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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Künstliche Intelligenz kann beim Verfassen von anspruchsvollen Texten helfen. Das merken nun auch die Schweizer Gerichte, die seitenlange Beschwerden von fragwürdiger juristischer Qualität erhalten. Wie sie damit umgehen, lesen Sie im heutigen Briefing. 

Herzliche Grüsse aus Bern

ein Gerichtssaal
Für die Gerichte bedeutet KI nicht weniger Arbeit. Keystone

KI macht aus juristischen Laien vermeintliche Profis. Für Gerichte bedeutet das vor allem eines: mehr Arbeit. 

Haben Sie auch schon mal zu künstlicher Intelligenz gegriffen, um ein schwieriges E-Mail zu verfassen? ChatGPT und Co. verwandeln ein paar Gedanken in eloquente Texte, ohne dass man vom Inhalt viel Ahnung haben muss. Diesen Effekt spürt nun auch die Zürcher Justiz, wie die NZZ berichtet. 

Richter André Moser, Präsident des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, hat früher «sprachlich unbeholfene Schreiben» erhalten, zum Teil von Hand verfasst. Heute landen zunehmend seitenlange, sprachlich makellose Texte bei ihm. Das geschliffene Anwaltsdeutsch klingt professionell, jedoch sind die Beschwerden unnötig lang und mit zahlreichen irrelevanten Argumenten gespickt. Zum Teil enthalten sie unbegründete Vorwürfe und können zusätzliche Verfahrensschritte auslösen. Doch das Gericht muss diese Texte alle bis zur letzten Fussnote lesen und prüfen. 

Warum braucht man dafür nicht einfach auch eine KI? «Es kann nicht sein, dass am Ende KI gegen KI antritt», sagt Moser. Das Amtsgeheimnis verbietet zudem den Gebrauch einer normalen KI, es gebe jedoch Bestrebungen für eine geschützte KI-Umgebung. Wer sich von der KI eine besonders imposante Beschwerde schreiben lässt, riskiert jedoch auch eine saftige Rechnung: In zwei Fällen hat das Zürcher Verwaltungsgericht bereits erhöhte Gerichtsgebühren verhängt, in einem Fall waren es über 3000 Franken. 

Céline Amaudruz
Céline Amaudruz hat heute ihre Kandidatur bekanntgegeben. Keystone / Martial Trezzini

Vor elf Jahren verhalf Céline Amaudruz Guy Parmelin zum Einzug in den Bundesrat. Nun will die Genfer SVP-Politikerin selbst seine Nachfolge antreten. 

Am Dienstag haben wir Ihnen im Briefing über die Debatte, ob die Mutterrolle mit dem Bundesratsamt vereinbar ist, berichtet. Nun hat Céline Amaudruz, die in der Diskussion im Mittelpunkt stand, ihre Kandidatur offiziell eingereicht. 

Die 47-jährige Genferin sitzt seit 2011 für die SVP im Nationalrat, seit 2016 ist sie Vizepräsidentin der SVP Schweiz. Aus einer wohlhabenden Anwaltsfamilie stammend, studierte sie Rechtswissenschaften und arbeitete unter anderem für die UBS und Julius Bär. Sie gilt als wirtschaftsliberal und vertritt innerhalb der Partei den rechten Flügel. 

Mit Guy Parmelin verbindet Amaudruz eine enge Beziehung: 2015 hat sie ihn als Wahlkampfleiterin zum Bundesrat gemacht, laut der NZZ pflegen die beiden bis heute ein fast familiäres Verhältnis. In der Westschweiz geniesst sie Unterstützung, innerhalb der Deutschschweizer SVP ist ihr Rückhalt hingegen umstritten. Seit 1970 ist die Romandie stets mit zwei Mitgliedern im Bundesrat vertreten gewesen, ob Amaudruz nominiert wird, entscheidet die SVP-Fraktion Ende November.

