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Ernte der Aehren in einem Feld.

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizer:innen

Zurück in die Zukunft: Tragen wir bald smarte Hörgeräte und kommt eine neue Gesetzgebung für Gentechnik in der Landwirtschaft?

Herzliche Grüsse aus Bern

Illustration mit Weltkugel und Baum
Das Schweizer Parlament möchte gentechnisch veränderte Pflanzen in der Schweiz möglich machen. Sam Falconer, Debut Art / Science Photo Library

Gentechnik in der Landwirtschaft: Lockert die Schweiz bald ihre Gesetzgebung?

Affoltern im Kanton Zürich. Ein hoher Zaun aus Stacheldraht grenzt das Feld von der Umwelt ab. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen lassen erahnen: Was hinter dem Zaun wie ein gewöhnlicher Gerste-Anbau aussieht, ist alles andere als alltäglich. Hier findet der erste Feldversuch in der Schweiz mit einer Kulturpflanze statt, deren Gene mit der Genschere CRSPR/Cas9 bearbeitet wurden.

Wenn Ihnen (wie mir) dieser Begriff erst mal wenig sagt: Züchter:innen können mit dieser Technologie bestimmte genetische Informationen in einer Pflanze löschen, hinzufügen oder ersetzen, die mit bestimmten erwünschten oder unerwünschten Merkmalen verbunden sind. Anders als bei konventionellen gentechnisch veränderten Kulturen werden hier aber keine Gene von einer anderen Art verwendet.

In der Schweiz ist der kommerzielle Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen seit einer Abstimmung im Jahr 2005 verboten. Doch es tut sich was in Bundesbern: Voraussichtlich im September wird ein Gesetzesentwurf der Regierung erwartet. Dieser soll eine Ausnahme vom Verbot gentechnisch veränderter Organismen schaffen und so Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen erlauben, die keine fremden Gene enthalten und einen Mehrwert für Landwirtschaft, Umwelt und Konsument:innen bieten.

Während dies von den einen begrüsst wird, äussern Kritiker:innen Sorgen rund um Sicherheit und Transparenz, wie mein Kollege Anand Chandrasekhar in seinem Artikel schreibt.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Katy Romy

Welche Massnahmen sollten ergriffen werden, um die Biodiversität in Ihrem Land zu erhalten?

Die Biodiversitäts-Initiative: Sie ist für die Gegnerinnen und Gegner zu extrem und für die Befürworterinnen und Befürworter unverzichtbar.

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Ein Hörgerät wird ins Ohr eingesetzt.
Keystone / Christian Beutler

Hörgeräte werden smart.

Während die Brille ihren Glow-Up zum Modeaccessoire bereits hinter sich hat und in der Form von Smart Glasses Matrix-Vibes bei ihren Träger:innen auslöst, hinkt das Hörgerät auf der Coolness-Skala noch etwas hinterher.

Doch die Branche holt auf. So hat der Schweizer Hörgeräthersteller Sonova diese Woche ein neues Produkt lanciert, das mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz Umgebungsgeräusche besser herausfiltern kann als bisherige Produkte.

In der Schweiz haben über neun Prozent der Menschen eine Hörbeeinträchtigung. Ein Hörgerät trägt allerding gerade knapp die Hälfte davon. Dies liege einerseits am Preis des Medizinalprodukts, anderseits werden Hörgeräte mit Alter assoziiert, wie zwei Expert:innen gegenüber SRF sagen.

Hier könnten Zusatzfunktionen wie Musikhören, Telefonieren oder Streamen via Hörgerät dem Stigma entgegenwirken. Mit diesen modernen Funktionen sei ein Hörgerät mittlerweile eine «lässige Kommunikationslösung statt einfach nur eine Hilfe, um besser zu hören», sagt Hörakustiker Simon Blättler. Der Sprung von der einfachen Hörhilfe zum modernen technischen Gadget könnte für das Hörgerät also greifbar sein.

  • SRFExterner Link hat berichtet.
  • Ein Hörgerät im Brillenbügel, bitte. Die NZZExterner Link hat Anfang Jahr an der Fachmesse CES in Las Vegas ein Blick auf die Tech-Innovationen des Jahres geworfen. (Paywall)
Ein Schaukelmotorrad steht in einem Spielzimmer im Allani Kinderhospiz, am Donnerstag, 8. August 2024 in Riedbach bei Bern. Es ist das erste Kinderhospiz in der Schweiz und wird bis zu 8 Familien gleichzeitig tage- oder wochenweise beherbergen koennen. Lebensverkuerzend erkrankte Kinder und ihre Familien finden hier ein Zuhause auf Zeit.
Keystone / Peter Klaunzer

Nächste Woche wird in Bern das erste Kinderhospiz der Schweiz eröffnet.

Es bietet die Sicherheit eines Spitals, aber ohne die sterile Umgebung: Bis zu acht Kinder, die an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden, sowie ihre Familien haben ab nächster Woche in der Einrichtung der Stiftung Allani Platz.

Kinder wie die 9-jährige Xenia. Sie ist von Geburt an körperlich und geistig schwer behindert und gehört zu den ersten Gästen im Allani Kinderhospiz. «Wir wollen ein Zuhause auf Zeit sein», sagte der Stiftungsrat gestern vor den Medien. Dazu gehöre die Pflege der schwerkranken Kinder, aber auch die psychische und physische Entlastung von Angehörigen.

Da Hospize in der Schweiz nicht gesetzlich verankert sind, besteht bei den Kantonen kein Unterstützungsauftrag. Voraussichtlich können 30 Prozent der Betriebskosten des Kinderhospizes über Krankenkassen und Invalidenversicherung abgerechnet werden, sagen die Verantwortlichen. Für den Rest seien sie auf Spenden angewiesen.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Simon Bradley

Vermeiden Sie Nachrichtenkonsum? Warum?

Sind Sie an News interessiert – oder News-depriviert? Warum glauben Sie, geht das Interesse an Nachrichten zurück? Ihre Meinung interessiert uns!

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Die Brücke über die Doubs in Saint-Ursanne.
Keystone/Martin Ruetschi

Tourismuspläne in St-Ursanne bereiten Dorfbewohner:innen Sorgen.

Mittelalterliche Befestigungsmauern, Bügerhäuser, Türme und Tore: Wer St-Ursanne im Kanton Jura besucht, fühlt sich beinahe mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter zurückversetzt. Ins idyllische Mittelalter, wohlgemerkt. Das Potenzial hat auch die Welttourismusorganisation der UNO erkannt und das Dorf 2023 auf seine Liste der besten Tourismusdörfer gesetzt.

Doch das Dorf hat auch Probleme, wie SRF schreibt. In den letzten 20 Jahren habe St-Ursanne seine Metallindustrie und Uhrmacherfirmen verloren und brauche neue Einnahmequellen, sagt der Gemeindepräsident Jean-Paul Lachat gegenüber SRF. Hier kommt der Tourismus ins Spiel. Tagestourist:innen sollen künftig in modernen Hotels im Dorf übernachten und Freizeitaktivitäten ausüben können.

Die Begeisterung der Dorfbewohner:innen hält sich allerdings in Grenzen. Man brauche keinen Luxus, so der ehemalige FDP-Gemeinderat Michel Marchand. Und: Man treffe sich gerne in den Hotelbistros, doch nun drohe man im eigenen Dorf von zahlungskräftigen Tourist:innen aus Zürich, Basel und Genf an den Rand gedrängt zu werden.

Die mittelalterliche Idylle zeigt Risse. Doch: Das letzte Kapitel scheint in St-Ursanne noch nicht geschrieben.

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