk von Migranten? – SWI-Beitrag von 2019.
- Die HugenottenExterner Link – Blog des schweizerischen Nationalmuseums.
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