«Die Skifahrerinnen und Fahrer sind heute viel schneller»
Die frühere Gesamtweltcupsiegerin Maria Walliser hat über die früheren Sicherheitsstandards bei Skirennen gesprochen. Damals seien noch Strohballen zur Kurvensicherung aufgebaut worden. Doch auch die Tempi seien viel niedriger gewesen.
(Keystone-SDA) «Wir hatten noch Staketenzäune und Strohballen, um die Kurven zu sichern, Tannenreisig auf der Ideallinie bei schlechter Sicht oder Nebel. Generell waren die Schneeverhältnisse auf der Piste viel weicher und Sturzräume wie heute existierten nicht», erzählte der Skistar aus den 1980er Jahren in einem Interview mit den CH Media-Zeitungen.
Damals hätten sie und ihre Ski-Kollegen noch Abfahren bestritten, bei denen es keine A- und B-Netze wie heute gab. Natürliche Hindernisse hätten sie gebremst – «diese fallen heute mit dem Kunstschnee und der Top-Pistenpräparation weg».
Mit Blick auf die derzeitigen Verletzungen von Lara Gut-Behrami, Corinne Suter und Michelle Gisin sagte Walliser, dass es auch in den Achtziger- und Neunzigerjahren zu vielen Verletzungen gekommen sei und Material und Piste nicht immer zusammengepasst hätten. Sie sei immer sehr beeindruckt gewesen, wenn Teamkameradinnen von einer Verletzung zurückkamen und wieder von null auf Kondition und das Vertrauen auf Schnee aufbauen mussten.
Entsprechend leide sie auch heute mit den Verletzten mit. Sie selber erlitt während ihrer Profikarriere nie eine ernsthafte Verletzung. «Heute hat so etwas schon fast Seltenheitswert», sagte sie weiter.
«Ein «Ski-Schätzli» war ich nie»
Walliser wurde während ihrer Karriere oft als «Ski-Schätzli» bezeichnet – eine heute sexistisch eingestufte Äusserung. «Ein solches war ich bestimmt nie», betonte die Ex-Skirennfahrerin im Interview.
Sie hätten damals sehr um Anerkennung im Frauenrennsport gekämpft. Sie wollten nie die «Meitli» sein, sondern mit sportlichen Taten trumpfen. Gegenüber den Männern hätten sie einen schweren Stand gehabt. «Nur durch Siege, Medaillen und Erfolge konnten wir uns behaupten.» Bei sexistischen Äusserungen wie dem «Ski-Schätzli» habe sie jeweils die Ohren verschlossen.