15 Millionen digitalisierte Zeitungsseiten als Gedächtnis
Die Schweizerische Nationalbibliothek hat die Marke von 15 Millionen digitalisierten Zeitungsseiten überschritten. Dieses Archiv, das die Schweizer Gesellschaft im Wandel der Zeit widerspiegelt, kann online frei eingesehen werden.
(Keystone-SDA) Innerhalb von vier Jahren hat die Schweizerische Nationalbibliothek die Anzahl der Zeitungsseiten in ihrer Sammlung mehr als verdoppelt und verfügt nun über 15 Millionen Digitalisate. Das reicht vom «Oberegger Anzeiger» aus Appenzell Innerrhoden bis zu «Der Nachläufer» im Wallis – beides Zeitungen, die es nicht mehr gibt. Noch existierende Titel, die ihre eigenen Online-Plattformen entwickelt haben, sind nicht mit aktuellen Texten abrufbar.
Alle Seiten sind über die Website der Institution www.e-newspaperarchives.ch zugänglich.
Diese Zeitungen würden die Schweizer Gesellschaft und Kultur widerspiegeln, erklärt Martina Hoffmann, Leiterin der Abteilung Digitalisierung der Nationalbibliothek. «Die Schweiz hat sehr viele Zeitungen, auch wenn einige davon verschwunden sind. Sie erzählen vom Reichtum jeder Region», sagte sie der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In der Datenbank der Institution stammen die ältesten Ausgaben aus dem Jahr 1692.
Die Nationalbibliothek legt Wert darauf, alle Seiten zu scannen und mit Metadaten zu versehen, insbesondere weil die Presse zu einem Partner der Forschung werden kann.
Archiv für Studien und die Öffentlichkeit
So konnte beispielsweise eine Studie durchgeführt werden, um zu verstehen, wie sich die Werbung in Zeitungen im Laufe der Zeit entwickelt habe, sagte Hoffmann. Die reichhaltige Datenbank ermögliche auch andere Studien, beispielsweise zur Schweizer Wirtschaft im letzten Jahrhundert oder zur Genealogie.
Das Archiv steht auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung, darunter vielen ausländischen Besucherinnen und Besuchern, die Schweizer Zeitungen auf der Suche nach einem bestimmten Ereignis oder einer Ausgabe zu einem historischen Datum konsultieren möchten.
Für die Zukunft hat sich die Nationalbibliothek mit Hilfe ihrer Partner zum Ziel gesetzt, die Lücken in ihrer Datenbank zu schliessen: die Zentralschweiz, Appenzell Ausserrhoden und Basel-Landschaft. Hoffmann nennt keine konkreten Zahlen. Aber «wir würden uns über einige Millionen zusätzlich digitalisierte Seiten bis 2030 freuen», sagte die Verantwortliche.
https://www.e-newspaperarchives.ch/