Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Zum 100. Mal kommen Auslandschweizer:innen für ihren Kongress in der Schweiz zusammen. Es geht um Politik, Networking, Kulinarik und Tradition.
Herzliche Grüsse aus Bern
Wie können die Auslandschweizer:innen in der Schweiz am besten vertreten werden?
Das wichtigste Gremium der Auslandschweizer-Organisation ist der Auslandschweizer-Rat, der heute seine Sitzung hielt. Dieses Parlament der Auslandschweizer:innen wird allerdings nicht demokratisch gewählt, sondern setzt sich vorwiegend aus Delegierten zusammen, aus Abgesandten der rund 660 Schweizer Clubs, die ab der grossen Auswanderungswelle nach 1880 auf allen Kontinenten entstanden.
Da allerdings nur eine Minderheit der Schweizer:innen im Ausland in Clubs und Vereinen aktiv ist, stellt sich die Frage, wie die 800’000 Auslandschweizer:innen in der Schweiz am besten (und auch zeitgemäss) vertreten werden können. Unter anderem dieser Frage geht mein Kollege Balz Rigendinger in unserem Videoformat «Let’s Talk» mit zwei Mitgliedern des Auslandschweizer-Rats und dem Politologen Sean Müller nach.
So möchte zum Beispiel eine Arbeitsgruppe innerhalb der Auslandschweizer-Organisation die Wahlen in den Auslandschweizer-Rat reformieren: der bestehende, indirekte Wahlmodus soll Direktwahlen weichen. «Das Ziel ist simpel: Wir wollen, dass sich alle Auslandschweizer, die registriert sind, an der Wahl beteiligen können», sagt ASO-Vorstandsmitglied Carmen Trochsler.
- Hier geht es zur ganzen «Let’s Talk»-Folge.
- Wie steht es um die politische Teilhabe von Auslandschweizer:innen in der Schweiz? Wir haben für Sie eine Auswahl an Inhalten von den fünf SRG-Unternehmenseinheiten zum Thema zusammengestellt.
- Was ist Ihre Meinung? Sollten Auslandschweizer:innen mehr politischen Einfluss in der Schweiz haben? Diskutieren Sie auf unserer Debattenplattform mit!Externer Link
Mehr
Anstatt den Markt zu regulieren, führt die Schweiz eine Dialogplattform für Kaffee ein.
Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten? Ein schneller Espresso, die klassische Schale oder doch lieber mit Vanillesirup und Karamelltopping frisiert? Die Schweiz pflegt ein inniges Verhältnis zum Kaffee: Sie gehört einerseits zu den Ländern, die pro Kopf am meisten Kaffee trinken, andererseits läuft 50% des weltweiten Kaffeehandels über das Land.
Dass der Anbau von Kaffee mit ökologischen und sozialen Problemen einhergeht, ist bekannt. Diese Probleme werden zusätzlich durch den Klimawandel verschärft.
Vertreter der Kaffeebranche, Hilfsorganisationen, Wissenschaft und der Bund haben eine Schweizer Plattform für nachhaltigen Kaffee gegründet. Diese Plattform will die wichtigsten Akteure wie Exportfirmen, Röstereien oder den Bund zusammenbringen. Mit von der Partie ist beispielsweise auch Nestlé, ein Schwergewicht im globalen Kaffeegeschäft.
Doch es gibt Kritik an der Plattform. Die Ambitionen seien zu klein, sagt beispielsweise die NGO Public Eye gegenüber SRF. Die Schweiz solle sich stattdessen mehr an der EU orientieren. Was die neue Plattform, die sich bei Idee und Aufbau an der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao orientiert, erreichen kann, ist noch offen.
- Lesen Sie den Artikel auf SRFExterner Link.
- Mein Kollege Anand Chandrasekhar hat im Juni ebenfalls über die Plattform berichtet. Zu lesen auf SWI swissinfo.ch.
- Warum dominiert die Schweiz den weltweiten Markt für Kaffeemaschinen? Ebenfalls auf SWI swissinfo.ch.
Schweizer Elektronik landet in russischem Marschflugkörper.
Der Raketeneinschlag in einem Kinderspital in der ukrainischen Hauptstadt Kiew löste am Montag Entsetzen aus. Während der Kreml jede Verantwortung zurückwies, machen die Ukraine und das UNO-Menschenrechtsbüro einen russischen Marschflugkörper des Typs Kh-101 verantwortlich.
Eine weitere Erkenntnis: Laut der Financial Times zeigte eine Analyse eines Kh-101 insgesamt 16 westliche Komponenten – darunter zwei, die, wie der Tages-Anzeiger berichtet, von einer Firma mit Sitz in der Schweiz hergestellt werden. Der Fall zeige laut dem Tages-Anzeiger Grenzen von Sanktionen und Exportkontrollen auf.
In einem Statement betont das betroffene Unternehmen ST Microelectronics, keine Verwendungen ihrer Produkte ausserhalb des Bestimmungszwecks zu dulden. Auf Anfrage des Tages-Anzeigers schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), es handle sich bei den verwendeten elektronischen Komponenten fast ausschliesslich um «industrielle Massengüter mit einer äusserst zivilen Anwendung».
Zu kontrollieren, wo die elektronischen Komponenten am Ende angewendet werden, ist für die betroffenen Firmen laut dem Seco äusserst schwierig. Abklärungen hätten ergeben, dass die Komponenten durch so genannte Distributoren in China und Hongkong, also durch Zwischenhändler, nach Russland gelangten. Diese Distributoren würden vom Unternehmen nicht mehr beliefert werden, so das Seco.
- Den ganzen Artikel finden Sie im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Lesen Sie auch den Artikel meiner Kollegin Elena Servettaz: Schweizer Komponenten trotz Sanktionen weiterhin in russischen Killerdrohnen.
Mehr
Sicherheitspolitiker:innen wollen das Raumfahrtunernehmen «Beyond Gravitiy» in Schweizer Hand behalten.
Als die ganze Schweiz entweder Fussball-EM oder nach Zürich (Taylor Swift) schaute, startete die europäische Trägerrakete Ariane 6 am Dienstagabend erstmals ins All. Ein Erfolg für das staatliche Raumfahrtunternehmen «Beyond Gravity». Allerdings möchte der Bundesrat dieses im nächsten Jahr möglicherweise ins Ausland verkaufen.
Nicht alle sind mit diesem Vorhaben einverstanden – besonders angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine. So hat die sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats den Bundesrat dazu aufgefordert, den Verkauf von «Beyond Gravity» zu überdenken.
Während der Bundesrat argumentiert, es sei keine staatliche Aufgabe, ein Raumfahrtunternehmen zu führen, messen Sicherheitspolitiker:innen von links bis rechts dem Weltraum angesichts der unsicheren Weltlage sicherheitspolitisch grosse Bedeutung zu.
- Zu Lesen auf SRFExterner Link.
- «Im Weltraum gehört die kleine Schweiz zu den Grossen», schrieb mein Kollege Marc-André Miserez letzten Sommer auf SWI swissinfo.ch.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards