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Wasserkraft-Kompromiss mit Nutzungsverzichten und Schutzmassnahmen

Der Wasserkraft-Kompromiss zwischen dem Kanton Bern, den Kraftwerken Oberhasli und Umweltverbänden vom vergangenen Dezember sieht ökologische Ausgleichsmassnahmen vor. Diese reichen von Nutzungsverzichten bis zum Schutz von Gletschervorfeldern.

(Keystone-SDA) Für die grossen Ausbauvorhaben der Kraftwerke Oberhasli (KWO) wurden einzelne Pakete mit Ausgleichsmassnahmen erarbeitet. Vollständig sind sie für die Projekte Triftstausee und Vergrösserung Grimselsee. Noch nicht vollständig ist das Paket für das noch weniger weit fortgeschrittene Projekt Vergrösserung Oberaarsee.

In diesen Massnahmenpaketen enthalten sind nebst direkt von den KWO umgesetzten oder finanzierten Massnahmen unter anderem auch durch den Kanton Bern zugesicherte Nutzungsverzichte von 53 kantonalen Fliessgewässern oder Fliessgewässerabschnitten. Der Verzicht gilt für den Bau von neuen Kraftwerken oder erheblichen Erweiterungen.

An vielen der betroffenen Hauptgewässer sind neue Kraftwerke bereits heute entweder gar nicht oder nur unter Einschränkungen realisierbar. Nun sollen diese Gewässerabschnitte dauerhaft geschützt werden.

Die Gewässerabschnitte liegen im gesamten Kantonsgebiet verteilt und betreffen grössere Gewässer wie etwa Aare, Emme, Zulg, Simme, Saane, Sense oder Schüss sowie kleinere Gewässer wie beispielsweise Spiggebach, Sousbach, Saxetbach, Chise, Önz, Gäbelbach, Giessbach oder Rotache.

Im Raum stehen der Rückbau des Simmewehrs des Wasserkraftwerks Spiez, das zur BKW gehört, und von zwei Kleinwasserkraftwerken des Alpiq-Konzerns an der Emme im Raum Bätterkinden.

Natur wird geschützt

Das Gletschervorfeld am Steingletscher im Sustengebiet soll vor menschlichen Nutzungen geschützt werden, die über das jetzige Ausmass hinausgehen. Insbesondere betrifft dies Anlagen zur Stromerzeugung und eine intensive touristische Nutzung, etwa durch Seilbahnen, Skilifte, Biketrails, Klettersteige oder Beherbergungsbetriebe.

Weitere Bau- und Nutzungsbeschränkungen betreffen die Gletschervorfelder des Bächli- und Gruebengletschers im Grimselgebiet.

Daneben sollen artenreiche Wiesen gefördert werden, etwa durch konzeptionelle und finanzielle Unterstützung. Dies soll schwerpunktmässig im Oberhasli, dem Konzessionsgebiet der KWO, geschehen, könnte aber auch ausgedehnt werden.

2026 läuft ein Pilotprojekt mit Ziegen im Gental aus. Ein Folgeprojekte im Rahmen der Ausgleichsmassnahmen will darauf aufbauen.

Schliesslich soll auch eine KWO-Stiftung entstehen, um den langfristigen Unterhalt von Aufwertungs- und Revitalisierungsmassnahmen sicherzustellen.

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