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Rücken von Schweinen im STall

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Bald beginnt die Grillsaison – gerade dann ist Schweinefleisch in der Schweiz besonders gefragt. Doch trotz der hohen Nachfrage wird derzeit zu viel Schweinefleisch produziert.

Um das Überangebot zu stoppen und die Preise zu stabilisieren, will der Verband der Schweinezüchter zu einem ungewöhnlichen Mittel greifen.

Herzliche Grüsse aus Bern

Schwein im Stall
Pro Woche werden in der Schweiz bis 47’000 bis 48’000 Schweine geschlachtet. Keystone / Christian Beutler

In der Schweiz wird zu viel Schweinefleisch produziert – sinkende Preise setzen die Branche unter Druck. Nun sollen Züchter:innen Geld fürs Aufhören erhalten.

Hätten Sie gewusst, dass Schweinefleisch das beliebteste Fleisch in der Schweiz ist? 19 Kilogramm assen die Schweizer:innen 2024 durchschnittlich pro Kopf davon, bis zu 95 Prozent stammt aus inländischer Produktion.

Doch obwohl es so gern gegessen wird, gibt es in der Schweiz momentan einen Überschuss an Schweinefleisch. Die Schweizer Landwirt:innen liefern jede Woche 4000 Schweine zu viel an die Schlachthöfe, schreibt der Tages-Anzeiger heute. Die überzähligen Koteletts landen im Verkauf, was zu sinkenden Preisen führt, oder sie werden zu tieferen Preisen ins Ausland exportiert. Für die diesjährige Grillsaison wurden die Kühllager schon 2025 aufgefüllt.

Suisseporcs, der Verband der Schweizer Schweinezüchter und -produzenten, will nun die Züchter:innen mit einer Prämie dazu motivieren, ihre Ställe freiwillig aufzugeben. Eine solche Strategie hat es noch nie gegeben, der Verband wird an seiner Delegiertenversammlung darüber entscheiden. Eine Entspannung auf dem Markt wäre aber mit dieser Methode erst im nächsten Jahr zu erwarten.

Pflegerin deckt alte Person im Bett zu
In Pflegeberufen arbeiten besonders viele Menschen Teilzeit. Keystone / Christian Beutler

Schadet Teilzeitarbeit der AHV? Neue Zahlen widersprechen einem zentralen Argument der Teilzeit-Gegner:innen.

Der Schweizer Arbeitgeberverband hat die Teilzeit-Debatte neu lanciert und den Begriff «Lifestyle-Teilzeit» geprägt, gemeint sind damit vor allem Menschen über 50, die ihr Pensum reduzieren. Kritiker:innen argumentieren, Teilzeit verschärfe den Fachkräftemangel und schwäche die AHV. Zahlen des Bundes widersprechen dem jedoch, wie Radio SRF berichtet.

«Was wir in den Daten sehen, ist dass sehr viele Leute aus der Nicht-Erwerbstätigkeit eine Erwerbstätigkeit in der Teilzeit aufnehmen», sagt Luca Moretti vom Bundesamt für Sozialversicherungen in der Radiosendung «Heute Morgen». Die Zahl der Vollzeitpensen ist seit 15 Jahren stabil, ebenso die der kleinen Pensen. Gewachsen sind vor allem Anstellungen über 50 Prozent.

Zusammengefasst: Dank Teilzeit gehen mehr Menschen in der Schweiz einer Arbeit nach – und im Schnitt arbeiten die Menschen in der Schweiz mehr.

Und was ist mit den älteren Menschen, die ihr Pensum für mehr Freizeit reduzieren? «Die haben recht», sagt Ökonom Mathias Binswanger in der SRF-Radiosendung «Morgengast». «In der Ökonomie geht es nicht darum, möglichst viel Einkommen oder Wachstum zu erzielen, sondern den persönlichen Nutzen zu maximieren. Wer für mehr Freizeit sein Pensum reduziert, handelt ökonomisch richtig.»

Dorf Lauterbrunnen mit Wasserfall im Hintergrund
Die Wasserfälle in Lauterbrunnen ziehen Tourist:innen aus aller Welt an. Keystone / Anthony Anex

Ein von Elon Musk geteiltes Video aus Lauterbrunnen begeistert Millionen – Einheimische versuchen derweil, ihre Privatsphäre zu verteidigen.

Ist das echt oder KI? So reagierten die User:innen, als Elon Musk kürzlich auf seiner Plattform X ein Video geteilt hat, das Lauterbrunnen im Berner Oberland und Umgebung in seiner ganzen Pracht zeigt. Das Video, das ein italienischer Blogger produziert hatte, wurde von über 50 Millionen Menschen gesehen.

«Vor ein paar Jahren hätten sich die Einwohner von Lauterbrunnen wahrscheinlich noch uneingeschränkt über die Gratiswerbung gefreut», schreibt die NZZ. Heute wird der Touristenandrang von vielen Einheimischen eher als Übel wahrgenommen. In einer aktuellen Umfrage in Grindelwald sagten 89 Prozent, dass sie sich im Sommer weniger Feriengäste wünschten.

In Lauterbrunnen belastet nicht nur die Zahl der Gäste, die dank Social-Media-Hypes ins Tal kommen, die Einheimischen, sondern auch deren Verhalten. Mit Schildern versucht die Gemeinde, Besucher:innen von Privatgrundstücken fernzuhalten und sie dazu anzuhalten, ihren Abfall mitzunehmen. Man versuche alles, um das Lauterbrunnental trotz dem grossen Ansturm lebenswert zu erhalten, sagt Lauterbrunnens Gemeindepräsident Karl Näpflin in der Berner Zeitung.

zwei Dosen Rivella
Das neue Rivella mit Pfirsichgeschmack und das klassische rote gibt es neu in der Dose. Rivella

Die Schweizer Traditionsmarke Rivella verkauft ihre Getränke neu auch in der Aludose – und hat eine neue Geschmackrichtung herausgebracht.

In meiner nachmittäglichen Arbeitspause gönne ich mir gern ein Erfrischungsgetränk aus einer Dose – damit bin ich nicht allein. Getränke in Aludosen sind im Trend, und auf diesen will jetzt auch die Schweizer Traditionsmarke Rivella aufsteigen.

Wie die Zeitungen von CH Media schreiben, gibt es zwei Sorten nun auch aus der Aludose: Das klassische Rivella Rot, dazu wagt Rivella mal wieder eine neue Geschmackrichtung: Rivella mit Pfirsichgeschmack, das es in einer Zero-Version gibt.

Das Schweizer Familienunternehmen wurde 1952 gegründet und produziert seit den 1950er-Jahren im aargauischen Rothrist. Rivella wird auch im Ausland verkauft, zum Beispiel in den Niederlanden, dem wichtigsten Auslandmarkt der Firma. Wie CH Media kürzlich berichtete, bleibt das Unternehmen weiterhin in Familienhand: 2027 übernimmt mit Tano Barth der Enkel des Gründers das Präsidium.

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