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Nach einem Sommer mit extremer Hitze und anhaltender Dürre – Bedingungen, von denen selbst Umweltminister Albert Rösti zugab, dass sie ihn überraschten – hat die Schweizer Regierung eine Reihe von Massnahmen vorgestellt, um die Folgen zu bewältigen.

Kritiker:innen argumentieren jedoch, dass die Pläne zu kurz greifen und es an verbindlichen Verpflichtungen zur Bewältigung künftiger klimatischer Herausforderungen mangelt.

Herzliche Grüsse aus Bern

Albert Rösti
Umweltminister Albert Rösti am 26. August 2026 im Medienzentrum des Bundeshauses nach einer Medienkonferenz zur Hitzewelle und Dürre. Keystone / Anthony Anex

Nach einem Sommer mit Rekordtemperaturen und anhaltender Dürre hat der Bundesrat am Mittwoch eine Reihe von Massnahmen angekündigt, um den Folgen des Extremwetters entgegenzuwirken.

Nach Gesprächen mit Vertreter:innen der Landwirtschaft im September kam die Regierung überein, dass grössere Investitionen in Bewässerungssysteme und Wasserrückhaltebecken erforderlich sind. Zuvor hatte sie bereits eine einmalige Aufstockung der Mittel für zinslose Darlehen um 54 Millionen Franken bewilligt, um Landwirt:innen zu helfen, die aufgrund der Dürre mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben.

Eine der wichtigsten Massnahmen ist die Einrichtung eines Kompetenzzentrums innerhalb des Bundesamts für Gesundheit, um die Bevölkerung vor hitze- und klimabedingten Gesundheitsrisiken zu schützen. Zu den weiteren Massnahmen gehören zusätzliche Forschung im Bereich Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit, eine verbesserte Erfassung von hitzebedingten Todesfällen und Spitalaufnahmen sowie die Erstellung nationaler Hitzekarten und extremer Wetterszenarien durch Meteoschweiz.

Die Massnahmen stossen jedoch auch auf Kritik. Der Bundesrat setzt vor allem auf Information, Förderanreize und den Föderalismus statt auf verbindliche Klimaschutzmassnahmen, schreibt der Tages-Anzeiger.

Die SP-Nationalrätin Gabriela Suter begrüsste die Massnahmen zur Früherkennung und Anpassung, kritisierte jedoch das Fehlen konkreter Verpflichtungen. «Die nächste Hitzewelle wird nicht auf die Ergebnisse des Bundes warten», sagte sie.

zwei Kinder mit Kässeli
Sparen und haushalten waren einst Eckpfeiler des Schweizer Familienlebens, doch die heutige finanzielle Realität zeichnet ein anderes Bild. KEYSTONE/Str

Fast jede zweite Person in der Schweiz hätte bereits nach drei Monaten ohne Einkommen Mühe, ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Das geht aus einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hervor.

Obwohl 82% der Befragten zumindest gelegentlich sparen, verfügen 15% nicht über ausreichende liquide Reserven, um ihre Ausgaben ohne Einkommen zu decken, während weitere 30% nur ein bis drei Monate durchhalten könnten. Im Gegensatz dazu verfügen 23% über genügend Ersparnisse, um ihren Lebensstandard mehr als ein Jahr lang aufrechtzuerhalten.

«Regelmässiges Sparen bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Haushalt ausreichend auf einen Einkommensausfall vorbereitet ist», erklärt die ZHAW-Expertin Selina Lehner. Entscheidend ist, wie viel Geld im Notfall sofort zur Verfügung steht.

Steigende Fixkosten, darunter Mieten und Krankenkassenprämien, sind bei 22% der Befragten die grösste finanzielle Sorge. Diese wiederkehrenden Ausgaben belasten insbesondere Haushalte mit begrenzten Ersparnissen.Die finanzielle Belastung ist bereits deutlich spürbar: Fast jeder vierte Befragte (24%) hatte sich im vergangenen Jahr Geld geliehen, während 29% angaben, in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Schwierigkeiten gehabt zu haben, ihre Steuern pünktlich zu bezahlen.

Die Studie, die auf einer im Juni durchgeführten Umfrage unter 963 Personen basiert, deckte zudem eine Kluft zwischen der allgemeinen Lebenszufriedenheit – die im Durchschnitt bei 7.2 von 10 lag – und der Zufriedenheit mit den persönlichen Finanzen auf, die nur 5.6 betrug.

ein Kind im Sudan erhält eine medizinische Behandlung
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Die Glückskette und die SRG lancieren heute eine nationale Solidaritätskampagne für die Menschen, die vom Krieg im Sudan betroffen sind. Bundespräsident Guy Parmelin eröffnete den Nationalen Tag der Solidarität als Gast bei Radio SRF.

«Das Leid dieser Menschen berührt mich zutiefst, besonders wenn ich daran denke, wie viele Kinder darunter leiden – Kinder, die keine Schuld an diesem Krieg tragen und denen eine unbeschwerte Kindheit geraubt wird», sagt Parmelin.

Nach mehr als drei Jahren Krieg befindet sich der Sudan laut der Glückskette in einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind vor der Gewalt geflohen, während das Wetterphänomen El Niño eine grossflächige Dürre verursacht. Fast 20 Millionen Menschen leiden Hunger und benötigen dringend Hilfe.

Hilfsorganisationen haben zunehmend Mühe, die nötigen Mittel für Hilfeleistungen zu beschaffen. Mit ihrer Spendenaktion will die Glückskette die humanitären Projekte ihrer Partnerorganisationen im Sudan unterstützen.

Trotz der scheinbar aussichtslosen Lage betont Parmelin, wie wichtig eine anhaltende Unterstützung sei. «Hoffnungslosigkeit darf nicht zu Gleichgültigkeit führen. Die Schweiz muss verantwortungsbewusst mit ihren Finanzen umgehen und kann nicht alles finanzieren. Aber wir dürfen unsere humanitäre Tradition nicht vergessen. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, was Solidarität wirklich bedeutet.» Spenden können bis 23.00 Uhr unter der Nummer 0800 87 07 07, online über die Website der Glückskette getätigt werden.

Camille Kündig, Claire Micallef und Expertinnen im Podcast Ade merci, Schweiz
Hosts Camille Kündig (unten links), Claire Micallef (oben rechts) und Expertinnen im Podcast Ade merci, Schweiz Swissinfo

«Ade merci, Schweiz»: «Das Zurückkommen war fast die krassere Erfahrung als das Auswandern»

Der Aufruhr war gross, als Beatrice Herrmann ihre drei Söhne bei milden zehn Grad in Skijacken zur Schule schicken wollte. «Ich war mir die Jahreszeiten nicht mehr gewohnt», erzählt sie lachend. Nach zwölf Jahren Singapur und Hong Kong waren die Schweizer Temperaturen für die Leiterin einer Relocation-Agentur erst einmal eine Umstellung.

«Das Zurückkommen war fast die krassere Erfahrung als das Auswandern», sagt Carmen Metzger, die drei Jahre in Kopenhagen gelebt hat. Beim Auswandern würden alle mitfiebern und sagen: «Wow, was für ein mutiger Schritt!» Die Rückkehr hingegen könne fast wie eine Niederlage wahrgenommen werden. Beatrice Herrmann ergänzt: Bei einer Rückkehr habe man das Gefühl, man wisse, worauf man sich einlässt. «Doch man muss sich bewusst sein: Gerade wenn man jahrelang weg war, hat das Umfeld sein Leben weitergelebt, niemand hat auf einen gewartet.»

Auch sonst war bei der Rückkehr der beiden Frauen vieles anders als erwartet. Eine Erfahrung, die sie mit zahlreichen anderen teilen: Mehr als ein Drittel der in der Schweiz geborenen Schweizerinnen und Schweizer kehrt innerhalb von drei Jahren nach ihrer Auswanderung zurück. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik. Die Gründe sind vielfältig: ein neuer Job, eine Trennung, veränderte Lebensträume.

Doch was, wenn man sich in der eigenen Heimat plötzlich fremd fühlt? Und gar nicht mehr so genau weiss, wie die Uhren hierzulande ticken?

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