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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 23. November 2009 - 19:00 publiziert

Bern (awp/sda) - Montag, 23. November
ZUVERSICHTLICHER FÜR WIRTSCHAFT: So schnell wie der Abschwung die Schweiz getroffen hat, setzt nun nach Ansicht der Ökonomen von economiesuisse auch der Aufschwung wieder ein. Der Wirtschaftsdachverband rechnet für 2010 mit einem Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 0,7 Prozent. Vor einem halben Jahr deutete die Prognose von economiesuisse noch auf eine Schrumpfung des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) um 0,8 Prozent hin. Der Wachstumstreiber der kommenden Monate ist gemäss economiesuisse die Exportwirtschaft. Fürs laufende Jahr korrigiert economiesuisse ihre BIP-Prognose leicht von -2,9 auf -2,7 Prozent. An der Medienkonferenz stellte economiesuisse-Präsident Gerold Bührer einen Katalog von Anliegen vor, welche seiner Ansicht nach langfristig die Attraktivität der Schweiz sichern sollen. Wichtigster Punkt darin ist die Konzentration auf am internationalen Wettbewerb ausgerichtetete Wachstumstreiber.
MIKRON BAUT IN AGNO AB: Der Bieler Fertigungs- und Montagesystem-Hersteller Mikron streicht am Standort Agno im Tessin 120 bis 130 von insgesamt 460 Stellen. Der Abbau ist eine Reaktion auf die schwache Auftragslage der vorwiegend auf die Auto-Industrie ausgerichteten Division Machining Technology. Deren Geschäftsvolumen werde für längere Zeit deutlich unter jenem der vergangenen Jahre liegen, teilte Mikron mit. Insbesondere der Geschäftszweig Neumaschinen dürfte von einer Erholung des wirtschaftlichen Umfelds erst mit Verspätung profitieren. Denn bei den Mikron-Kunden seien für längere Zeit ausreichend Produktionskapazitäten vorhanden. Mikron leidet massiv unter der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Umsatz und Bestellungseingang brachen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs dramatisch ein.
MCDONALD'S MIT NEUEM LOGO: McDonald's verabschiedet sich von seinem auffälligen Logo. Statt auf rotem Grund wird das gelbe M künftig vor einem grünen Hintergrund prangen. Mit dem neuen Farbkonzept möchte McDonald's seine nachhaltige Qualitätsstrategie sichtbar machen. Auf der Autobahnraststätte Kölliken im Kanton Aargau werde Mitte Dezember die erste Filiale mit der neuen Farbgebung eröffnet, sagte McDonald's Schweiz-Sprecherin Nicole Schöwel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die farbliche Neuausrichtung betrifft nicht nur die Schweiz, sondern wird in ganz Europa umgesetzt. Der Farbwechsel sei als Respekt vor der Umwelt zu werten, sagte der Vizechef von McDonald's Deutschland, Holger Beeck, gegenüber der "Financial Times Deutschland".
MEHR LOHN FÜR BAUARBEITER: Die Arbeiter im Schweizer Baugewerbe haben dieses Jahr im Schnitt 2,6 Prozent mehr verdient. Das zeigt eine per Ende Juli durchgeführte Erhebung des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV). Demnach erhielt das Baustellenpersonal nominal 2,2 Prozent mehr Lohn. Wird die erwartete rückläufige Teuerung von 0,4 Prozent eingerechnet, ergibt sich ein Anstieg der Reallöhne um 2,6 Prozent gegenüber Februar 2008, als die letzte Lohnerhebung durchgeführt worden war.
IM NOTFALL DER STAAT: Im Hin und Her um den Bau von Glasfasernetzen fordert das Denkinstitut Avenir Suisse die Einführung einer staatlichen Regulierung, falls der Wettbewerb nicht greift. Dort, wo der Wettbewerb indessen spielt, soll eine Regulierung unterbleiben. Zwar planen neben der Swisscom auch zahlreiche städtische Elektrizitätswerke (EW) den Bau von Glasfasernetzen, doch damit ist ein stabiler und effektiver Infrastrukturwettbewerb nicht mit Sicherheit gewährleistet, wie aus einer Studie von Avenir Suisse hervorgeht. Die bisherige Entwicklung am Schweizer Telekommarkt stimme skeptisch. Die Preise für Breitbandinternet seien im internationalen Vergleich hoch und die ehemalige Monopolistin Swisscom gewinne Marktanteile zurück.
WEITERER ABBAU BEI MÜLLER MARTINI: Müller Martini baut weitere rund 100 Stellen ab, wie die Herstellerin von Systemen für die Druckverarbeitung und den Versand mitteilte. Laut der Gewerkschaft Unia erhalten dabei 59 Personen die Kündigung. An Standorten in Zofingen werden 36 Personen entlassen, wie ein Unia-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. 22 weitere Stelleninhaber würden vorzeitig pensioniert. Die restlichen 23 Kündigungen werden laut dem Sprecher in Hasle LU, Stans und Felben-Wellhausen TG ausgesprochen. Den erneuten Abbau begründet das Unternehmen im Communiqué mit dem äusserst schwierigen und unsicheren wirtschaftlichen Umfeld für die Maschinenindustrie und die Strukturveränderungen in der grafischen Industrie. Es ist bereits die dritte Abbaurunde bei Müller Martini in diesem Jahr in der Schweiz.
OPEL-KONZEPT IN BÄLDE: Den Opel-Beschäftigten steht die Woche der Wahrheit bevor: Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) will seinen Sanierungsplan für das europäische Tochterunternehmen in den kommenden Tagen zunächst den Gewerkschaften und anschliessend den Regierungen vorlegen. Erst danach soll EU-weit über Staatshilfen entschieden werden. Der neue GM-Europe-Chef Nick Reilly sagte am Montag nach einem Treffen mit Vertretern der EU-Standortländer in Brüssel, er sei zuversichtlich, die Gespräche schnell abschliessen zu können. Reilly bezifferte den Finanzbedarf für die Sanierung von Opel und der britischen Schwester Vauxhall auf 3,3 Mrd. Euro. GM will die Kapazität in Europa um rund 20 Prozent verringern. Dazu sei die Schliessung ganzer Werke nicht unbedingt nötig. Innert eines Jahrs müssen laut GM bis zu 10'000 der insgesamt 46'000 Stellen in Europa abgebaut werden.
WEITERES MANDAT FÜR WEDER DIE MAURO: Die Schweizer Professorin Beatrice Weder di Mauro zieht in den Aufsichtsrat des grössten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp ein. Die Anteilseigner wollten Weder di Mauro an der Hauptversammlung im Januar zur Wahl vorschlagen, teilte das Unternehmen mit. Bekannt ist Beatrice Weder di Mauro vor allem wegen ihrer Rolle als "Wirtschaftsweise" - sie gehört dem Wirtschafts-Sachverständigenrat der deutschen Regierung an.
uh

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