Über 17’000 Packungen mit gefälschten Medikamenten beschlagnahmt
(Keystone-SDA) Genf – In einem Lagerhaus in Genf sind vergangenen Juni mehr als 17’000 Schachteln mit gefälschten Medikamenten gefunden worden. Dabei handle es sich 2009 um den grössten Fund dieser Art in der Schweiz, hiess es an einer Medienkonferenz der Zollkreisdirektion Genf.
Die Medikamente gegen Thrombosen und Schizophrenie seien mit grösster Wahrscheinlichkeit für den europäischen Markt bestimmt gewesen, sagte Jérôme Coquoz, Direktor der Zollkreisdirektion Genf. Die Schweiz habe lediglich als Transitland gedient. Der Verkauf der falschen Pillen hätte den Vertreibern mehr als drei Millionen Franken eingebracht.
Die Zollbeamten waren während einer Routinekontrolle auf ein Lagerhaus gestossen, in dem unverzollte Ware lagerte. Dabei stiessen sie auf die Medikamente. Diese waren entweder von Mauritius via Libanon oder von Singapur aus in die Schweiz gelangt. Verdächtig waren die vielen Schreibfehler auf den Beipackzetteln.
Die Zollbehörde schickte daraufhin eine Probe an das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic. Die dort durchgeführten Analysen ergaben, dass die Medikamente gegen Thrombosen keine Wirkstoffe enthielten. Jene zur Behandlung von Schizophrenie waren unterdosiert.
Die Herstellerfirmen der beiden Medikamente haben nun Klage gegen die Fälscher eingereicht. Ob es bereits zu Verhaftungen gekommen ist, wollte Coquoz nicht sagen. Auch auf weitere Details ging er nicht ein. «Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen», lautete seine Begründung.