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Anwohner zahlen in Zürich ab Januar 2027 mehr fürs Parkieren

Keystone-SDA

Der Zürcher Stadtrat führt die neuen Anwohnerparkkarten definitiv ab Januar 2027 ein. Damit wird das Parkieren in der Blauen Zone teurer. Die Ausnahmen für Gewerbler sind hingegen noch blockiert.

(Keystone-SDA) Anwohnerinnen und Anwohner müssen ab Januar tiefer in die Tasche greifen. Das «Bieler Modell», das auf diesen Termin eingeführt wird, sieht vor, dass Anwohner zuerst die deutlich teureren Plätze nutzen müssen, die zu ihrem Wohnhaus gehören.

Autofahrer müssen mit mindestens 150 Franken pro Monat rechnen. Erst wenn diese Plätze besetzt sind, erhalten die Anwohner eine Jahreskarte für die Blaue Zone.

Fast 1000 Franken für SUV-Benziner

Die Parkkarten werden zugleich auch teurer. Kosteten sie bisher nur 300 Franken, dürfte sie neu in den günstigsten Fällen über 500 Franken kosten. Der Preis wird nach Antrieb und Gewicht berechnet. Das kann bei schweren SUV-Benzinern auch mal fast 1000 Franken ausmachen.

Dieses neue Regime entspricht dem Vorschlag des Parlaments. Der Stadtrat wollte eigentlich einen generellen Preis von 540 Franken einführen. An der Urne stimmten jedoch 52,8 Prozent der Stimmberechtigten dem Vorschlag des Parlaments zu.

Die alten Karten sind noch bis spätestens 30. April 2027 gültig. Den Antrag müssen Interessierte aber bis am 15. Januar stellen und danach jedes Jahr neu einreichen.

«Skandalöser Entscheid»

Die Bewilligungen für das Gewerbe, auch auf Trottoirs parkieren zu können, hob der Bezirksrat Zürich auf. Der Gemeinderat entschied, dagegen vor Verwaltungsgericht zu rekurrieren. Das Urteil liegt jedoch noch nicht vor. Dass der Stadtrat jetzt den gültigen Teil der Verordnung umsetzt, missfällt den Bürgerlichen.

FDP, SVP und Mitte kritisierten den Entscheid des Stadtrats am Donnerstag. Die Mitte findet es «skandalös», die Verordnung ohne die Erleichterungen für das Gewerbe umzusetzen. «Ein à la carte Herauspicken einzelner Punkte durch den Stadtrat entspricht nicht dem Willen des Souveräns und der Institutionen, die der Vorlage zugestimmt haben», heisst es in der Mitteilung.

«Stadtrat hintergeht Stimmbevölkerung»

«Der Stadtrat hintergeht die Stimmbevölkerung», schreibt die FDP. Sie prüft, gegen die Einführung rechtlich vorzugehen. Zusammen mit dem Gewerbe sei ein Kompromiss gefällt worden. Der Stadtrat solle darum den Ausgang des Verfahrens abwarten.

Die SVP hält das Vorgehen für «absolut inakzeptabel». Es liege nichts Geringeres als eine Irreführung der Stimmbevölkerung und eine Verfälschung des Wählerwillens vor, so Fraktionschef Stephan Iten.

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