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Bluttransfusionen Homosexuelle dürfen neu Blut spenden

Seit 1988 durften homosexuelle Männer in der Schweiz kein Blut spenden.

Seit 1988 durften homosexuelle Männer in der Schweiz kein Blut spenden.

(Keystone)

Ab dem 1. Juli 2017 dürfen auch homosexuelle Männer in der Schweiz Blut spenden. Die Zulassungsbehörde Swissmedic hat ein entsprechendes Begehren von Blutspende SRK Schweiz gutgeheissen. Allerdings müssen die Männer vor der Spende 12 Monate sexuell abstinent gewesen sein.

Homosexuelle Männer durften seit 1988 wegen der Aidsgefahr kein Blut spenden. Swissmedic macht diesem Verbot nun ein Ende, nachdem Blutspende SRK Schweizexterner Link im Juli 2016 ein entsprechendes Gesuch gestellt hatte.

Die Aufhebung des Verbots ist allerdings an strenge Bedingungen geknüpft. Homosexuelle Männer müssen während 12 Monaten sexuell abstinent gelebt haben, bevor sie spenden dürfen. Darüber hinaus müssen die Blutspendedienste zusätzliche Daten zu den Auswirkungen der geänderten Spendekriterien sowie deren Einhaltung durch die Spenderinnen und Spender erheben und die Risikoentwicklung eng überwachen.

"Provisorische Lösung"

Blutspende SRK Schweiz freut sich über den Entscheid von Swissmedic. Doch die gewählte Lösung sei alles andere als perfekt und könne nur provisorisch sein. "In einem zweiten Schritt sollte man nur auf das persönliche Verhalten abstellen, nicht auf die sexuelle Orientierung", fordert Rudolf Schwabe, Direktor von Blutspende SRK Schweiz. Langfristig sei das Ziel eine differenzierte Evaluierung des Risikoverhaltens von Blutspendern.

Schweiz folgt französischem Beispiel

Die Schweiz folgt mit der Änderung dem Modell Frankreichs, das im Frühling 2016 die Blutspende von Homosexuellen unter bestimmten Bedingungen zugelassen hat. Mehrere Nachbarländer der Schweiz haben Homosexuelle ohne Einschränkungen zur Blutspende zugelassen, zum Beispiel Italien, Spanien, Portugal und Polen (siehe Karte unten).

(swissinfo.ch)

Blutmangel in der Schweiz

Der Verbrauch von Blut an öffentlichen Spitälern der Schweiz hat 2016 um 3% abgenommen. Seit 2013 hat der Bedarf laut Blutspende SRK Schweiz etwa um 20% abgenommen.

Doch die aktuelle Grippe-Epidemie, die ausgeprägter ist als letztes Jahr, erschwert die Beschaffung von Blutreserven, vor allem von Blut mit der Blutgruppe Rhesus-Negativ. Obwohl die Vorräte gefüllt sind, bleibt die Situation angespannt. Blutspende SRK Schweiz will demnächst einen landesweiten Aufruf zur Blutspende lancieren.

(Quelle: sda)


(Übertragung aus dem Französischen: Sibilla Bondolfi)


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