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(Meldung nach MK ergänzt mit Openleaks und Reaktion von Neste Oil.)
Davos (awp/sda) - Wegen grober Menschenrechtsverletzungen haben Greenpeace und die Erklärung von Bern das Minenunternehmen AngloGold Ashanti mit dem "Public Eye Award" gebrandmarkt. Der Schmähpreis des Publikums ging an den Biodiesel-Hersteller Neste Oil.
Der finnische Konzern, einer der weltweit grössten Abnehmer von Palmöl, erhielt in einer Internetabstimmung über 17'000 Stimmen, wie die Organisatoren des kritischen Kontrapunkts zum Weltwirtschaftsforum (WEF) am Freitag in Davos mitteilten.
Mit insgesamt 53'000 Menschen habe sich die Beteiligung gegenüber dem letzten Jahr verdoppelt, sagte Oliver Classen von der globalisierungskritischen Organisation Erklärung von Bern.
Neste Oil verdrängte in der Endrunde der WEF-Gegner für das "übelste Unternehmen" der Welt den Energiemulti BP (13'000 Stimmen) und den Zigarettenkonzern Philip Morris (8'000 Stimmen) vom Spitzenplatz.
Unter dem schamlosen Namen "Green Diesel" verkaufe Neste Oil europaweit Biodiesel aus Palmöl. Dazu würden in Südostasien Regenwälder zerstört und Menschen von ihrem Land vertrieben. Die massiv steigende Palmölnachfrage treibe zudem in Indonesien und Malaysia die Vernichtung der letzten Refugien des vom Aussterben bedrohten Orang-Utans voran.
Neste Oil wies die Vorwürfe in einem Communiqué zurück und zeigte sich über die "Auszeichnung" erstaunt. Das Unternehmen bezeichnet sich als einer der verantwortungsvollsten Palmölkäufer der Welt.
Schwer wiegen die Vorwürfe auch gegen AngloGold Ashanti. Der südafrikanische Minenkonzern erhielt den Schmähpreis der Jury, weil er beim Goldabbau in Ghana Land und Menschen vergifte. Minenabfälle, kontaminierten Flüsse und Brunnen, aus denen ganze Dörfer trinken.
Laut Daniel Owusu-Koranteng, Präsident der Betroffenenorganisation WACAM, geht der Konzern brutal gegen mutmasslich unberechtigte Goldschürfer vor. In mehreren Fällen seien Menschen schwer verletzt worden, es habe auch schon Tote gegeben.
Mit dem Public Eye Award wollen die Organisatoren rücksichtslose Unternehmen an den Pranger stellen. Das sei ein wichtiges Instrument der Machtlosen. Missstände ans Tageslicht bringen helfen soll künftig auch openleaks.org, ein in Davos vom ehemaligen Wikileaks-Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg vorgestelltes Projekt.
Anders als Wikileaks will Openleaks Informationen von Insidern aber nicht selber veröffentlichen, sondern einen nicht rückverfolgbaren Transfer zu Medien und Organisationen ermöglichen.
Davon könnte auch Wikileaks profitieren, sagte Domscheit-Berg. Das Internetportal ist seit Freitag aufgeschaltet und soll bis Ende Jahr vollständig in Betrieb sein. Allerdings sei die Finanzierung noch am Anfang. Die Hälfte der Mitarbeiter stamme von Wikileaks, sagte Domscheit-Berg.
mk

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