Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Kürzlich habe ich einen Freund über den Kauf seiner x-ten Wanderhose ausgelacht. Nun musste ich feststellen, er liegt damit voll im Trend. Ich dagegen habe Aufholbedarf.
Zudem ging heute nach drei Wochen eifrigen Debattierens die Wintersession des Parlaments ohne grosse Überraschungen zu Ende. Das Budget 2026 steht – und naturgemäss sind die Parteien unterschiedlich (un)zufrieden mit den einzelnen Punkten.
Gute Lektüre!
Im Bundeshaus ging heute die Wintersession zu Ende. Nach drei Wochen hin und her zwischen National- und Ständerat, stimmten beide Kammern dem Budget 2026 zu.
Je nach Partei ist man mehr oder weniger zufrieden mit dem Budget. SP-Nationalrätin Sarah Wyss sagt etwa gegenüber SRF, die Bürgerlichen hätten sich durchgesetzt. «Man erhöht bei Landwirtschaft und Armee, während Personal und Entwicklungszusammenarbeit bluten mussten.» Es sei klar ein bürgerliches Budget.
«Auch die linke Seite hat etwas bekommen», sagt Mitte-Fraktions-Chefin Yvonne Bürgin. «Wir haben mit ihnen auch die Familienorganisation, Kindesschutz, Tox-Info und die Präventionskampagne zur Gewalt gegen Frauen durchgebracht.»
Im Rahmen der Budgetdebatte wurden in dieser Session die Subventionen für Nachtzüge nach Malmö in der Höhe von zehn Millionen Franken gestrichen. Der Betrag wird allerdings nicht eingespart, schreibt SRF.
Der Grund: Das Geld für den Nachtzug nach Malmö wäre aus einem speziellen Topf finanziert worden. Gespiesen wird der von den Fluggesellschaften, die für ihre Abgase bezahlen müssen. Nach dem Entscheid gegen den Nachzug kommt jetzt das ganze Geld der Luftfahrt zugute.
Nun wollen die Städte einspringen. In Zürich, Bern, Basel und Lausanne sind Vorstösse geplant, damit die Städte jene Nachtzug-Subventionen zahlen, die das nationale Parlament nicht sprechen will, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Mob-Wife Ästetik, Strick-Layering oder Rüschen-Romantik? Wenn Sie bei diesen Begriffen die Stirn runzeln, sind Sie in der Schweiz in guter Gesellschaft.
Alle drei Ausdrücke beziehen sich auf Modetrends im Jahr 2025. Doch wie der Trendrückblick 2025 von Zalando zeigt, trendet in der Schweiz etwas anderes: die Wanderkleidung.
Nach Turnschuhen mit schmalen Sohlen und Anhängern für Handtaschen hat die Nachfrage nach den richtigen Outdoorkleidern hierzulande besonders zugelegt. Im Vergleich zu anderen Märkten in Europa würden Schweizer Zalando-Kund:innen «überdurchschnittlich oft» in der Sportkategorie einkaufen, sagte Zalando gegenüber dem Tages-Anzeiger. So stieg die Nachfrage beispielsweise in Zürich um 300 Prozent, was sowohl Suchanfragen wie auch tatsächliche Käufe berücksichtigt.
Grund für das gestiegene Interesse an Wanderkleidung ist einerseits, dass schlicht mehr Menschen wandern gehen. Anderseits schmückt sich heutzutage jede Aktivität mit ihrem passenden Look. Das Outfit soll daher nicht nur praktisch, sondern auch modisch sein. Zudem sind Outdoorkleider wie Wanderschuhe auch im urbanen Alltag immer beliebter, schreibt der Tages-Anzeiger weiter. Wenn Sie also das nächste Mal nach einer Wanderung direkt in die Stadt wollen, liegen Sie mit ihrem Outfit wohl gleich im Trend.
Wer über die Festtage auf die Piste will, braucht wohl auch dafür das passende Outfit. Wichtiger ist hier allerdings, dass es überhaupt Schnee hat.
Derzeit herrscht selbst hoch oben in den Bergen Schneemangel. Der Grund sei eine «typische Kombination aus einem natürlichen Extrem, wie sie schon immer vorkamen, und der Klimaerwärmung», sagt der Klimatologe Christoph Marty vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos gegenüber den Zeitungen von CH Media. So gab es schon immer niederschlagsarme Frühwinter. Wenn nun allerdings Niederschlag fällt, kommt dieser aufgrund der warmen Temperaturen in der Form von Regen anstatt von Schnee.
Für die Skigebiete heisst das: Schneekanonen müssen Aushilfe schaffen. Allerdings sind Pisten, die fast zu 100 Prozent aus Kunstschnee bestehen, ein Risiko für sowohl Umwelt als auch für Wintersportler:innen. Wie CH Media schreibt, führt Kunstschnee zu mehr und schwereren Skiunfällen.
Dies einerseits, weil Kunstschnee dichter und härter als Naturschnee ist, was die Verletzungsgefahr erhöht. Hinzu komme, dass er bei Tag eher schmilzt und nachts schneller gefriert. Zu Unfällen komme es dann vor allem nachmittags, wenn der Kunstschnee schwer wird.
Trotzdem soll der Kunstschnee nicht als Sündenbock für alle Unfälle herhalten. «Die grösste Unfallgefahr ist und bleibt der Mensch, denn neun von zehn Schneesportunfällen sind selbstverursacht», sagt Suva-Mediensprecherin Regina Pinna-Marfurt gegenüber CH Media.
Dass die Schweiz eine Hochpreisinsel ist, ist hinlänglich bekannt. Ein neuer Vergleich des Bundesamts für Statistik zeigt, wie die Schweiz international abschneidet.
Laut dem Bundesamt für Statistik bezahlten Schweizer:innen 2024 im Schnitt über 80 Prozent höhere Preise als die Menschen in der EU. Dies schreibt heute unter anderem die Basler Zeitung. Für beispielsweise Fleisch, Schuhe oder Autos muss man in der Schweiz tiefer in die Tasche greifen. Günstiger sind hingegen Smartphones und Laptops.
Neben Konsumgütern weisen auch stationäre Gesundheitsdienstleistungen in der Schweiz, also Spitäler und Kliniken, höhere Preise aus – sie sind mehr als dreimal so teuer. Bildungswesen und Wohnen kosten mehr als doppelt so viel.
Für den Vergleich prüften die statistischen Ämter der Länder die lokalen Preise für vergleichbare Warenkörbe; insgesamt analysierten die Statistiker:innen über 2000 Produkte und Dienstleistungen. Die höheren Preise in der Schweiz werden durch das unterschiedliche Lohnniveau in den verschiedenen Ländern etwas in Perspektive gesetzt: Während der Bruttomedianlohn 2024 hierzulande 7024 Franken betrug, liegt der EU-weite Durchschnittslohn bei etwa 3000 Franken.
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