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Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Im Ausland ins Gefängnis? Ein Horrorszenario. Eine Schweizer Rentnerin hat es erlebt – und ist aus Kolumbien in die Schweiz geflüchtet, um es kein zweites Mal zu erleben.

Herzliche Grüsse aus Bern

Collage mit Bildern aus Kolumbien und aus der Schweiz
RTS

Wegen Drogendelikt verhaftet: Als die Richter sie zurück ins Gefängnis schicken wollten, schlich sie sich mitten in der Nacht davon.

Eine Geschichte, die bis jetzt schon unglaublich wirkte, hat ein neues Kapital. Aber von vorne: Ein Rentnerpaar aus dem Kanton St. Gallen hat 2021 eine E-Mail erhalten, die sie mit der Aussicht auf eine Erbschaft nach Kolumbien lockte.

Das Paar flog hin und erhielt die Anweisung, nach Serbien weiter zu reisen – und dabei ein Päckchen im Gepäck mitzunehmen. Darin befanden sich drei Kilogramm Kokain. Die Rentnerin wurde in Kolumbien verhaftet; ihr Mann reiste unbehelligt zurück in die Schweiz.

Seine Frau muss zuerst ins Gefängnis, dann in Hausarrest.

Dort führte sie fast zwei Jahre ein ruhiges Leben in einem ruhigen Quartier von Bogotá. Doch als die Richter sie zurück ins Gefängnis schicken wollten, ist die 68-jährige geflohen. Wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet, schlug sie sich auf eigene Faust durch und reiste via Brasilien bis in die Schweiz. Hier kehrte sie in ihr Dorf zurück, jedoch nicht zu ihrem Mann.

  • Ausliefern kann die Schweiz die Rentnerin nicht, doch jetzt droht ihr ein Gerichtsverfahren in der Schweiz. Lesen Sie hier, was nach der Flucht passiert ist. Und welche Vorwürfe ein kolumbianischer Richter gegen die Schweiz erhebt.
  • Die detaillierte Geschichte der Rentnerin finden Sie hier bei uns.
  • Ebenfalls eine eindrückliche Story aus Kolumbien: Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat die Geschichte einer Frau aufgeschrieben, die als Baby illegal in die Schweiz adoptiert wurde und als Erwachsene ihre Wurzeln wiedergefunden hat.

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Gastgeber/Gastgeberin Balz Rigendinger

Verlieren Auslandschweizer:innen im Inland an Sympathie?

Warum denken Sie, ist die Stimmung gegenüber den Auslandschweizer:innen im Inland zunehmend kritisch?

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eine person füllt den stimmzettel aus
Keystone / Christian Beutler

Sie wurden ihrem Ruf gerecht: So haben die Auslandschweizer:innen abgestimmt.

Die Ergebnisse des gestrigen Abstimmungssonntags waren deutlich. Doch haben die Auslandschweizer:innen so abgestimmt wie die Mehrheit? Meine Kollegin Pauline Turuban hat für Sie die Daten ausgewertet. Dabei ist Interessantes herausgekommen:
Die Fünfte Schweiz weicht bei einer Vorlage vom Inland ab. Die Auslandschweizer:innen haben der Initiative für Prämienentlastungen mit 50,9% knapp zugestimmt.

Im Inland wurde sie mit 55,5% abgelehnt. Die Fünfte Schweiz wird ihrem Ruf, progressiver als die Inlandschweizer:innen zu stimmen, auch bei dieser Abstimmung gerecht. Bei der Kostenbremse-Initiative war ihre Ablehnung mit 61,8% etwas geringer als im Gesamtergebnis. Beim Stromgesetz sagt die Diaspora mit 76,2% etwas deutlicher Ja als alle Stimmenden zusammen. Die Initiative gegen eine Impfpflicht lehnte die Fünfte Schweiz 71,2% ab.

Die Stimmbeteiligung war mit 23,3% eher tief. Doch das erstaunt nicht, weil die Vorlagen Themen behandelten, die keine oder nur sehr geringe Auswirkungen auf Personen im Ausland gehabt hätten.

fuss wird verbunden
Keystone / Gaetan Bally

Gescheiterte Gesundheitsinitiativen der SP und der Mitte: Wie machen die Parteien nun weiter?

Das Resultat des gestrigen Abstimmungssonntags war ein Dämpfer für die Sozialdemokratische Partei (SP). Nach ihrem Sensationserfolg mit der 13. AHV-Rente ist es ihnen nicht gelungen, ein weiteres Mal eine linke Umverteilungsinitiative mehrheitsfähig zu machen. Die Prämien-Entlastungs-Initiative wurde mit 55,5% abgelehnt.

«Bei der Prämien-Entlastungs-Initiative ging es um eine Vorlage zugunsten von mittleren und tieferen Einkommen«, sagt Politologin Silja Häusermann im Interview mit Watson. Diese wurde von bürgerlich Wählenden viel klarer abgelehnt als die 13. AHV-Rente, die gerade wegen deren Giesskannenprinzip angenommen worden sei.

Auch die Mitte-Partei musste gestern eine Niederlage hinnehmen, ihre Kostenbremse-Initiative ist mit 62,8% Nein-Stimmen gescheitert. Doch die Mitte nimmt den Misserfolg als Motivation, um das Thema der Gesundheitskosten auch zukünftig zu beackern, wie die NZZ berichtet. Parteipräsident Gerhard Pfister kündigte an, seine Partei werde sich weiterhin mit Hochdruck gegen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen einsetzen.

ignazio cassis und viola amherd
Keystone / Anthony Anex

Die Schweiz bereitet sich vor: Nächstes Wochenende findet die Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock statt.

Nach den Abstimmungen ist vor der Ukraine-Friedenskonferenz. Das Thema beschäftigt die Schweiz schon seit Wochen, jetzt gilt es ernst. Heute fand auf dem Bürgenstock eine Medienkonferenz des Bundes statt, bei der die Journalist:innen sich einen Eindruck über die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort machen konnten. Und über andere Dinge. Wie Watson berichtet, befindet sich ein grosser Misthaufen neben dem Heli-Landeplatz, wo die hochrangigen Delegationen eintreffen werden.

Aussenminister Ignazio Cassis informierte darüber, was an der Konferenz und darüber hinaus geschehen soll. Man werde tiefergehende Diskussionen nicht nur über die Ukraine, sondern weltweit führen: Über die Situation von Kriegsgefangenen, nukleare Gefahren und Nahrungsmittelsicherheit, wie SRF schreibt.

Bis heute haben sich knapp 90 Staaten und einige Organisationen für die Konferenz angemeldet. Rund die Hälfte kommen aus Europa. Ebenfalls rund die Hälfte der Staaten werden auf dem Bürgenstock von ihren Staatschef:innen vertreten. Aus den anderen werden Minister:innen anreisen, wie Bundespräsidentin Viola Amherd sagte.

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