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Ein alter Mann spricht in einige Mikrofone

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die beiden gefallenen Könige des Weltfussballs, Sepp Blatter und Michel Platini, sind erneut von der Justiz freigesprochen worden. Möglicherweise war dies aber nicht die letzte Episode in dieser seit zehn Jahren andauernden Justizsaga.

In diesem Briefing ziehen wir auch eine Bilanz der kantonalen Wahlen zur Halbzeit der Legislaturperiode und befassen uns mit den Rückkehrwünschen eines Teils der Diaspora.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Lektüre.

Ein alter Mann, umringt von Medienleuten
Keystone / Urs Flüeler

Nach zweijährigem Prozess ist das Urteil erfolgt: Der ehemalige Fifa-Präsident, der Schweizer Sepp Blatter, und der frühere Fussballstar Michel Platini sind am Dienstag vom Berufungsgericht des Bundesstrafgerichts freigesprochen worden.

Wie schon in erster Instanz im Jahr 2022 folgte das Berufungsgericht nicht den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die für jeden der Angeklagten 20 Monate Gefängnis bedingt gefordert hatte. Der Schweizer und der Franzose waren wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung angeklagt, nachdem die Fifa Michel Platini im Jahr 2011 ein Honorar von zwei Millionen Franken gezahlt hatte.

Während des Prozesses beteuerten beide Männer erneut ihre Unschuld. «Wenn man von Fälschung, Lüge und Betrug spricht, erkenne ich mich nicht wieder», sagte der 89-jährige Blatter. «Es geht um eine Gehaltsnachzahlung. Es gibt weder Korruption noch Betrug», sagte Platini.

Eine letzte Kassationsbeschwerde vor dem Bundesgericht ist noch möglich, allerdings nur aus eingeschränkten rechtlichen Gründen. Zur Erinnerung: Die 2015 aufgedeckte Affäre beendete Platinis Ambitionen, Blatter an der Spitze des Weltfussballverbands zu beerben.

Ein Schild mit Schweizer Kreuz und stilisiertem Globus
Keystone / Jean-Christophe Bott

Die weltpolitische Entwicklung beunruhige viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, stellte das Schweizer Radio und Fernsehen SRF an der Sitzung des Auslandschweizer-Rats vom Freitag in Bern fest. Einige denken sogar an eine Rückkehr in die Heimat.

Jenseits des Atlantiks löst US-Präsident Donald Trump bei einem Teil der Schweizer Diaspora Unbehagen aus, weil er Staat und Gesellschaft umbauen will. Die Schweizerinnen und Schweizer in den USA «sind besorgt. Viele schämen sich auch etwas dafür», sagt Jeannette Seifert-Widmer, die seit bald 27 Jahren in New York lebt.

Es ist aber nicht einfach, sich für eine Rückkehr in die Schweiz zu entscheiden, wenn man sich in einem Land niedergelassen und eine Familie hat. Manche würden ihren Schweizer Pass als eine Art Notfallversicherung betrachten, sagt Seifert-Widmer: «Viele denken sich: Zum Glück habe ich noch einen way out – also einen anderen Pass», zitiert sie SRF News.

«Die Schweiz ist ein sicherer Wert. Darum tendieren die Auslandschweizer in Krisenfällen dazu, sich stärker an die Schweiz zu binden als sonst. Das spüren und hören wir hier in der Debatte, in den Fragen, die gestellt werden», sagt Filippo Lombardi, Präsident der Auslandschweizer-Organisation.

Zwei Frauen gratulieren sich
Keystone / Anthony Anex

Die Zeitungen der Mediengruppe Tamedia ziehen heute eine Bilanz der ersten kantonalen Wahlen seit Beginn der Legislaturperiode. Am stärksten zugelegt hat die Schweizerische Volkspartei (SVP), gefolgt von der Sozialdemokratischen Partei (SP).

Die rechtskonservative SVP ist die grosse Gewinnerin: In neun von zehn kantonalen Wahlen seit den eidgenössischen Wahlen 2023 hat die Partei prozentual zugelegt. Einzig im Kanton Uri musste die grösste Partei der Schweiz einen leichten Verlust von einem Prozentpunkt hinnehmen.

Die SP hingegen hat im Vergleich zum letzten Herbst vom Verlierer- ins Gewinnerlager gewechselt. Für Co-Parteipräsident Cédric Wermuth ist dies darauf zurückzuführen, dass «wir klar Position beziehen gegen Trump, Musk und den Neofaschismus in der Welt».

Im Lager der Verlierer befinden sich laut der Analyse von Tamedia die Grünen, die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP.Die Liberalen) und die Grünliberalen. Die Mitte-Partei blieb dagegen relativ stabil. Die Wahl des neuen Bundesrats scheint der Partei weder besonders zu nützen noch zu schaden.

Eine Person im Schutzanzug in einem Labor
Keystone / Salvatore Di Nolfi

Die Schweiz bleibt Spitzenreiterin bei den Patentanmeldungen pro Kopf. Dies ist eines der Ergebnisse der Jahresbilanz des Europäischen Patentamts.

Mit knapp 10’000 Patentanmeldungen im Jahr 2024 liegt die Eidgenossenschaft in Europa an dritter und weltweit an siebter Stelle. Zum vierten Mal in Folge verzeichnet sie ein Wachstum.

Die meisten Patente wurden in der Schweiz in der Medizintechnik angemeldet. 1045 Patente fallen in diese Kategorie. Auch in den Bereichen Messtechnik und saubere Energie für Maschinen und Geräte stammen immer mehr Erfindungen aus der Schweiz.

Die grösste Zahl neuer Patente weltweit wurde erstmals im Bereich Informatik angemeldet. Dazu gehören auch Erfindungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das stärkste Wachstum wurde im Bereich elektrische Maschinen, Apparate und Energie verzeichnet.

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