The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

Zürcher Raser und Autoposer im Visier der Stadtpolizei

Keystone-SDA

Seit der Einführung der spezialisierten Fachgruppe für Raserdelikte im Jahr 2021 hat die Stadtpolizei Zürich knapp 300 Personen wegen eines Raserdelikts festgenommen. Die grosse Mehrheit davon sind Männer.

(Keystone-SDA) Die Zahl Frauen, die durch Zürichs Strassen rasten, ist wohl an einer Hand abzuzählen: Über 90 Prozent der fehlbaren Personen seien Männer, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der jüngste Beschuldigte war gerade einmal 14 Jahre alt, der älteste 62.

Von den 295 Personen, die wegen eines Raserdelikts festgenommen und an die Staatsanwaltschaft überwiesen wurden, waren 142 auf dem Gebiet der Stadt Zürich zu schnell unterwegs. 153 Delikte wurden ausserhalb der Stadt begangen. Dies ergaben laut Polizei zum Teil aufwendigen Ermittlungen, etwa anhand von Handyvideos.

Als Raser oder Raserin gilt laut Gesetz, wer die signalisierte Höchstgeschwindigkeit massiv überschreitet, an einem illegalen Rennen mit Motorfahrzeugen teilnimmt oder waghalsig überholt. Ein Raserdelikt liegt zudem vor, wenn ein Lenker oder eine Lenkerin vorsätzlich Verkehrsregeln missachten und dabei ein hohes Risiko eingehen, andere schwer zu verletzen oder zu töten, wie die Stadtpolizei festhält.

Zahlreiche Autoposer verzeigt

Die Stadtpolizei ermittelt seit Jahren auch aktiv gegen Autoposerinnen und Autoposer. Zwischen 2020 und 2025 führte sie über 400 koordinierte Kontrollen gegen diese Szene durch. Dabei verzeigte sie über 2700 Personen, die ihre Fahrzeuge illegal abgeändert hatten oder weil die Autos technische Mängel aufwiesen.

Die Polizei überwies fast 700 Personen, die vermeidbaren Lärm verursachten, an die Untersuchungsbehörde. Zudem stellte sie 380 Fahrzeuge sicher und wies mehrere hundert Personen weg.

Auch in Bezug auf die Autoposer-Szene spricht der Polizeisprecher von einem «Männerphänomen». Vereinzelt fänden aber auch Frauen Gefallen daran, sagte er.

Konsequenzen aufzeigen

Die Stadtpolizei Zürich ist auch präventiv aktiv, wie sie betont. Sie führe gezielt Aufklärungsveranstaltungen an Berufsschulen durch, um angehende Neulenkerinnen und Neulenker zu sensibilisieren.

Dabei wird aufgezeigt, wie schnell durch riskantes Fahrverhalten andere Menschen gefährdet werden können. Zudem wird erklärt, dass bei einem Raserdelikt eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, ein mehrjähriger Führerausweisentzug sowie ein Eintrag im Strafregister die Folgen sind. Ausserdem verbreitet die Stadtpolizei über Social-Media-Kanäle Präventionsvideos.

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft