Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ein junger Mann wird in der Schweiz wegen seiner Andersartigkeit angefeindet und bedroht. In Japan erlebt er mehr Toleranz und startet durch.
Herzliche Grüsse aus Bern
Wie ein Schweizer in Japan sein Glück gefunden hat.
Er fühlt sich zu Männern hingezogen. Er kleidet sich gerne extravagant. Der Berner Raphael Rino Senn wurde deswegen in seinem Dorf schon früh angefeindet und bedroht. Nach einer Japanreise mit seiner halbjapanischen Gesangslehrerin fühlte er sich dort sofort «wie daheim».
Weil ihm Tokio als «Landei» beim zweiten Besuch des Landes zu hektisch war, suchte er zum Japanischstudium anschliessend eine Universität etwas abseits der grossen Städte. Er fand sie in der Bäderstadt Beppu auf der Südinsel Kyushu. An diesem Ort, wo immerwährend heisser Wasserdampf aus der Erde tritt, wurde Rino, wie er in Japan genannt wird, vor sechs Jahren heimisch.
In Japan erlebe er deutlich mehr Toleranz, was andere Lebensentwürfe betreffe, sagt der Auslandschweizer. Und auch beruflich läuft es gerade gut für den Sänger: Laut einem Artikel in Der Bund hat er kürzlich einen Gesangswettbewerb des japanischen Staatssenders NHK gewonnen und kann nun vermehrt auftreten.
- Der Artikel in Der BundExterner Link (Paywall).
- Aus unserem Archiv: Christine Haruka bringt Japan und die Schweiz zusammen.
- Unser Fokus auf die Fünfte Schweiz.
Mehr
Die Schweizer Alters- und Hinterlassenenversicherung steht besser da als gedacht.
Der Bund hat sich arg verkalkuliert: Der AHV steht mehr Geld zur Verfügung als gedacht: Bis 2033 wächst die jährliche Differenz zur bisherigen Prognose auf 4 Milliarden Franken an. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat die AHV-Finanzperspektiven nun entsprechend korrigiert, wie heute an einer Medienkonferenz mitgeteilt wurde. Eine Administrativuntersuchung soll bis Ende Jahr aufklären, wie es zu dieser peinlichen Fehlberechnung gekommen ist.
Die Rechenpanne führte zu teils heftigen Reaktionen. Die Sozialdemokratische Partei (SP) betonte, mit der solideren längerfristigen Finanzierung der AHV sei das Thema Rentenalter-Erhöhung definitiv vom Tisch. Die SP Frauen, sekundiert von den Gewerkschaften, fordern in diesem Zusammenhang eine Wiederholung der Abstimmung über die Erhöhung des Frauenrentenalters.
Die Freisinnigen nennen die AHV-Rechenpanne ein «Fiasko» und schieben die Schuld der SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und deren Vorgänger Alain Berset (ebenfalls SP) zu. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) begrüsst die angekündigte Untersuchung, lehnt jedoch eine Wiederholung der Abstimmung über das Frauenrentenalter ab.
- Der Bericht von SRF NewsExterner Link.
- SRF News: Die Reaktionen kurz zusammengefasstExterner Link.
Ist der UNO-Menschenrechtsrat der bessere Sicherheitsrat?
Das Vetorecht ist die grösste Bremse im UNO-Sicherheitsrat. Kaum passt eine Resolution einem Mitgliedstaat nicht, wird in New York davon Gebrauch gemacht. Anders im Menschenrechtsrat in Genf. Dieser mausert sich deshalb gerade zum neuen «Mini-Sicherheitsrat».
«Immer häufiger werden in Genf, dem Sitz des UNO-Gremiums, das über die Einhaltung der Menschenrechte weltweit wacht, Anträge diskutiert, die in New York am Veto der Grossmächte China, USA, Frankreich, Grossbritannien und Russland scheitern würden», schreibt mein Kollege Dorian Burkhalter.
Allerdings hat der Menschenrechtsrat viel weniger Gewicht als der Sicherheitsrat. Im Rahmen eines Revisionsprozesses für den Zeitraum 2021 bis 2026 soll die UNO-Generalversammlung darüber abstimmen, ob der Menschenrechtsrat ein Hauptorgan werden soll oder nicht. Doch die Chancen dafür stehen schlecht.
- Mehr Details entnehmen Sie dem Artikel von Dorian.
- Dorian sprach auch mit einer Forscherin, die sich mit dem Thema beschäftigt. Sie sagt: «Menschenrechte sind zutiefst politisch».
Mehr
Die Schweiz kann an den Olympischen Spielen in Paris die siebte Medaille feiern.
Alles sei schon angerichtet gewesen für den zweiten Olympiasieg des Springreiters Steve Guerdat nach dem Triumph von 2012 in London, schreibt SRF News. Weil der spätere Olympiasieger Christian Kukuk mit seinem makellosen Ritt den Jurassier aber arg unter Druck gesetzt hatte, musste Guerdat fehlerfrei und schneller sein, um seinen Goldritt zu wiederholen.
Beim zweitletzten Hindernis verzeichneten er und seine Stute Dynamix de Belheme aber einen Abwurf. Schliesslich reichte das zumindest für Silber! Damit sicherte Guerdat der Schweiz die siebte Medaille in Paris – das erklärte Ziel von Swiss Olympic ist damit bereits erreicht.
Am 2. August hatte die Schweizer Delegation übrigens gleich drei Medaillen geholt: Chiara Leone gewann Gold und schoss zudem einen olympischen Rekord im Dreistellungsmatch über 50 Meter mit dem Gewehr, Roman Röösli und Andrin Gulich gewannen Bronze im Rudern (Zweier ohne) und Zoé Claessens ebenfalls Bronze im BMX Racing. Damit liegt die Schweiz zwischenzeitlich auf 27 Rang im Medaillenspiegel.
- SRF News: Der dramatische Silberritt von Steve GuerdatExterner Link.
- Hier finden Sie die Porträts der ersten sechs Medaillengewinnerinnen und -gewinnerExterner Link.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards