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«Abstimmen heisst für mich: Ich nehme am Leben in der Schweiz teil»

Auslandschweizer Fabio Trebbi
Fabio Trebbi: "Jede Stimme zählt." Illustration: Kai Reusser, Swissinfo

Auslandschweizer Fabio Trebbi lebt in Italien, wo er mit 70 noch immer als Arzt praktiziert und ein Landgut unterhält. Abstimmungen sind für ihn Gelegenheit, um am Leben in seiner zweiten Heimat, der Schweiz, teilzunehmen. Ein Protokoll.

«Ich bin in Italien als Sohn von Schweizer Eltern geboren und aufgewachsen. Mein Schweizerdeutsch ist noch immer gut erhalten, auch wenn ich inzwischen schon 70 bin. Die Teilnahme an den Abstimmungen in der Schweiz gehört für mich einfach dazu. Für mich ist es eine wichtige Gelegenheit, am Leben unseres Landes teilzunehmen. Jeder von uns Schweizern im Ausland hat eine Stimme und je mehr Stimmen in der Heimat ankommen, desto lebendiger die Demokratie.

Um über die Abstimmungen und Wahlen informiert zu sein, stehen uns Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern genügend und passende Informationen zur Verfügung. Ich informiere mich im offiziellen Abstimmungsbüchlein, das aus der Schweiz kommt, sowie über Swissinfo. Zudem erhalte ich auch Informationen von den Parteien, die für oder gegen eine bestimmte Vorlage sind. Wichtig finde ich auch, dass man die Arbeit des Parlaments verfolgt und schaut, was dort herauskommt.

Ob ich manchmal denke, dass die Schweiz auch ohne meine Stimme funktionieren würde? Meine Antwort darauf ist einfach: Jede Stimme zählt. Insbesondere die Schweizer, die im Ausland leben, bilden eine grosse Einheit, die mit ihren Stimmen von aussen einen wertvollen Beitrag im Inland leisten.

Jede Abstimmung hat ihre Berechtigung

Darum rate ich auch anderen Auslandschweizerinnen und -schweizern, sie sollen sich informieren, teilnehmen und wirklich immer abstimmen, denn jede Abstimmungsvorlage hat ihre Berechtigung und ihren eigenen Wert, egal, ob sie nun in unserem Interesse liegt oder mit unseren eigenen Anliegen nichts direkt zu tun hat. Mit den Informationen, die wir erhalten, sind wir auch fähig, uns zu jedem Thema eine Meinung zu bilden.

Natürlich wäre E-Voting ideal, denn es würde den Weg der gesamten Abstimmungsunterlagen massiv verkürzen und sicherstellen, dass alle ihre Stimmen abgeben können. Für mich als Schweizer, der in Rom lebt, gibt es beim Abstimmen aber keine Herausforderungen oder Hürden. Ich bin im Kanton Aargau registriert, und bei mir kommen die Unterlagen fast zwei Monate vorher an. Wenn also eine Verspätung entsteht, dann bei mir auf dem Schreibtisch – dann muss ich mir selbst die Schuld geben.

Notiert von Balz Rigendinger

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