Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Es ist Ferienzeit. Am Wochenende bildete sich vor dem Nordportal des Gotthardtunnels wieder der obligate Sommerstau. Nun verlangen mehrere gleichzeitig eingereichte Vorstösse im nationalen Parlament, Ferienreisenden im Transit dafür eine Gebühr abzuknöpfen.
Ich bleibe zwar im Sommer in der Schweiz, aber nicht alle Mitglieder der Landesregierung haben dies vor. Wohin sie verreisen (oder nicht), erfahren Sie im heutigen Briefing.
Herzliche Grüsse aus Bern
Um den Stau am Gotthard-Strassentunnel zu regulieren, sollen Touristinnen und Touristen eine Transitgebühr berappen. Dies zumindest ist die neuste Idee der Politik.
Pünktlich zum Ferienbeginn bildete sich am Sonntag vor dem Nordportal des Gotthardtunnels eine zehn Kilometer lange Verkehrskolonne. Die Wartezeit vor der Einfahrt in den Tunnel betrug bis zu einer Stunde und 40 Minuten. Unter diesen regelmässigen Megastaus leidet auch der Kanton Uri.
Könnte ein dynamisches Preissystem Abhilfe schaffen? Nachdem der Nationalrat nichts von der Idee einer Tunnelgebühr wissen wollte, haben nun verschiedene Parlamentsabgeordnete erneut einen Anlauf genommen: Sie schlagen vor, dass ausländische Touristinnen und Touristen eine Transitgebühr bezahlen sollen, je nach Tageszeit und Wochentag.
Die Vorstösse sind breit abgestützt, sie stammen von links bis rechts im politischen Spektrum. Fraglich ist laut SRF News allerdings, ob eine solche Gebühr gegen das Landverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der EU verstossen würde.
Bleiben wir gleich noch beim Thema Ferien. Wohin zieht es die Mitglieder der Landesregierung diesen Sommer? Hier ein kleiner Überblick der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Eine Zugreise durch Frankreich, Belgien und die Niederlande. Das gönnt sich Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider diesen Sommer. Etwas Schweiz und etwas Ausland, dazu einige Tage mit ihren Familien, das haben sich sowohl Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter wie auch Beat Jans, Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements, vorgenommen.
In seinem Heimatkanton Tessin will Aussenminister Ignazio Cassis diesen Sommer verbringen, mit Wandern, Lesen und der Aktenarbeit, wie das Aussendepartement mitteilt. Auch Albert Rösti, Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, will die Ferien in der Schweiz verbringen, schliesst aber einen «Ausflug in ein Nachbarland» nicht aus.
Wirtschafts- und Bildungsminister Guy Parmelin will die Sommerferien in den Waadtländer Bergen verbringen, aber auch Freunde im Burgund besuchen. Sportminister Martin Pfister schliesslich gibt sich schweizerisch und sportlich: Er werde seine Ferien im Inland verbringen und die Gelegenheit nutzen, verschiedene Spiele der Frauen-Fussball-EM zu besuchen.
In der Romandie haben die Menschen ein kritischeres Verhältnis zu ihrer Krankenkasse und wechseln sie häufiger als in der Deutschschweiz. Das zeigt eine aktuelle Studie.
Ganze 59% der Befragten in der Westschweiz geben an, ihre Krankenkasse sei mitverantwortlich für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. In der Deutschschweiz sind nur 27% dieser Meinung. Das zeigt die jüngste Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, wie die Tribune de Genève und 24 Heures berichten.
Einer der Gründe könnte die Tatsache sein, dass die Prämien in der lateinischsprachigen Schweiz deutlich höher sind als in der Deutschschweiz. Dies besonders in den Kantonen Genf und Tessin. In der Deutschschweiz würden die Menschen die Krankenkasse eher als Partnerin im Gesundheitswesen einschätzen.
Schliesslich wurde in der Studie auch die Frage nach einer Einheitskasse aufgeworfen. Diese Idee findet in der Westschweiz mit 72% mehr Zustimmung als in der Deutschschweiz (60%). Insgesamt 63% der 1212 Befragten sind dafür. Erneut steht diesen Herbst eine Prämienerhöhung an. In der Romandie haben 59%, in der Deutschschweiz 37% vor, ihre Prämien zu vergleichen und gegebenenfalls die Kasse zu wechseln.
Die Glarner Landsgemeinde erreicht dank einer Reportage plötzlich ein Millionenpublikum. Wie kam es dazu?
In den USA ist regelmässig von Problemen mit Wahlmaschinen zu lesen. Wie muss es dann für die Leserinnen und Leser in jenem Land anmuten, wenn in einem Schweizer Kanton per Hand abgestimmt und gewählt wird? Und das im vollen Vertrauen auf die Richtigkeit des Resultats. Zwei Schweizer Kantone kennen das Prinzip der Landsgemeinde: Appenzell Innerrhoden und Glarus.
Letztere hat nun für internationales Echo gesorgt. Nicht etwa, weil Wahlfälschungen aufgetaucht wären. Nein, das Prinzip des über 700-jährigen Traditionsanlasses hat es der Journalistin Nadia Beard des renommierten Magazins National Geographic angetan, wie SRF News berichtet.
Laut dem Kanton Glarus erreicht National Geographic ein Publikum von 84 Millionen Menschen. Beste Werbung für den Glarus also? Noch ist nicht klar, welche Auswirkungen der Artikel haben wird. In Appenzell Innerrhoden etwa hatte das Magazin vor zehn Jahren das Berggasthaus Äscher-Wildkirchli auf der Frontseite eines Buchs abgebildet und mit dem Loblied einen unglaublichen Hype ausgelöst, der auch negative Folgen hatte.
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