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Nemo am ESC

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Kennen Sie eine Person, die sich selbst nicht klar dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zuordnet? Nach dem Sieg von Nemo beim ESC gibt es jetzt auch eine berühmte Persönlichkeit, auf die das zutrifft. Doch von einem dritten Geschlecht als Option im Reisepass ist die Schweiz noch weit entfernt.

Herzliche Grüsse aus Bern

plakat für ein drittes amtliches geschlecht
Keystone

Nemo nimmt neuen Anlauf für drittes Geschlecht in der Schweiz – doch die Ablehnung der Bevölkerung ist gross.

Indien hat es, Neuseeland ebenfalls, und auch in Österreich existiert es schon: das amtliche dritte Geschlecht. In diesen und mehr Ländern können sich Menschen, die sich nicht dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen, im Pass ein X als Geschlechtsoption eintragen lassen.

In der Schweiz hat der Bundesrat eine Gesetzesänderung für die Einführung eines dritten Geschlechts abgelehnt. Doch jetzt hat die Bewegung eine neue Gallionsfigur: Nemo Mettler hat für die Schweiz den Eurovision Song Contest gewonnen und identifiziert sich weder ganz als Mann noch als Frau. «Das müssen wir ändern», sagt Nemo zum aktuellen Zustand ohne drittes Geschlecht in der Schweiz.

Doch wie eine aktuelle Studie zeigt, hat es das dritte Geschlecht schwer bei der Bevölkerung. 57 Prozent sprechen sich klar dagegen aus, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Die Ablehnung ist in allen Altersgruppen etwa gleich hoch.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Elena Servettaz

Sollte die Politik aus Sport- und Kulturevents herausgehalten werden?

Kultur und Sport werden vermehrt zur Bühne für politische Einflussnahme. Zurecht – oder stören Sie sich daran?

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Gruppenbild von der Ukraine-Friedenskonferenz
Keystone Pool / Michael Buholzer

Die Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock ist vorbei – der Frieden ist aber höchstens ein kleines Stückchen nähergerückt.

Bundespräsidentin Viola Amherd (Mitte-Partei) wirkte gut gelaunt gestern, als sie sich zum Abschluss der Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock zusammen mit anderen Staatschef:innen den Medien präsentierte, mehrmals brachte sie den Saal mit ihren schlagfertigen Antworten zum Lachen.

Doch wie erwartet konnte sie keinen Frieden zwischen der Ukraine und Russland verkünden. Den Gipfel als Friedenskonferenz anzukünden, sei ein «kommunikativer Fehler» gewesen, schreibt mein Kollege Giannis Mavris, der zusammen mit 500 Medienleuten aus der ganzen Welt auf dem Bürgenstock war. Es war von Anfang an klar, dass beim Treffen in der Zentralschweiz kein Frieden vereinbart wird. Doch mit dieser Bezeichnung hatten die Gegner:innen eine Steilvorlage für ihre Kritik.

Die Neutralität der Schweiz wurde angezweifelt, weil sie Russland nicht zum Gipfel eingeladen hatte. Der japanische Journalist Gakushi Fujiwara, mit dem mein Kollege auf dem Bürgenstock sprach, hat dazu etwas Interessantes gesagt: «Neutralität heisst nicht die gleiche Distanz zwischen Täter und Opfer.» Die Schweiz habe versucht, neutral zu sein.

Karl Bürkli
Keystone

Der Schweizer Sozialist, der die USA die direkte Demokratie lehrte.

Karl Bürkli hatte grosse Träume: Eine Welt, in der die Menschen frei sind, die Arbeiter:innen gerecht entlöhnt werden und luxuriös wohnen können. 1855 wanderte der Zürcher in die USA aus, um diese Utopie in Texas wahrwerden zu lassen.

Dort hielt man von seinen sozialistischen Ideen wenig, wie mein Kollege David Eugster in seinem Artikel schreibt. Und doch hat Bürkli es geschafft, dem Land seinen Stempel aufzudrücken. Zurück in der Schweiz startete er eine Karriere als Politiker und kämpfte im Grossen Rat des Kantons Zürich gegen die Elite an, welche die Demokratie für ihre wirtschaftlichen Interessen benutzte.

1869 erhielt der Kanton Zürich eine bahnbrechende neue Verfassung, die den Stimmbürger:innen Volksinitiativen, Referenden und die Volkswahl des Regierungsrats gewährte: Die direkte Demokratie hat Einzug gehalten. Und daran waren jetzt die USA interessiert. Mit seinen Schriften und dem Austausch mit amerikanischen Polit-Aktivisten hat Bürkli die direkte Demokratie in den USA mitgeprägt. Und das, obwohl er ursprünglich das Parlament abschaffen wollte. Die Demokratie war für ihn nur die zweitbeste Lösung.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Sara Ibrahim

Wie haben sich Ihre Essgewohnheiten verändert?

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung oder reduzieren ihren Konsum von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Wie sieht das bei Ihnen aus?

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fleischtheke in einer metzgerei
Keystone / Gaetan Bally

Fleisch: Klimasünde oder wichtiger Proteinlieferant? Was die Schweiz beim Fleischkonsum ändern muss, um ihre Klimaziele zu erreichen.

Wenn ich in einer Bergbeiz einkehren will, habe ich manchmal beim Bestellen ein Problem. In der Gerstensuppe, in der Rösti, in den Capuns: Überall hat es Speck drin. Und ich esse kein Fleisch. Je nach Ort und Bubble mag der Eindruck täuschen, doch Fleisch ist in der Schweizer Esskultur fest verankert.

Über 50 Kilogramm Fleisch konsumieren die Schweizer:innen durchschnittlich pro Jahr, schreibt meine Kollegin Sara Ibrahim in ihrem Artikel. Wenn die Schweiz bis 2050 ihre Klimaziele erreichen will, muss sich daran etwas ändern. Das heisst nicht, dass alle Veganer:innen werden müssen, wie Matthias Meier, Professor für nachhaltige Ernährungssysteme, sagt.

Tierhaltung macht in der Schweiz durchaus Sinn, zum Beispiel wo keine andere Nutzung des Bodens möglich ist. Meier plädiert aber dafür, dass die Schweizer Kühe nur noch mit Gras gefüttert werden. So könnten die Flächen, wo heute Tierfutter wächst, für Pflanzen genutzt werden, die von Menschen gegessen werden.

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