Traumwandlerische Reise in die nahe Zukunft im Kunstmuseum Basel
Das Gegenwartshaus des Kunstmuseum Basel präsentiert sich zur Wiedereröffnung nach de Sanierung als Stadt der surrealen Visionen einer nahen Zukunft. Kreiert worden ist die das gesamte Museum füllende Kunstwelt von der chinesischen Künstlerin Cao Fei.
(Keystone-SDA) Als «laut und grell» bezeichnete die 1978 in Guangzhou in Chinas Industriegürtel geborene Künstlerin an der Medienpräsentation vom Donnerstag die Welt, die sie nun in die als ausgesprochen konsistent empfundene Schweiz getragen hat. «Testimonies to the Near Future» (Zeugnisse einer nahen Zukunft) heisst die Ausstellung, die immersive Installationen, Videowelten und Fotografien aus ihren letzten dreissig Schaffensjahren vereint.
Laut und grell ist es denn auch, wenn man die grosse Eingangshalle des Museums betritt. Und ziemlich versifft. Denn die mit Tags und Sprayereien von Basler Künstlern versehenen Wänden sind so verdreckt, als wäre der Wasserschaden, der das Haus zu einer einjährigen Schliessung zwang, nicht behoben worden. Am Boden ist eine Skaterampe aufgebaut, versehen mit der Aufschrift «Skate and Destroy».
Es ist die Umgebung, in der Cao Fei ihre Hiphop-Videoserie präsentiert, die sie seit 2003 aufbaut. Es sind Einsichten in Warenhäuser, Strassenschluchten und dergleichen mehr, in denen sich surreale Tanz- und Musikszenen abspielen.
Surreale Verfremdungen von Alltagswelten
Die Verfremdungen von Alltagswelten sind so etwas wie Programm in Cao Feis Ansichten der nahen oder bereits begonnen Zukunft. Sie führen in Fabrik- und Logistikzentren, in Spielsalons oder in ganz intime, persönliche Traumwelten. Das führt zu überraschenden, zu sinnlichen bis zu irritierenden Einsichten.
Im Level «Playground» zu Beispiel, hat die Künstlerin den Kraken aus dem urtümlichen 2D-Runner-Videospiel «Super Delivery» befreit, der nun über eine mit hunderten von Plastikbällen gefüllten Spielwiese thront.
Die Ausstellung, die den Museumsbau bis in die letzte Ecke bespielt, ist auch eine faszinierende Reise in die rasante Entwicklung von digitalen Welten, die von holprigen Avataren beginnt und in realitätsnahe virtuelle Parallelwelten mündet.
«Um alles wirklich zu sehen, bräuchte man fünf Tage», sagte Cao Fei mit einem vieldeutigen Lächeln bei der Medienpräsentation. Bis 11. Oktober 2026 bleibt Zeit hierfür.