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Vize-Präsident des Luzerner Sozialversicherungszentrums tritt ab

Entgegen ersten Ankündigungen, wird der Verwaltungsrat des Luzerner Sozialversicherungszentrums WAS interimistisch nicht von Urs Kneubühler geleitet. Dieser tritt, weil ihn die aktuelle Situation belastet, per sofort aus dem Verwaltungsrat zurück.

(Keystone-SDA) Am letzten Montag hatte der Luzerner Regierungsrat den sofortigen Rücktritt des WAS-Verwaltungsratspräsidenten Guido Graf bekannt gegeben. Vorübergehend sollte demnach Vizepräsident Kneubühler das Gremium leiten.

Wie das Sozialversicherungszentrum am Montag mitteilte, tritt Kneubühler aber per sofort als Verwaltungsrat des WAS und der WAS Immobilien AG zurück. Er werde sich in der Projektorganisation, welche sich um den neuen WAS-Standort Eichhof West kümmert, engagieren, hiess es in der Mitteilung.

Zum Grund des sofortigen Rücktritts, erklärte das WAS auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schriftlich, die aktuelle Situation habe den 73-jährigen Kneubühler sehr belastet. Es sei vorgesehen gewesen, dass er im November seine Verwaltungsratsmandate abgebe. «Nun hat er diesen Schritt vorgezogen», hiess es in dem Schreiben.

Interimistische Leitung

Interimistisch geleitet wird der WAS-Verwaltungsrat von Martin Kaiser. Dieser wurde gemäss der Mitteilung am Freitag zum Nachfolger von Kneubühler und somit zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrats gewählt. Er werde in der Übergangsphase auch die Sitzungen des Verwaltungsrats leiten, teilte das Sozialversicherungszentrum mit.

Die Leitung des Verwaltungsrats der WAS Immobilien AG übernimmt das bisherige Verwaltungsratsmitglied Peter Dietschi. Die Immobilien AG wird nach der Fertigstellung des Neubaus wie geplant aufgelöst. Ihre Zweckbestimmung entfalle dann, hiess es.

Die freien Positionen im WAS-Verwaltungsrat werden durch das Gesundheits- und Sozialdepartement, das für das Sozialversicherungszentrum zuständig ist, öffentlich ausgeschrieben. Die ordentlichen Gesamterneuerungswahlen des Verwaltungsrats finden im November statt.

Strafanzeige gegen Guido Graf

Der Rücktritt des früheren Mitte-Regierungsrats Guido Graf war mit unüberbrückbaren Differenzen im Verwaltungsrat begründet worden. Die Finanzkontrolle hatte aber bei einer Überprüfung auch festgestellt, dass möglicherweise strategische und operative Aufgaben vermischt wurden und Graf sich selbst Aufträge erteilt haben könnte.

Bekannt wurde später auch, dass die parlamentarische Aufsichts- und Kontrollkommission (AKK) eine Strafanzeige gegen Graf wegen Amtsmissbrauchs eingereicht hat. Diese Anzeige steht im Zusammenhang mit der Gründung der WAS Immobilien AG, wie der «Willisauer Bote» berichtete, und der AKK-Präsident gegenüber dem Regionaljournal SRF bestätigte.

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