Plakat an der Wand mit Aufschrift Lohn
Die Frauen holen bei der Lohnungleichheit auf – unter gewissen Bedingungen. Keystone / Ennio Leanza

Eine neue Studie zeigt, dass junge Frauen in der Schweiz bei den Löhnen deutlich aufgeholt haben. Doch besonders bei Eltern bleibt die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern gross. 

Verdienen Frauen in der Schweiz weniger als Männer? Die Antwort ist natürlich komplex. Eine neue Untersuchung zeigt jetzt, dass sich vor allem bei jungen Frauen der Gap stark verkleinert hat, wie der Tages-Anzeiger berichtet. 

Wie die Studie zeigt, haben die Frauen in den letzten 30 Jahren aufholen können. Beim Jahrgang 1965 lag die Erwerbstätigenquote junger Frauen noch 22 Prozentpunkte hinter jener der Männer, beim Jahrgang 1995 hat sich diese Lücke fast vollständig geschlossen. Auch bei den Pensen schrumpfte der Abstand zwischen Männern und Frauen von 17 auf weniger als 4 Wochenstunden. Und auch beim Lohn haben die Frauen stark aufgeholt: Beim Stundenlohn beträgt der Unterschied noch weniger als 5%, beim gesamten Bruttoerwerbseinkommen sind es 14%. Ein Grund dafür ist der steigende Bildungsgrad der Frauen, so ein Studienautor. 

Gemäss den Studienautoren schneidet die Schweiz beim Gender-Pay-Gap sogar besser ab als Schweden, das für seine Gleichstellung bekannt ist. Es gibt jedoch bei dieser Studie ein grosses Aber. Die meisten Personen, die für die Studie untersucht wurden, haben noch keine Kinder. Bei Eltern sind die Unterschiede weiterhin frappant: Mütter des Jahrgangs 1995 verdienen im Durchschnitt 51% weniger als Väter. Dabei wird das gesamte Erwerbseinkommen verglichen, in das auch unterschiedliche Arbeitspensen einfliessen. 

grosse Metallelemente im Weltraumkonzern Beyond Gravity, mit Schweizerfahne im Hintergrund
China scheint sich für Weltraumtechnologie aus der Schweiz zu interessieren. Keystone / Gaetan Bally

Steckt China hinter dem Cyberangriff auf den Schweizer Weltraumkonzern Beyond Gravity? Recherchen von SRF deuten darauf hin. 

Anfang Monat ist der Weltraumkonzern Beyond Gravity, der dem Bund gehört, Opfer eines Cyberangriffs geworden. Nun zeigen SRF-Recherchen, wer dahinterstecken könnte: Laut mehreren involvierten Personen gehen Beyond Gravity und der Bund jedoch davon aus, dass China hinter dem Angriff steckt. Offiziell wird der Verdacht jedoch nicht bestätigt. 

Auch darüber, welche Informationen gestohlen worden sind, gibt es keine offizielle Auskunft. Dass Daten abgeflossen sind, hat jedoch die Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats bestätigt. Der Weltraum stehe schon länger im Fokus der Nachrichtendienste, sagt Professor Ralph Weber, der zu chinesischen Geheimdiensten forscht. «Wir stellen uns oft vor, dass da grosse Technologien gestohlen werden müssen.» Aber in der Spionage gehe es oft auch darum, an Details heranzukommen, die für sich genommen unbedeutend erscheinen, für einen Geheimdienst jedoch von grosser Bedeutung sein können. 

Wie reagiert die Schweiz nun auf diesen Cyberangriff? Sollten harte Beweise für einen Angriff aus China vorliegen, müsste der Bundesrat abwägen, wie er reagieren soll. Doch die Reaktion falle vermutlich zurückhaltend und diskret aus, so Weber, weil die Schweiz noch andere Interessen habe, wie zum Beispiel das Freihandelsabkommen, das beide Staaten bald unterzeichnen wollen. 

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