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Alberto Giacometti – im Bergell verankert, international anerkannt

Alberto Giacometti ist vor allem bekannt für seine extrem langen und schlanken Figuren. Er zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts, war aber auch Maler und Grafiker. Am 11. Januar vor 60 Jahren ist er in Chur gestorben.

(Keystone-SDA) Stabdünne Figuren, meterhoch, die Anatomie undeutlich, Kopf und Gesicht nur angedeutet, doch in den Proportionen sehr genau: mit ihnen ist der Name Alberto Giacometti (1901-1966) untrennbar verbunden. Der Künstler schuf mit ihnen keine reale Nachbildung, sondern er bestand auf den Unterschied zwischen seiner eigenen Sehweise und jener der Fotografie.

Die Skulpturen sind in der Nachkriegszeit in Paris entstanden und begründeten das internationale Renommee des Künstlers. Nach seiner ersten Einzelausstellung 1948 in New York wurden Sammler und Kritiker weltweit auf ihn aufmerksam. Die erste Ausstellung bedeutender Werke in Europa folgte 1950 in der Basler Kunsthalle.

In seinem Schaffen war Giacometti beeinflusst von philosophischen Strömungen, etwa dem Existenzialismus und der Phänomenologie. Zu seinem Netzwerk zählte unter anderem Jean-Paul Sartre, der für den Ausstellungskatalog in New York den zehnseitige Essay «La Recherche de l’absolu» verfasst hatte.

Auch als Maler und Grafiker ist Giacometti in der Moderne zu verankern. Beeinflusst war sein Werk unter anderem vom Surrealismus und vom Kubismus. In Paris, wo er mehrheitlich seit 1922 lebte, traf er etwa Pablo Picasso.

Bei all dieser Weltgewandtheit blieb Alberto Giacometti stets seiner Heimat, dem Bergell und dem Ort seiner Herkunft, dem ehemaligen Stampa – und ganz besonders seiner Familie verbunden: seiner Mutter Annetta als die Autorität, die die Familie zusammenhielt, seinem Vater Alberto, dem Maler und Bildhauer, seinem Bruder Diego, dem Bildhauer und Designer, seiner Schwester Ottilia, der Textildesignerin und seinem Bruder Bruno, dem Architekten. Die Verbundenheit in dieser Künstlerfamilie und dass alle einander Motiv waren, zeigt eindrücklich der Film «I Giacometti» (2023) von der Engadinerin Suzanna Fanzun.

Alberto Giacometti ist am 11. Januar 1966 im Spital in Chur gestorben und wurde in Stampa beerdigt.

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