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Soldaten mit Gasmasken bei einer Übung

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Armee kommt nicht aus den Schlagzeilen. Um sie in diesen unsicheren Zeiten schlagkräftiger zu machen, sollen zusätzliche Mittel freigemacht werden. Und das geht rasch in die Milliarden.

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer reicht anscheinend nicht aus. Deshalb wollen gewisse Kreise im Parlament zusätzlich Schulden machen, um die Armee aufzurüsten.

Herzliche Grüsse aus Bern

Ein Soldat trägt eine Drohne in Form eines Flugzeugs, die grösser ist als er, im Hintergrund ein Panzer
In unsicheren Zeiten fordern viele Politikerinnen und Politiker mehr Mittel für die Armee. Keystone / Anthony Anex

Der Ständerat hat beschlossen, die Mehrwertsteuer um 0,2 Prozentpunkte anzuheben, um zusätzliche Mittel für die Armee zu generieren. Ursprünglich hatte der Bundesrat eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte beantragt. Der verbleibende Betrag soll nach dem Modell der Ständeratskommission aus dem allgemeinen Bundeshaushalt gedeckt werden.

Ziel der Massnahme ist es, einen zusätzlichen Finanzbedarf der Armee in Höhe von 24 Milliarden Franken zu decken. Befürwortende aus den Reihen der Mitte und der rechtsbürgerlichen Parteien begründen dies mit einer verschärften Sicherheitslage und der Notwendigkeit einer glaubwürdigen Abschreckung.

Die Linke kritisiert die geplante zeitliche Entkoppelung der Finanzierung: Der Rüstungsfonds soll bereits im kommenden Jahr eingerichtet werden und eine Verschuldung von bis zu zwölf Milliarden Franken ermöglichen, während die Volksabstimmung über die Mehrwertsteuererhöhung erst zwei Jahre später vorgesehen ist. Dies berge Risiken für den Bundeshaushalt.

Nach dem Entscheid der kleinen Kammer kommt die Vorlage nun in den Nationalrat.

Ein junger Mann hält einen dunkelblauen Kinderwagen fest
Niemand kann bei einer Adoption sicher sein, dass die Rechte seines Adoptivkinds vorher nicht missachtet wurden (Symbolbild). Keystone / DPA / A4531 / Inga Kjer

Missbrauchte das Hilfswerk Terre des Hommes ausländische Kinder einst für medizinische Versuche? Eine Recherche von Le Temps gibt nun Betroffenen erstmals Gehör, die seit Jahrzehnten nach ihren Ursprüngen suchen und mit Lücken oder Verfälschungen in ihren Unterlagen konfrontiert sind,

Wie der Beobachter in diesem Juni aufdeckte, wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren rund 2000 ausländische Adoptivkinder in Quarantäne isoliert und dabei Versuchen ausgesetzt. Zudem führten risikoreiche Herzoperationen zu mehreren Todesfällen.

Politikerinnen und Politiker in mehreren Kantonen verlangen Aufklärung über die Rolle der Behörden, wie das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS berichtet. Terre des Hommes kündigte Archivuntersuchungen an, während die Leitung die Verantwortung für die medizinischen Tests auf die damaligen Spitäler schiebt.

Laut Le Temps verteidigen damalige Ärztinnen und Ärzte die Quarantänen als normalen Infektionsschutz. Historikerinnen und Historiker betonen zwar, es seien Routine-Tests gewesen, doch mangelnde Akten und fehlender Beistand belasten die Betroffenen bis heute schwer.

Eine Klingel der Kesb
Jedes Jahr nehmen die Meldungen bei den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) in der Schweiz zu. Keystone / Michael Buholzer

Die Zahl der Menschen in der Schweiz, die unter dem Schutz der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) stehen, erreicht einen neuen Rekord. Doch ist das ein Zeichen für eine kriselnde Gesellschaft oder für ein aufmerksames System?

Ende 2025 waren laut Agenturmeldung 164’336 Personen von einer Kesb-Massnahme betroffen. Das ist ein neuer Höchststand. In zehn Jahren stiegen die Fälle bei Kindern um 20 Prozent und bei Erwachsenen um 26 Prozent.

Ein Grund zur Sorge sei das nicht primär, heisst es aber. Die Zunahme zeige vielmehr, dass Hilfesuchende früher Unterstützung erhielten, Schulen genauer hinsähen und mentale Gesundheit offener besprochen würde.

Gleichzeitig offenbart die Statistik Engpässe. Wie RTS berichtet, führen lange Wartezeiten in der Psychiatrie, überlastete Frauenhäuser und die Vereinsamung im Alter dazu, dass die Behörden immer häufiger eingreifen müssen.

Ein älterer Mann mit Glatze im Anzug, der die Hände faltet
Fifa-Präsident Gianni Infantino versucht mit einem neuen Vorstoss, die Wogen im Fussballverband zu glätten. EPA / Jarek Praszkiewicz

Ist es plötzliche Offenheit oder reines Kalkül? Nach Wochen massiver Kritik überrascht Fifa-Präsident Gianni Infantino mit einem versöhnlichen Brief an die Fussballwelt. Der Walliser schlägt darin Reformen und externe Kontrollen vor.

Nach monatelangem Druck durch einen gescheiterten Investorendeal zieht Infantino die Notbremse. Wie Watson berichtet, schlägt der angeschlagene Fifa-Chef den 211 Mitgliederverbänden direkte Gespräche vor. Damit will er die Regionalverbände wieder stärker in strategische Entscheide einbinden.

Der Vorstoss beinhaltet überraschende Zugeständnisse: Laut dem Spiegel kündigte der Schweizer eine unabhängige, externe Überprüfung der Fifa-Governance an. Sogar die Machtfülle des Präsidentenamts sowie Massnahmen für mehr Transparenz sollen zur Disposition stehen.

Ob dahinter echte Einsicht steckt, bleibt umstritten. Wie SRF News betont, enthält das Schreiben noch keine konkreten Lösungen, sondern vor allem Einladungen zum Dialog. Kritikerinnen und Kritiker vermuten deshalb eher ein Manöver zum Machterhalt vor der nächsten Wahl.

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