Zürcher Gemeinderat verdoppelt Kredit für Studentenwohnungen
Die Stadt Zürich soll 40 Millionen Franken für den Bau von neuen Studentenwohnungen ausgeben - statt nur 20 Millionen Franken. Dies hat der Gemeinderat am Mittwoch beschlossen. Das letzte Wort hat das Volk.
(Keystone-SDA) Für einmal waren sich alle Fraktionen von links bis rechts einig: Für Studierende und junge Erwachsene in Ausbildung ist es besonders schwierig, in Zürich eine bezahlbare Bleibe zu finden. «Es gibt immer weniger Wohnraum für Studierende, weil günstiger Wohnraum generell abnimmt», sagte Moritz Bögli (AL).
Gleichzeitig wächst die Zahl der Studierenden. Derzeit sind über 70’000 Personen an einer Hochschule eingeschrieben. Dazu kommen rund 30’000 Jugendliche und junge Erwachsene in der Grundausbildung oder in Weiterbildungen. Nicht einmal WG-Zimmer sind in der Stadt Zürich noch günstig zu haben. Viele Studierende und junge Erwachsene leben länger als geplant bei ihren Eltern oder pendeln weite Strecken.
Der Gemeinderat entschied am Mittwoch deshalb, den sogenannten Jugendwohnkredit für die Zeit bis 2033 zu verdoppeln. Statt 20 Millionen Franken, wie vom Stadtrat gefordert, bewilligte der Gemeinderat 40 Millionen Franken. Das Geld geht vor allem in Form von zinslosen Darlehen an studentische Wohnbauträger.
«Vom Kanton kommt sehr wenig»
Selbst die SVP, die sonst jeden staatlichen Eingriff in den Wohnungsmarkt kritisiert, stimmte für den Jugendwohnkredit. Bei Studentenwohnungen und Alterswohnungen sei dies sinnvoll. Sie hätte es jedoch – wie der Stadtrat – bei 20 Millionen Franken belassen und den Betrag nicht verdoppelt.
Einen Rahmenkredit von gar 65 Millionen Franken forderte hingegen die FDP, allerdings aus buchhalterischen Gründen. Sie wollte den Einnahmenverzicht wegen der zinslosen Darlehen transparent machen. Die Mehrheit fand dies jedoch verwirrend für die Stimmberechtigten, die nun voraussichtlich im September über einen Betrag von 40 Millionen Franken abstimmen werden.
Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) betonte, dass die Stadt seit 1964 viel für das studentische Wohnen tue, ganz im Gegensatz zum Kanton. «Vom Kanton kommt sehr, sehr wenig», sagte er. Dieser trommle sich immer stolz auf die Brust, dass er Hochschulstandort sei. Aber statt Wohnungen für Studierende zu bauen, verkaufe er das Land an den Meistbietenden. «Das ist schwach.»