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ESSEN (awp international) - Der grösste deutsche Stahlhersteller ThyssenKrupp hat den Verkauf seiner Metallumformsparte an den spanischen Autozulieferer Gestamp besiegelt. Nun müssten noch die Aufsichtsräte und die Wettbewerbsbehörden zustimmen, teilte der Konzern am Montag in Essen mit. Beide Seiten rechnen damit, das Geschäft im Sommer endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Die Aufsichtsräte würden bereits im Mai zustimmen, hiess es. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Er liegt nach früheren Angaben aus Unternehmenskreisen im deutlich dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die Metallumformsparte, die in dem Dax-Konzern Metal Forming heisst, stellt in ihren Werken in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Polen, der Türkei und China Fahrwerk- und Karosseriebauteile für die Automobilindustrie her. Die Gruppe hat 5.700 Beschäftigte und erzielte im Geschäftsjahr 2009/10 einen Umsatz von knapp 1,1 Milliarden Euro. Bei ThyssenKrupp zählte sie seit längerem nicht mehr zum Kerngeschäft.
Im vergangenen Jahr hatte der Ruhrkonzern mit vier Interessenten verhandelt. Gestamp habe sich als der beste Kandidat erwiesen, sagte Thyssen-Krupp-Stahlchef Edwin Eichler: "Mit diesem neuen Partner wird sich Metal Forming technisch und wirtschaftlich weiter entwickeln und seine bedeutende Stellung im Markt ausbauen können." Die Sparte passe "ideal" zu seinem Konzern, sagte Gestamp-Chairman Francisco Riberas.
Die Spanier traten in einem Konsortium zusammen mit einem Finanzinvestor auf. Gestamp hat rund 18.000 Mitarbeiter in 20 Ländern. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Metallkomponenten und Strukturbauteile für Autokarosserien. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete es einen Umsatz von gut 3 Milliarden Euro.
Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise hat sich ThyssenKrupp von zahlreichen Geschäftsfeldern getrennt. So verkaufte der Konzern 2009 die US-Gerüstbautochter Safway an einen Finanzinvestor und die Industrieservicesparte an die Frankfurter Wisag. Zudem wurden die Essener 2010 ihre griechische Werft HSY los, der weitgehende Verkauf der deutschen Werften an den arabischen Schiffbauer Abu Dhabi Mar steht kurz bevor.
Wieder auf der Verkaufsliste steht in diesem Jahr der Industriedienstleister Xervon. Diesen wollte ThyssenKrupp schon 2009 loswerden, den Verkaufsprozess stoppte das Unternehmen aber wegen der Wirtschaftskrise. ThyssenKrupp sitzt derzeit nach der Inbetriebnahme der neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA auf einem Schuldenberg von gut 5,8 Milliarden Euro. Die Verbindlichkeiten gelten als grosse Hypothek beim angepeilten Konzernumbau unter dem neuen Vorstandschef Heinrich Hiesinger./enl/ksb/wiz

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